Olympiasiegerin Neuner: "Alles ist perfekt"

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Für Magdalena Neuner läuft derzeit alles perfekt.

Wallgau - Magdalena Neuner hat alles gewonnen, was man im Biathlon gewinnen kann. Nicht nur deshalb ist sie mit sich und ihrem Leben hochzufrieden. Auch familiär und in der Liebe läuft alles rund.

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Glücklicher? Nein, noch glücklicher könne sie momentan nicht sein, sagt Magdalena Neuner. Mit gerade mal 24 Jahren ist der deutsche Biathlon-Superstar mit sich und der Welt im Einklang. “Ich bin ein total glücklicher und zufriedener Mensch, weil alles perfekt ist, so wie ich mir das vorstelle“, erzählte die Wallgauerin in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Dass das keine leichtfertig daher gesagten Phrasen sind, sieht man ihr förmlich an: Neuner strahlt pure Lebensfreude, Zufriedenheit und eine innere Ruhe aus, die man in ihrem Alter nicht unbedingt erwarten würde.

Nicht allein ihr schon seit vier Jahren andauernder sportlicher Erfolg ist verantwortlich dafür, dass die Rekord-Weltmeisterin wie auf Wolke sieben zu schweben scheint. Es stimme derzeit einfach alles. “Das ist eine Kombination aus vielem. Das ist das Umfeld, die Familie, mein Partner, die Freunde, das Daheim sein“, sagt Neuner und sieht in diesen Gesamtpaket die Quelle ihrer Kraft.

Um nach ihrer überragenden Leistung bei der diesjährigen WM im sibirischen Chanty-Mansijsk mit dreimal Gold und zweimal Silber ihre Akkus wieder aufzutanken, erholte sich Magdalena Neuner mit ihrem Freund Josef im April auf Mauritius. “Das war sehr schön. Seitdem bin ich wieder im Training und es läuft bisher gut, ich bin gesund und ich hoffe, dass es so bleibt.“

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

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Magdalena Neuner wurde am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Die Oberbayerin wuchs in Wallgau auf. © Jantz
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Sie ist bekennende Bairisch-Sprecherin ... © dpa
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... und pflegt die Tradition. © dpa
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Sie ist bei der Bundeszollverwaltung als Zollhauptwachtmeisterin angestellt. Bereits in Jugendwettbewerben holte Lena Trophäe um Trophäe. Im Jahr 2004 war die damals 17-jährige (2.v.r.) noch merklich schüchtern, als sie mit dem deutschen Zoll-Team vom damaligen Finanzminister Hans Eichel empfangen wurde. © dpa
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Ihren großen Durchbruch feierte sie in der Saison 2006/2007. © dpa
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Am 5. Januar 2007 holte sie in Oberhof ihren ersten Weltcupsieg. © dpa
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Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Antholz (Italien) hatte sie dann ihren großen Auftritt und holte drei Goldmedaillen. © dpa
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Auch bei der WM 2008 in Östersund sammelte Lena dreimal Gold. © dpa
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... und obendrein in derselben Saison noch den Gesamtweltcup und zwei Einzelweltcups. © dpa
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Lena erklärte es bislang für ausgeschlossen, sich für den Playboy auszuziehen. © dpa
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Wieso auch? Sie ist angezogen ein größerer Blickfang als viele andere nackt. © dpa
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Zu ihren Hobbies zählt Stricken. © LANA GROSSA
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Ja, richtig gelesen: Stricken! © LANA GROSSA
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Außerdem hört sie gerne Musik. Mit hartem Rock bringt sich Lena auf Betriebstemperatur für Wettkämpfe. In einem Tagesspiegel-Interview gestand sie, sich früher mit der Metal-Band System Of A Down aufgeputscht zu haben. © dpa
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Auch Robbie Williams und Chris Martin schallen ihr des öfteren durch die Ohren. © LANA GROSSA
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Lena ist äußerst schlagfertig und kann so auch mal einen Thomas Gottschalk ins Stocken bringen. © dpa
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Die süße Oberbayerin kann aber auch mal schimpfen. Hobby-Lippenleser dürfen hier mal an einer einfachen Aufgabe üben. © dpa
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"Ich glaub, mich knutscht eine Lena" - Die Biathletin dreht bei diesem Elch das Spiel um. © dpa
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In ihrer Heimat Wallgau trägt man sie auf Händen. © dpa
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Und auch die WM-Maskottchen 2007 namens "Bumsi" ließen sie hoch leben. © dpa
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Lena mit Hund Rocky © dpa
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Miss Neuner mit ihrer "Sportlerin des Jahres 2007"-Trophäe. © dpa
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Sie muss eine große Vitrine haben. © dpa
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Auch beim harten Training hat sie immer ein Lächeln übrig. © dpa
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Lena (r.) posiert mit den Alpin-Skifahrerinnen Maria Riesch (v-l), Kathrin Hölzl und Monika Bergmann-Schmudere vor der Allianz Arena. © dpa
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Ist echt! Lena macht die Probe aufs Exempel. © dpa
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Im Dezember 2011 kündigte Neuner ihr Karriereende für Frühjahr 2012 an. Sie wolle sich neu orientieren und mal etwas anderes ausprobieren, erklärte die Biathletin. © dpa

Im Sommer arbeitete sie viel mit ihrer Heilpraktikerin, genoss die Zeit bei ihrer Familie, gönnte sich vermehrt Freiräume. Gewisse Freiräume hat sie in diesem Jahr auch im Training. Sie trainiert fast ausschließlich zu Hause mit ihrem Heimtrainer Bernhard Kröll, stößt erst zum Weltcupauftakt in Östersund in Absprache mit den Cheftrainern zur Mannschaft. “Ich bin einfach mehr in Wallgau gewesen, habe ein bisschen mehr Normalität genossen und das war auch positiv fürs Training“, sagt Neuner.

Dabei sind die Bedingungen auf einem Truppenübungsplatz bei Mittenwald alles andere als weltmeisterlich. Kröll hat immer zwei Autobatterien im Transporter, an die er die Stromkabel für die Schießanlage anschließt. Ohne Strom müsste er die Scheiben mit Seilen betätigen. Eine kleine Umkleidekabine gibt es auch erst seit geraumer Zeit, dazu ein Dixie-Klo. Auf der Skiroller-Strecke dürfen Neuner & Co. keine Sekunde unachtsam sein, denn immer mal wieder rauschen Armee- oder Forstfahrzeuge und Pkw vorbei. Dafür entschädigen die Berge im Hintergrund als malerische Kulisse.

“Das reicht völlig aus. Denn meine Trainingsgruppe und mein Coach, das passt alles super zusammen“, erklärt die 24-Jährige. Anna Neuner trainiert auch mit und schwärmt für ihre große Schwester. “Lena ist die beste Schwester, die man sich wünschen kann“, sagt die 17-Jährige und bestätigt das, was man als Außenstehender gut beobachten kann: Magdalena Neuner will keine Sonderbehandlung. Sie ist bodenständig, sehr heimat- und familienverbunden, sieht sich als Teil des Teams und nicht als Superstar.

Das Feuer brennt noch

Zwei Olympiasiege, zehn Weltmeistertitel, zwei Gesamtweltcupsiege und die erste deutsche Biathlon-Millionärin - eigentlich könnte Magdalena Neuner schon jetzt alle Fünfe grade sein lassen. “Ich weiß, was bei mir daheim in der Vitrine liegt. Im Grunde habe ich nichts mehr, was ich noch gewinnen muss. Deshalb habe ich auch keinen Druck und eine gewisse Lockerheit“, sagt die Bayerin.

Doch noch brennt das Feuer in ihr, vor allem die Freude auf die anstehende Heim-WM in Ruhpolding im März 2012 macht die Schufterei in der Vorbereitung erträglicher. “Das wird was ganz Besonderes. Ich möchte gerne zu Hause Weltmeisterin werden und die deutsche Hymne hören“, erklärt “Gold-Lena“ im Wissen um ihre eigene körperliche und mentale Stärke. Doch selbst wenn es nicht klappen sollte, will sie gelassen bleiben: “Dann werde ich mit Sicherheit nicht total fix und fertig heimfahren.“

dpa

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