Schritt "sicher nur vernünftig"

Höfl-Riesch mit Mitgefühl für Vonn

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Amerika leidet mit Lindsey Vonn.

Vail - Sie war eine von Amerikas Ambitionen auf olympisches Edelmetall in Sotschi. Nun fällt in Lindsey Vonn einer der besten US-Stars verletzungsbedingt aus. Das schmerzt neben den Skistars auch den Fernseh-Sender NBC.

Amerika leidet mit Lindsey Vonn. Das Olympia-Aus der Abfahrts-Olympiasiegerin hat in ihrer Heimat eine Lawine an Reaktionen ausgelöst - sogar in Hollywood. „Du bist trotzdem unser Held. Schade für DICH, dass du nicht in Sotschi fahren kannst, aber wir wissen, dass du alles Gold schon gewonnen hast“, teilte Schauspielerin Kirstie Alley über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Für Slalom-Weltmeisterin Mikaela Shiffrin war es „schwer zu schlucken, dass Lindsey nicht in Sotschi an den Start gehen wird. Aber ich bin unglaublich beeindruckt von ihrer Entschlossenheit“, schrieb die 18-jährige Amerikanerin. Von Super-G-Olympiasiegerin und Ex-Abfahrts-Weltmeisterin Picabo Street gab es ein aufmunterndes „Hang in there, we love you“ (Gib nicht auf, wir lieben dich).

Maria Höfl-Riesch sieht die Olympia-Absage von Lindsey Vonn als sinnvoll an. „Angesichts ihrer Verletzung, ist die Entscheidung sicher nur vernünftig. Die Gesundheit ist das Wichtigste“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin, die viel Mitgefühl äußerte. „Nach meinen zwei Kreuzbandrissen habe ich damals auch Olympia und eine WM verpasst.“

„Es tut mir sehr leid für Lindsey, das ist echt hart. Ich kann nachempfinden, wie schwer ihr die Absage gefallen sein muss“, betonte Höfl-Riesch am Dienstag. Höfl-Riesch verpasste nach zwei Kreuzbandrissen im Januar 2005 und Dezember 2005 die WM 2005 in Bormio und die Olympischen Spiele 2006 in Turin.

Mitfühlende Worte gab es auch von Eiskunstlauf-Olympiasieger Evan Lysacek, der im Dezember aufgrund von Hüftproblemen seinen Sotschi-Start ebenfalls absagen musste. „Ich weiß, wie hart du gearbeitet hast, um zurückzukommen und wie viel es dir bedeutet hat, in Sotschi zu starten. Aber du wirst weiterhin für so viele, mich eingenommen, eine Inspiration bleiben.“

Vonn hatte sich nach ihrem schweren Sturz vor elf Monaten bei der Weltmeisterschaft in Schladming im November einen weiteren Kreuzbandriss zugezogen. Dennoch wollte sie in Sotschi starten. Doch dieser Traum platzte am Dienstag endgültig. „Ich bin am Boden zerstört. (...) Ich habe alles, was ich kann, versucht, dass ich auch ohne Kreuzband irgendwie stark genug bin“, schrieb die viermalige Weltcup-Gesamtsiegerin auf ihrer Facebook-Seite. Durch das erneut gerissene Kreuzband aber sei ihr „Knie einfach zu instabil, um auf diesem Level antreten zu können“.

Der Verzicht der 29-jährigen Blondine schmerzt auch NBC. Der amerikanische TV-Gigant hatte bis zuletzt auf ein Vonn-Wunder gehofft. Die Freundin von Golfstar Tiger Woods hätte gute Einschaltquoten garantiert - obwohl die Rennen mit einem Zeitunterschied von acht Stunden zur US-Ostküste nicht zur Prime Time stattfinden werden.

Die lustigsten Zitate der Sportwelt 2013

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„Lindsey verschafft uns schon einigen Werbewert und eine gute Story. Aber es gibt einige interessante Athleten in Sotschi“, sprach sich der Präsident von NBC Sports, Gary Zenkel, selber Mut zu. „Vonns Abwesenheit beraubt die Spiele eines der bedeutendsten US-Stars. Nur Snowboarder Shawn White kommt annähernd an Vonns Celebrity-Status heran“, schrieb hingegen die Sports Illustrated.

Bill Marolt, Präsident des US Ski- und Snowboard-Verbandes, versprühte jedenfalls umgehend die typisch amerikanische Stehauf-Mentalität. „Auch wenn Lindsey nicht in Sotschi sein wird, haben wir immer noch ein starkes Team, das gut auf die Herausforderung vorbereitet ist“, betonte Marolt. Er verwies unter anderem auf Alpin-Routinier Julia Mancuso, die bereits drei Olympiamedaillen gewonnen habe.

Vonn will sich demnächst einer weiteren Kreuzband-Operation unterziehen. Ihr nächstes Ziel sind die Weltmeisterschaften 2015 auf ihrem Hausberg in Vail/Colorado. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Lindsey in der nächsten Weltcup-Saison in den Startlöchern stehen und bereit sein wird“, sagt Marolt.

dpa

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