Mit neuem Schaft will sie ganz nach vorne

Dahlmeier vor Hochfilzen: "I gfrei mi wiad Sau!"

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Biathlon-­Frohnatur ­Laura Dahlmeier. Sie hat sich einen neuen Schaft gebastelt.

München - Hoch die Gläser, rein in den Weltcup! Für die nächsten drei Tage wird Hochfilzen zum Partyzen­trum der Biathleten, und auch Laura Dahlmeier ist bester Laune.

Nach überwundenem Infekt startet sie beim heutigen Sprint in die Saison. „I gfrei mi wiad Sau“, steht auf ihrer Facebook-Seite, dazu hat sie ein Foto von sich auf der Anreise ins Pillerseetal gepostet, auf ihrer Nase trägt sie eine grellgrüne Sonnenbrille. Grün ist für die 22-Jährige nicht nur die Farbe der Hoffnung, sondern der Realität. Genauer gesagt, die Farbe ihres neuen Gewehrschafts.

„Ich wollte eine neue Herausforderung, ich wusste, dass ich beim Schießen noch Luft nach oben habe“, erklärt Dahlmeier im nagelneuen, für die WM 2017 aus dem Nichts gestampften Pressezentrum. Kurios: 2012 und 2013 trafen 90 Prozent ihrer Schüsse das Ziel, vergangenes Jahr war sie mit 92 Prozent Trefferquote zusammen mit der Ukrainerin Yuliya Zhuravok sogar die beste Schützin im gesamten Feld. Auch keiner der Herren schießt so scharf.

Doch Dahlmeier suchte nach Perfektion und verschanzte sich im Sommer mit dem Schlechinger Schreiner Andreas Mauracher und einem Stück Holz im Haus und formte ihren eigenen Schaft. „Draußen war’s unglaublich heiß und wir haben den ganzen Tag im Keller getüftelt.“ Ein Millimeter hier, ein Millimeter dort, einen Schaft zu bauen ist Filigranarbeit. Dahlmeier investierte dafür über 1000 Euro aus der eigenen Tasche. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht, das musste sie feststellen.

„Anfangs habe ich vor allem liegend viele Fehler geschossen. Die Umstellung war groß, aber jetzt funktioniert es so, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Arbeit hat sich gelohnt“, sagt die WM-Silbermedaillengewinnerin von 2015. Platzierungen seien für sie in Hochfilzen zweitrangig, es geht mehr um das Gefühl und den ersten Weltcupauftritt mit neuer Waffe.

Wie gut Laura Dahlmeier bereits (läuferisch) in Schuss ist, beweist eine kleine ­Anekdote aus ihrem Training vergangene Woche in Seefeld. Weil dort FIS-Rennen stattfanden, musste sie jeden Tag vor den Wettkämpfen schon um 7.20 Uhr auf die Strecke. Irgendwann wurde ihr das zu bunt, sie entschied sich kurzfristig, beim Skilanglauf-Freistilrennen über fünf Kilometer am Sonntag teilzunehmen, das um 9 Uhr begann. Im Ziel knallten die Erfolgskorken ein erstes Mal in diesem Winter, Dahlmeier gewann. Vielleicht kann sie nach den Tagen von Hochfilzen auch ein Gläschen auf ihren gelungenen Einstand trinken.

Mathias Müller

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