Olympiasieger gratuliert zum Rekordsieg:

Wasmeier: "Felix, das ist der Hammer!"

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Markus Wasmeier (l.) freut sich für Felix Neureuther.

München - Felix Neureuther löst mit seinem zehnten Weltcupsieg Markus Wasmeier als besten Deutschen ab. Der wiederum gratuliert Neureuther im tz-Interview und lobt den diesmal zweitplatzierten Fritz Dopfer.

Felix Neureuther nahm eine Champagnerdusche, dann sprang er in die Jogginghose und hüpfte ins ­Auto: Ab nach Hause! Drei Tage kann er das Gefühl des Sieges von Madonna auskosten, am 26. Dezember sitzt er wieder im Auto. Ab zum Training… „Das ist für mich gewaltig. Ich habe ehrlich gesagt nicht gedacht, dass das bis Weihnachten schon so funktioniert“, sagte Neureuther nach seinem zehnten Weltcupsieg, mit dem er Markus Wasmeier als besten Deutschen ablöst. Der wiederum gratuliert Neureuther im tz-Interview und lobt den diesmal zweitplatzierten Fritz Dopfer:

Herr Wasmeier, was sagen Sie zu Felix?

Markus Wasmeier: Das ist einfach der Hammer! Nicht nur der Sieg, sondern auch die Souveränität, mit der er gefahren ist. Das ist eine super Geschichte!

Felix hat Sie als besten deutschen Weltcupstarter abgelöst…

Markus Wasmeier:  …und dazu gratuliere ich ihm! Das ist super. Und es war ja nicht einfach in Madonna, das musst du erst mal packen: Du stehst da als letzter Fahrer oben, die Piste ist auch nicht mehr so gut, du hast den Druck, dazu die Situation mit dem wenigen Training – das hat er alles gemeistert.

Und dahinter hat Fritz Dopfer mit dem zweiten Platz für einen Doppelsieg gesorgt.

Markus Wasmeier: Ja, der Fritz hat ebenfalls eine tolle Entwicklung gemacht. Er ist früher etwas zu kontrolliert gefahren, oder hat öfters nur einen richtig schnellen Lauf runtergehauen. Das hat er weitgehend abgestellt, nur der zweite Durchgang beim Riesenslalom in Alta Badia war da ein kleiner Rückfall.

Auch dort hat Felix mit einem fünften Platz überzeugt. Und zwar auf einer brutal harten Piste, bei der man beim Zuschauen Angst um seinen Rücken hatte. Waren Sie überrascht, dass er nach diesem Rennen schon wieder so auf der Höhe war im Nachtslalom?

Markus Wasmeier: Nein, denn wir sind ja in engstem Kontakt. Sein Rücken hat das gut überstanden. Wenn ein Athlet am Start steht, dann gibt er alles – und bei Felix ist es eben so, dass er dann auch gewinnen kann, weil er trotz des wenigen Trainings so schnell ist.

Was hat ihn so stabil gemacht, dass er die gesundheitlichen Probleme ausblenden kann?

Felix und der ­drittplatzierte Schwede ­Byggmark feiern.

Markus Wasmeier: Er hat sich selbst zu einem eigenständigen Athleten geformt. Das war bei ihm ein extremer Lernprozess mit all den bekannten Begleiterscheinungen. Er weiß jetzt, was er will, er weiß, was er braucht, und er weiß, wie er das vereint. Er ist wegen seines Rückens fast ohne Training in die Saison gegangen und hatte trotzdem Erfolge. Es macht dich natürlich stark und psychisch stabil, wenn du weißt, dass du schnell bist. Er weiß auch, wie er trainieren muss – das geht ja über die eigentlichen Trainingsinhalte, die von den Trainern vorgegeben werden, hinaus: Ein selbstständiger Athlet spürt, wie er einen schnellen, runden Schwung hinkriegt und mit den Fliehkräften umgehen muss. Und das hat man ihm speziell im zweiten Durchgang angesehen. Wo die anderen die Ski brutal hingedrückt haben, konnte er noch rund ­fahren. Ein Genuss, ihm zuzuschauen. Ich glaub’ fast, der Hirscher überlegt schon, ob er jetzt nicht auch weniger macht…

Bei der WM ist Felix neben Hirscher der Favorit. Wird er die Form bis dahin halten können?

Markus Wasmeier: Jetzt ist erst mal Pause, und danach denkt er von Rennen zu Rennen. Amerika ist ein gutes Pflaster für ihn – das ist nicht wie bei einer Heim-WM, die ist immer die schwierigste, das hat er 2011 in Garmisch gelernt.

Dann hoffen wir, dass der Rücken bis dahin keine Probleme macht!

Markus Wasmeier: Er weiß ja, wie damit umzugehen ist. Nur sein Ehrgeiz könnte ein Problem sein, denn bis zur WM sind es ja noch ein paar Rennen…

Interview: Klaus Heydenreich

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