Ex-Biathletin im tz-Interview

Neuner: "Wir müssen den Fans dankbar sein"

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Neuner (2012 in Ruhpolding): „Diesen Enthusiasmus muss man wertschätzen“.

München - Im Interview mit der tz spricht Ex-Biathlon-Star Magdalena Neuner über den Weltcup in Ruhpolding, ihr Debüt, die Morddrohung und den DSV.

Zweimal olympisches Gold, zwölf WM-Titel, drei Gesamtweltcupsiege, 47 Weltcupsiege – und dann trat Magdalena Neuner 2012 zurück. Ihr letztes Highlight war die Heim-WM in Ruhpolding. Mittlerweile ist die 27-Jährige Mutter der sieben Monate alten Tochter Verena. Als die tz sie am Telefon erreicht, sitzt sie mit Vreni zu Hause in der Sonne auf der Terrasse.

Frau Neuner, Sie kommen am Samstag nach Ruhpolding. Laut DSV-Spordirektorin Karin Orgeldinger soll es ein zweites Treffen geben.

Magdalena Neuner: Nein, ein offizielles Gespräch gibt es nicht. Ich war selbst überrascht und habe bei Frau Orgeldinger nachgefragt, ob Bedarf besteht. Aber das ist nicht der Fall, wir werden uns auf einen Kaffee zusammensetzen, wenn es sich ausgeht. Wir haben im Herbst ein langes Gespräch geführt, da habe ich meine Ansicht dargelegt. Vieles ist seitdem auf einem guten Weg.

Laura Dahlmeier durfte aus eigenem Antrieb auf einen Start in Oberhof verzichten.

Magdalena Neuner: Ich finde es positiv, dass Sportler mittlerweile so viel Mitspracherecht haben. In Sotschi beispielsweise musste Franzi Preuss im Einzel starten, obwohl sie nicht wollte.

Ihre frühere Zimmerkollegin Miri Gössner musste zuletzt im IBU-Cup antreten. Die richtige Entscheidung?

Magdalena Neuner: Das war der richtige Schritt. Auch, dass sie in Ruhpolding nicht startet, finde ich gut. Nicht, weil ich Miri den Weltcup nicht gönne, sondern weil es im IBU-Cup einfacher ist für den Kopf. Sie ist aus der Schusslinie. Wenn sie im Fokus steht, wird ihr in jedem Interview ihr Unfall unter die Nase gerieben, sie soll das aber endlich vergessen dürfen.

Sie haben Ihr Weltcupdebüt 2006 in Ruhpolding gefeiert. Können Sie sich noch erinnern?

Magdalena Neuner: Ich glaube ich war 48.

Sie waren 41.

Magdalena Neuner: Da habe ich mich gleich schlechter gemacht, aber das liegt wohl am Verlauf meines Debüts. Kurz nach dem Start, oben am Omega, bin ich gestürzt. Das Schießen habe ich total verhauen und vor dem Ziel lag ich ein zweites Mal auf dem Boden. Ich bin heulend im Ziel gestanden und dachte, das kann doch nicht wahr sein.

Der damalige Cheftrainer Uwe Müßiggang wollte Sie bereits zwei Jahre vorher debütieren lassen.

Magdalena Neuner: Ich wollte das nicht, zum Glück haben mich mein Trainingsumfeld und meine Eltern darin unterstützt. Ich war 16, frisch im Europacup und hatte fünf paar Ski. Plötzlich kam der Anruf von Uwe, aber das wäre zu früh gewesen.

Franzi Preuss, Laura Dahlmeier und Vanessa Hinz sind 20, 21 und 22. Muss man sie noch in Schutz nehmen?

Magdalena Neuner: 18 oder 21, das ist auf jeden Fall ein Unterschied. Aber man muss das individuell betrachten. Ich war mit 19 Weltmeisterin, da entwickelt man sich schnell. Aber generell würde ich sagen, dass die Mädels reif genug sind.

Also auch reif für Ruhpolding?

Magdalena Neuner.

Magdalena Neuner: Ja, auch wenn die Situation dort immer sehr speziell ist. Die Fans sind verrückt, viele stehen Stunden vor dem Startschuss auf der Tribüne, um die besten Plätze zu bekommen. Ich habe mich immer gefragt, wann die mal auf die Toilette gehen? Im Nachhinein ist mir klar geworden, wie dankbar wir Athleten diesen Menschen sein müssen, diesen Enthusiasmus muss man wertschätzen.

Die WM 2012, war das Ihr Ruhpolding-Highlight?

Magdalena Neuner: Klar, seine letzte WM zu Hause unter den Augen von vielen Freunden und der Familie zu haben, das war toll.

Leider gab es auch eine Negativerfahrung. Es gab eine Morddrohung gegen Sie.

Magdalena Neuner: Interessanterweise habe ich erst vor ein paar Tagen daran gedacht, weil ich Kontakt mit dem Polizisten hatte, der mir als Personenschützer zugeteilt war.

Wie kam’s?

Magdalena Neuner: Aus keinem speziellen Grund, keine Sorge. Er hat meine Nummer und hat gefragt, ob wir uns kurz treffen, wenn ich nach Ruhpolding komme. Die Drohungen sind auch kein Stressthema mehr bei mir, damit habe ich abgeschlossen. Wenn ich daran zurückdenke, bin ich allerdings schon überrascht, wie cool ich mit der Situation umgegangen bin. Aber ich war innerlich wohl ein bisschen trotzig, weil ich mir davon die viele Arbeit im Vorfeld nicht kaputt machen lassen wollte.

Interview: Mathias Müller

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