Hirscher: "Ich bin gewappnet und bereit"

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Der österreichische Skirennläufer Marcel Hirscher

München - Marcel Hirscher saß nach dem Slalom am Olympiaberg luftig in T-Shirt und mit Cap am Podium und beantwortete Fragen. Dabei müsste sich das Ski-Ass eigentlich warm anziehen.

Marcel Hirscher saß nach dem Slalom am Olympiaberg luftig in T-Shirt und mit Cap am Podium und beantwortete Fragen. Man merkte ihm an, dass er dieses Ritual nach seiner Finalniederlage gegen Felix Neureuther möglichst schnell hinter sich bringen wollte.

Neureuther hingegen, der große Sieger des Abends, war dick eingepackt. Über seinem Kapuzenpullover trug er eine Daunenjacke, die ihn auch bei Minustemperaturen in den Bergen warm halten würde. Seine Mütze hatte er über den schwitzigen Haaren tief ins Gesicht gezogen. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, weil er sich am Morgen leicht grippig fühlte.

Dabei ist es eigentlich Hirscher, der sich warm anziehen muss, denn: Neureuther sitzt ihm im Kampf um die Slalom-Weltcup-Kugel schwer im Nacken. Durch die 100 Punkte aus München liegt der 28-Jährige (296) nur noch 24 Zähler hinter Hirscher (320), dem Gesamtweltcupsieger des vergangenen Jahres. „Mein Sieg war mir wichtig, sonst wäre Marcel in Madonna und in München schneller gewesen als ich. Jetzt hat er einen kleinen Dämpfer erhalten“, sagte Neureuther, der in der tz erst kürzlich von seinem Traum des Gesamtsieges im Slalom-Weltcup erzählte. Vor den nächsten Rennen in Zagreb am Sonntag, Adelboden (13. Januar) und am 20. Januar in Wengen scheint dieser Traum zum Greifen nahe. Österreichs Hirscher ist ein harter Brocken, aber Neureuther überzeugt derzeit mit Konstanz, die verblüfft.

Olympiaberg: Schweini und 17.000 weitere Fans feiern Neureuther

Rund 17.000 Fans am Olympiaberg und Millionen vor den Fernsehern haben den Parallelslalom am Münchner Olympiaberg verfolgt. Felix Neureuther gewann das Herrenrennen, Veronika Velez Zuzulova das der Damen. Hier sehen Sie die Bilder © dpa
Bastian Schweinsteiger drückt Felix Neureuther © dpa
Hier sehen Sie weitere Bilder vom Ski-Event am Olympiaberg © dpa
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„Ich habe viel aus der Vergangenheit gelernt und bin bereit für die kommenden Aufgaben. Der Sieg in München tut mir gut, weil es zeigt, dass ich gewappnet bin“, sagte Neureuther. Männercheftrainer Charly Waibel konnte seine Freude am Olympiaberg kaum im Zaum halten. Für ihn ist die neue Einstellung das Erfolgsgeheimnis. „Felix kann seinen Speed jetzt kontrollieren“, so Waibel. Genau darin lag in seiner bisherigen Karriere der Hund begraben. Dass er schnell sein kann, bewies er früh. 2005 gewann er mit der Mannschaft WM-Gold – allerdings blieb das bis heute seine einzige Medaille bei einem Großereignis. Mittlerweile scheint der Partenkirchener gereift zu sein. Er bringt die nötige Lockerheit mit, um auf den Punkt seine Leistung abzurufen. Und das meist nicht einmal mit 100 Prozent Einsatz, er selbst sieht nach den Rennen oft noch Luft nach oben, „um mal richtig einen rauszuhauen“. Ein Psychologe würde die momentane Situation vielleicht wie folgt umschreiben: Er ist ein vollkommener Fahrer, der nicht zwischen zahllosen Ängsten und Komplexen geteilt ist und sich derzeit perfekt selbstverwirklicht. Neureuther bringt’s etwas volksnäher auf den Punkt: „Wenn’s um die Wurscht geht, weiß ich, dass ich dabei bin.“

Mathias Müller

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