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„Absoluter Wahnsinn“: Neureuther und Wasmeier wüten über „Publicity-Show“ von Ski-Verbands-Chef

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Von: Vinzent Fischer

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Kritisieren FIS-Präsident Johan Eliasch scharf: Die Ex-Skirennfahrer Markus Wasmeier (links) und Felix Neureuther.
Kritisieren FIS-Präsident Johan Eliasch scharf: Die Ex-Skirennfahrer Markus Wasmeier (links) und Felix Neureuther. © Montage / Thomas Plettenberg (links) / Imago/Sven Simon (rechts)

Der internationale Skiverband FIS steht in der Kritik. Markus Wasmeier und Felix Neureuther lassen kein gutes Haar an Präsident Johan Eliasch.

Augsburg – Die Verantwortung des Sports in Bezug auf den Umweltschutz wird in den letzten Jahren immer hitziger diskutiert. Gerade der Skisport steht dabei zunehmend unter Druck. Durch die Auswirkungen des Klimawandels wird es immer aufwendiger, die Wettkämpfe abzuhalten. Die beiden Ex-Fahrer Markus Wasmeier (59) und Felix Neureuther (38) üben nun scharfe Kritik am internationalen Ski-Verband FIS.

Wintersport: Wasmeier wettert gegen FIS-Chef Eliasch – „Das ist der absolute Wahnsinn“

Für Wasmeier hat der FIS-Präsident Johan Eliasch kein Bewusstsein für die ökologischen Folgen des alpinen Skisports. „Seit Eliasch da ist, ist Chaos angesagt und es besteht die große Gefahr, dass das ganze Ding an die Wand gefahren wird. Ich glaube nicht, dass die in der FIS irgendeinen Gedanken an ökologische Dinge verschwenden. Sonst würden die ja solche Dinge nicht machen“, sagte Wasmeier der Augsburger Allgemeinen und bezog sich damit auf die am Samstag gescheiterten Pläne, die ersten Abfahrtsrennen der Saison schon am kommenden Wochenende in der Gegend ums Matterhorn zu fahren.

„Das ist der absolute Wahnsinn, nicht nur ökologisch, da auf dem Gletscher zu fahren. Es ist auch den Athleten gegenüber ein Irrsinn, die erste Abfahrt der Saison gleich auf fast 4000 Metern Höhe zu starten und dann auch noch eine Megadistanz zu fahren“, sagte Wasmeier. „Das wäre nur eine Publicity-Show des neuen FIS-Chefs Johan Eliasch. Allein, wie viele Hubschrauber nötig wären, das ganze Material da hochzufliegen. Es ist ein Irrsinn in der heutigen Zeit.“

Speed-Auftakt Ende Oktober: Skiweltverband sorgt für Kopfschütteln

Der zweifache Olympiasieger unterstellte dem Weltskiverband, „rein aus Marketinggründen“ zu handeln. Er befürchtet bei einem Rennen in Zermatt eine hohe Gefahr für die Athleten. „Auf dem Gletscher hast du, sobald es ein bisschen bewölkt ist, keine Sicht, keine Bäume als Referenz. Es ist nur weiß. Da können so bittere Stürze und Verletzungen passieren“, so der 59-Jährige.

Der Skiweltverband FIS hatte die Rennen abgesagt, weil Regen den unteren Teil der Strecke in einen zu schlechten Zustand versetzt hatte. In der Alpin-Szene hatte die Veranstaltung massive Kritik hervorgerufen. Vor allem der Termin – erstmals sollte der Speed-Auftakt Ende Oktober und damit einen Monat früher als sonst stattfinden – hatte vielerorts für Kopfschütteln gesorgt.

Auch Neureuther kritisiert FIS-Chef: „Schaut nur auf die Zahlen des Geldbeutels“

„Der Kalender ist so wie er ist nicht mehr zeitgemäß. Mit Rennen auf Gletschern habe ich kein Problem, es wird sich sowieso alles weiter nach oben verlagern, aber der Zeitpunkt ist halt zu früh“, sagte Ex-Skistar Felix Neureuther dem Münchner Merkur. FIS-Präsident Eliasch sehe „nur die Zahlen. Nicht die Zahlen der Erderwärmung, sondern die Zahlen des Geldbeutels. Er schaut darauf, mehr Gelder zu generieren, was mehr Rennen bedeutet, mehr Aufwand für die Athleten und mehr Verletzungen.“

Zuletzt hatte die Vergabe der asiatischen Winterspiele 2029 an Saudi-Arabien in der Wintersport-Welt für Aufruf gesorgt. Der Wettbewerb soll in der Planstadt Neom im Nordwesten des Landes stattfinden. In dem Gebiet ist aktuell noch eine trockene Wüstenlandschaft vorzufinden und es fällt praktisch kaum Regen. „Da kannst dich ja nicht mal mehr ärgern, weil es so absurd ist. Denen ist alles egal“, so Wasmeier. (vfi/dpa)

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