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Wie bei Löw: Eishockey-Team stellt T-Frage

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Uwe Krupp will sich nicht festlegen © Getty

Köln - Joachim Löw lässt grüßen. Auch für das Eishockey- Nationalteam stellt sich bei der Weltmeisterschaft die T-Frage.

Doch im Gegensatz zum Fußball-Bundestrainer will sich Amtskollege Uwe Krupp auch mitten im Turnier nicht auf einen Stamm-Torwart festlegen. “Dieses Jahr haben wir keine echte Nummer eins. Die sind alle Drei auf hohem Niveau“, erklärte der Coach vor dem zweiten WM-Gruppenspiel gegen Finnland am Montag.

Manuel Neuer, Tim Wiese und Hans-Jörg Butt heißen bei der Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) Dennis Endras, Dimitrij Kotschnew und Rob Zepp. Der Augsburger Endras durfte im berauschenden Eröffnungsspiel ran, rettete den 2:1-Sieg gegen die USA und ist nun die Nummer 1a. Eine Einsatz-Garantie allerdings ist das noch lange nicht. Den Platz im Tor gegen die Finnen überließ Krupp dem Berliner Zepp.

“Im Eishockey ist das ein bisschen anders. Da bekommen ja auch im Verein beide Leute ihre Spiele“, meinte Kotschnew. Der gebürtige Kasache hat allerdings bislang das härteste Los. Der Keeper von Spartak Moskau, der zuvor in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) für Iserlohn und Nürnberg auflief, muss wohl auch beim letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Dänemark (20.15 Uhr/Sport 1) zuschauen. Dann darf wieder Endras ran.

“Der Bundestrainer entscheidet. Er hat auch im ersten Spiel richtig entschieden, also gibt es keinen Grund, daran zu zweifeln“, beteuerte Kotschnew. Doch bei aller demonstrativen Gelassenheit zählt auch in diesem Torwart-Dreikampf nur eins: “Klar will jeder spielen. Bei der Heim-WM zu spielen, ist ein Sahnehäubchen, logisch“, sagte Endras. Schließlich ist die WM-Bühne auch ein Schaufenster, in dem sich jeder für größere Vereine und bessere Verträge empfehlen kann.

Mit seinen Paraden beim Weltrekord-Auftakt “Auf Schalke“ machte sich Endras vor einem Millionen-Publikum am TV einen Namen. Zuvor hatte der 24-Jährige schon die Augsburger Panther als Außenseiter bis ins DEL-Finale geführt. “Ich kann es selbst nicht ganz glauben. Die letzten zwei Jahre waren einfach unbeschreiblich“, schwärmte der Sonthofener.

Schon kommen die ersten Fragen nach einem möglichen Sprung nach Nordamerika. “Die NHL, das ist eher sowas wie ein Traum. Wenn ich mal die Chance bekommen würde, wäre das super“, sagte Endras.

Der gebürtige Kanadier Zepp hingegen ist von Nordamerika den Weg nach Deutschland gegangen. Vor der WM galt er als klare Nummer drei, nun sind die Karten neu gemischt. “Ich fühle mich gehrt“, bedankte sich der 28-Jährige für das Vertrauen des Bundestrainers - und gestand prompt eine Schwäche ein. Den Text der deutschen Nationalhymne habe er sich zwar vor dem Turnier ausgedruckt, mitsingen aber kann der Mann von den Eisbären Berlin noch nicht. “Das ist mir ein bisschen peinlich.“

dpa

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