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Manificat siegt in Lahti - Angerer Siebter

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Tobias Angerer © Getty

Lahti - Starke Form, großer Ärger - Tobias Angerer hat nach seiner Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen in der Doppelverfolgung beim Langlauf-Weltcup in Lahti einen Podiumsplatz verfehlt.

In seiner Paradedisziplin musste sich der Vachendorfer mit Rang sieben begnügen und war darüber richtig sauer. Den Sieg holte sich erstmals in seiner Laufbahn der Franzose Maurice Manificat. Bei den Damen hatte zuvor Evi Sachenbacher-Stehle mit Platz sechs überzeugt und dabei ihr zweitbestes Weltcup-Resultat in diesem Winter erzielt. Mit der dreimaligen Olympiasiegerin Marit Björgen, die ihren Siegeszug nun auch im Weltcup fortsetzte, konnte sie ebenso wenig mithalten wie Justyna Kowalczik (Polen), die nach Rang zwei aber als Weltcup-Gesamtsiegerin feststeht.

Die schrägsten Olympia-Outfits

Der Weltcup hatte aus deutscher Sicht mit einer Zitterpartie begonnen. Erst am Samstag gegen 05.30 Uhr war die gesamte Ausrüstung aus Kanada kommend in Lahti angekommen. “Da hatten die Techniker mal etwas mehr zu tun. Dafür hatten sie am Freitag frei“, sagte Damen- Trainer Janko Neuber.

Nach Scherzen war Angerer nicht zumute. “Ich wollte auf das Podest, fühle mich gut. Auf der klassischen Distanz hat alles bestens geklappt, doch im Skating merkte ich schon bald, dass ich einen zu feinen Schliff gewählt hatte“, berichtete Angerer. So musste er vornehmlich bei Abfahrten “wie ein Wahnsinniger arbeiten“. Einen Grund dafür sah “Tobi“ in den fehlenden Skitests. “Wenn wir am Freitag trainiert hätten, wäre eine bessere Wahl sicher möglich gewesen, denn da bekommt man schon ein Gefühl für den richtigen Schliff“, erklärte Angerer.

Cuno Schreyl, der den diesmal fehlenden Bundestrainer Jochen Behle als verantwortlichen Trainer vertrat, hatte schon zuvor orakelt, dass es für Angerer nicht reichen könnte. Zumal der Bayer immer wieder extrem viel Führungsarbeit geleistet hatte. Dafür war der Coach glücklich über die jungen Athleten im Team. Tim Tscharnke (Bieberau) wurde 16., Hannes Dotzler (Sonthofen) 26. und Philipp Marschall vom Rhöner SV kam als 30. ins Ziel. Damit darf Deutschland in der kommenden Saison sechs permanente Weltcup-Starter stellen.

“Ich bin in der Nacht ein paar Mal wach geworden und habe gedacht: Na, geht heute überhaupt etwas?“, erzählte Evi Sachenbacher-Stehle in Bezug auf die fehlende Ausrüstung. Dann lief sie ein sehr beherztes Rennen und wurde ihrem Ruf als “Läuferin des Saisonendes“ wieder einmal gerecht. “Es ist wirklich so: Ich fühle mich immer besser und es macht mir richtig Spaß“, sagte die Team-Sprint-Olympiasiegerin.

Sie erhielt viel Lob von Neuber, der aber auch mit Nicole Fessel (Oberstdorf) und Miriam Gössner (Garmisch) zufrieden war. “Nicole hat als 16. das beste Weltcup-Resultat in einem Distanzrennen bei Teilnahme der kompletten Weltspitze erreicht“, sagte Neuber. Gössner schaffte Rang 26, obwohl sie erstmals in einem Wettbewerb 7,5 Kilometer lang in der klassischen Technik unterwegs war. Diese hatte die gelernte Biathletin als 34. beendet, sich dann aber im freien Stil noch weit nach vorn gearbeitet.

dpa

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