Große Emotionen auf Schalke

Neuner singt bei ihrer Abschiedsparty

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Magdalena Neuner singt bei ihrer Abschiedsparty

Gelsenkirchen - Magdalena Neuner hat in der Schalker Arena eine riesige Abschiedsparty gefeiert. Die Rekordweltmeisterin sorgte für große Emotionen und stellte sogar ihr Talent als Sängerin unter Beweis.

Magdalena Neuner seilte sich zu James-Bond-Musik von der Arena-Decke ab, kämpfte nach ihrem allerletzten Rennen mit den Tränen und sang mit 50.000 begeisterten Fans „Tage wie diese“. Auf ihrer riesigen Abschiedsparty sorgte „Gold-Lena“ höchstpersönlich für die emotionalen Höhepunkte. Und die Biathlon-Rekordweltmeisterin war noch lange nach dem Schlusspunkt ihrer unvergleichlichen Karriere gerührt: „Es war toll, einfach genial. Das war mein Tag. Es war ein perfekter Abschluss.“

Dass die erfolgsverwöhnte zweimalige Olympiasiegerin aus Wallgau bei ihrem letzten Auftritt im Rahmen der 11. World Team Challenge in der Schalker Arena nicht gewann, blieb eine Randnotiz. „Es ging nicht darum, Erste oder Letzte zu werden. Es war noch schöner, als ich im Vorfeld geglaubt habe. 50.000 Fans ist der Hammer, das war Gänsehaut pur. Das kann man schwer übertreffen, die ganze Halle hat gebebt“, sagte die 25-Jährige.

Vor allem sie selbst hatte dafür gesorgt. Am Ende der Magdalena-Neuner-Show griff die Hauptdarstellerin zum Mikrofon und schmetterte auf den Schultern ihrer langjährigen Weggefährten den Toten-Hosen-Hit.

Schon im Massenstart-Rennen, das sie hinter der Italienerin Dorothea Wierer als Zweite beendete, hatten die Zuschauer die zwölfmalige Weltmeisterin auf jeder Runde frenetisch gefeiert. Immer wieder kreiste minutenlang La Ola durch die Arena. Neuner genoss jeden Augenblick. Aus ihrer Heimat waren Familie und Freunde mit einem Sonderbus angereist, nach dem Rennen verabschiedete sich Neuner mit ihnen in eine lange Partynacht.

Lena macht Schluss! Die größten Erfolge von Biathletin Neuner

13. Januar 2006: Erstes Weltcuprennen im Alter von 18 Jahren. Neuner belegt Platz 41 im Sprint in Ruhpolding. Update 30. März: Lena Neuner hat ihren Seppi Holzer geheiratet. Hier die Infos. © getty
5. Januar 2007: Erster Weltcupsieg. Beim Sprint in Oberhof gewinnt Neuner vor Andrea Henkel und Martina Glagow. © getty
3. Februar 2007: Erster WM-Titel im ersten WM-Rennen. Neuner gewinnt im Sprint im italienischen Antholz hauchdünn mit 2,3 Sekunden Vorsprung auf die Schwedin Anna Carin Olofsson die Goldmedaille. © getty
4. Februar 2007: Zweiter WM-Titel in der Verfolgung. © getty
11. Februar 2007: Zusammen mit Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Martina Glagow die Staffel-Goldmedaille und wird zur erfolgreichsten Athletin der Titelkämpfe in Italien. © getty
22. Dezember 2007: Wahl zur Sportlerin des Jahres. © getty
12. Februar 2008: WM-Gold in der Mixedstaffel bei den Titelkämpfen im schwedischen Östersund an der Seite von Sabrina Buchholz, Andreas Birnbacher und Michael Greis. © getty
16. Februar 2008: Fünfter WM-Titel für Neuner mit dem Sieg im Massenstart. © getty
17. Februar 2008: Gold Nummer sechs in der Staffel zusammen mit Andrea Henkel, Martina Glagow und Kati Wilhelm. © getty
28. Februar 2008: Neuner feiert ihren 10. Weltcupsieg. Im südkoreanischen Pyeongchang gewinnt die Wallgauerin den Sprint. © getty
9. März 2008: Neuner gewinnt mit Platz zwei im russischen Chanty Mansijsk vorzeitig die Weltcup-Wertung im Massenstart und damit ihre erste kleine Kristallkugel. © getty
13. Marz 2008: Neuner sichert sich auch die kleine Kristallkugel im Sprint. © getty
15. März 2008: Mit Platz sieben in der Verfolgung übernimmt Neuner erstmals in ihrer Karriere das Gelbe Trikot der Gesamtweltcupführenden. © getty
16. März 2008: Neuner reicht Platz neun, um erstmals den Gesamtweltcup zu gewinnen. © getty
11. März 2009: Neuner sichert sich mit Platz vier die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Einzel-Gesamwertung. © getty
13. Februar 2010: Neuner verpasst in ihrem ersten olympischen Rennen nur um 1,5 Sekunden die Goldmedaille. Hinter der Slowakin Anastasija Kuzmina gewinnt sie in Vancouver Silber im Sprint. © getty
16. Februar 2010: Erste Goldmedaille bei Olympia. Neuner gewinnt in Kanada das Verfolgungsrennen. © getty
21. Februar 2010: Olympisches Gold auch im Massenstart für Neuner. © getty
14. März 2010: Mit Platz zwei in Kontiolathi sichert sich Neuner den Verfolger-Weltcup und macht damit ihre Sammlung aller Kristallkugeln perfekt. © getty
27. März 2010: Neuner gewinnt den Massenstart in Chanty Mansijsk und holt sich als erste deutsche Biathletin zum zweiten Mal den Gesamtweltcup. © getty
28. März 2010: Zusammen mit Simone Hauswald, Simon Schempp und Arnd Peiffer gewinnt Neuner ihrer siebte WM-Goldmedaille in der in Sibirien ausgetragenen Mixed-Staffel. © getty
18. Dezember 2010: Mit dem Sieg im Sprint im slowenischen Pokljuka feiert Neuner ihren 20. Weltcupsieg. © getty
5. März 2011: Achter WM-Titel für Neuner. Sie gewinnt im russischen Chanty Mansijsk den Sprint. © getty
12. März 2011: Mit dem Sieg im Massenstart holte Neuner Nummer neun. © getty
13. März 2011: Als Schlussläuferin führte Neuner die deutsche Frauenstaffel mit Andrea Henkel, Miriam Gössner und Tina Bachmann zum WM-Sieg und krönt sich mit ihrer zehnten Goldmedaille (plus dreimal Silber) zur Rekordweltmeisterin. © getty
17. März 2011: Neuner gewinnt in Oslo den Sprint und holt sich die kleine Kristallkugel. © getty
3. Dezember 2011: Beim Saisonauftakt im schwedischen Östersund feiert Neuner mit dem Sieg im Sprint ihren 25. Weltcupsieg und legt den besten Saisonstart ihrer Karriere hin. © getty
6. Dezember 2011: Auf ihrer Homepage kündigt Magdalena Neuner ihren Rücktritt zum Ende der Saison an. © getty
18. Dezember 2011: Magdalena Neuner wird in Baden-Baden zum zweiten Mal nach 2007 zur Sportlerin des Jahres gewählt. © getty
1. März 2012: Mit der Mixed-Staffel zur Eröffnung der Biathlon-WM in Ruhpodling ergattert Neuner (2 v. li.) die Bronzemedaille. © dpa
3. März 2012: Mit einer fehlerfreien Leistung im Sprint sichert sich die Rekordweltmeisterin Gold-Medaille Nummer elf. © dpa
4. März 2012: Im Verfolgungsrennen reicht es "nur" zu Platz zwei. Ihre vierte Silbermedaille bei Weltmeisterschaften. © dpa
11. März 2012: Beim letzten Rennen der Heim-WM in Ruhpolding hat Neuner (2 v. li.) einen rabenschwarzen Tag erwischt. Die Staffelkolleginnen Tina Bachmann (l-r), Miriam Gössner und Andrea Henkel reißen die Kohlen aus dem Feuer und Neuner bekommt die zwölfte und letzte WM-Goldmedaille ihrer großen Karriere umgehängt.   © dpa
16. März 2012: Beim Weltcup-Finale in Chanty-Mansijsk feiert Neuner ihren 10. Saisonsieg, den insgesamt 34. ihrer Laufbahn. Natürlich im Sprint. © dpa
17. März 2012: Neuner macht mit Platz vier im Verfolgungsrennen ihren dritten Gewinn des Gesamtweltcups vorzeitig perfekt. © dpa
18. März 2012: Der Massenstart ist ihr letztes Rennen, nach Platz sechs stieg die große Abschiedsparty. © dpa

Zuvor stellte sie aber erneut klar, dass es ein Comeback nicht geben wird: „Ich habe mit dem Biathlon abgeschlossen und damit meinen Frieden gefunden. Ich habe viel erreicht, das wird mir nie jemand wegnehmen können.“ Die WM im Februar in Nove Mesto wird sie vor dem Fernseher verfolgen, beim Heim-Weltcup in Ruhpolding wird Neuner aber an die Strecke kommen. „Biathlon wird immer ein Teil meines Lebens bleiben“, sagte Neuner, die aufgrund ihrer Erfolge die goldene Ehrennadel des Deutschen Skiverbandes (DSV) erhielt.

Ihre spektakuläre Abseilaktion hatte sie vorher geübt. „Einer kam auf die Idee, dass ich mich vom Dach abseilen soll. Da war mir erst etwas mulmig, weil ich Höhenangst habe“, sagte die Biathlon-Rentnerin.

Angesichts des Rummels um Neuner ging die Abschiedsvorstellung des dreimaligen Olympiasiegers Michael Greis ein wenig unter. Der 36-Jährige aus Nesselwang belegte im mit 156.000 Euro dotierten Mixed-Staffelwettbewerb nach Massenstart und Verfolgung mit Partnerin Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) den sechsten Platz unter zehn Teams. „Ich habe mich riesig gefreut, dass ich dabei sein durfte. Die Atmosphäre war ein Highlight“, sagte Greis, der Anfang Dezember seinen Rücktritt erklärt hatte: „Es war eine super Zeit, die will ich nicht missen.“

Die Siegprämie von 28.000 Euro sicherte sich bei der Skiparty im Ruhrgebiet das russische Duo Jekaterina Jurlowa/Anton Schipulin vor Marie Dorin Habert/Martin Fourcade aus Frankreich. Als bestes deutsches Team landeten Andrea Henkel/Andreas Birnbacher (Großbreitenbach/Schleching) auf Platz vier hinter Fanny Welle-Strand Horn/Lars Helge Birkeland (Norwegen).

„Nach dem Rückstand aus dem Massenstart war nicht mehr drin“, sagte Birnbacher. Das deutsche Nachwuchsteam Laura Dahlmeier/Niklas Homberg (Partenkirchen/Berchtesgaden) belegte Rang neun.

sid

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