Neureuther sichert Olympia-Ticket

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Felix Neureuther nutzte seine Möglichkeit zum Olympia-Ticket.

Ennstal/Adelboden - Maria Riesch erlebte bei der Rückkehr an den Ort des ersten Weltcup-Siegs ein Wochenende mit vergebenen Chancen, Felix Neureuther nutzte seine Möglichkeit zum Olympia-Ticket.

“Jetzt ist das Thema endlich beiseite, das hat mich lange genug beschäftigt“, sagte er nach seinem zweiten Top-15- Ergebnis des Winters. Der Skirennfahrer aus Partenkirchen fuhr am Sonntag beim Slalom-Sieg von Julien Lizeroux in Adelboden auf Rang elf und qualifizierte damit sich als erster deutscher Alpin-Herr für Vancouver. Bei den Damen um Maria Riesch, die schon sechs Olympia-Starter sicher haben, präsentierte sich im österreichischen Haus im Ennstal die Amerikanerin Lindsey Vonn schon fünf Wochen vor der Eröffnungsfeier in Goldform. Drei Rennen, drei Siege, lautete die eindrucksvolle Bilanz der Doppel-Weltmeisterin. Riesch brachte sich nach dem Abfahrts-Podest vom Freitag um zwei weitere Stockerl-Plätze.

Neureuther war zu den Winterspielen in Turin noch ohne erfüllte Norm mitgenommen worden, nun gibt es um die Teilnahme des WM-Vierten keine Diskussion mehr. Der 25-Jährige kann die anstehenden Slaloms von Wengen, Kitzbühel, Schladming und Kranjska Gora zum Formaufbau für das Olympia-Projekt starten, das er am liebsten mit einer Medaille in Whistler beenden möchte. “Viele kleine Schritte, damit ich in Vancouver top bin“, sagte der glückliche Felix. “Das Wochenende war vielleicht nicht ganz nach unseren Wunschvorstellungen, aber wir können daraus trotzdem Einiges mitnehmen. Felix hat seine Olympia-Qualifikation geschafft, Maria hat am Freitag einen Podestplatz gefahren“, bilanzierte der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Und seiner Vorzeige-Fahrerin Riesch müsse man auch einmal einräumen, “dass sie ein Rennen daneben setzt“. Wichtiger war für ihn ohnehin, dass nun schon sieben seiner Sportler die Olympia-Quali haben, der eine oder andere könnte noch folgen.

Bei der Abfahrt am Freitag hatte Riesch sechs Jahre nach ihrem ersten Weltcupsieg an selber Stelle den dritten Rang belegt. Weitere Podestchancen ließ die Slalom-Weltmeisterin aus. Beim Super-G am Sonntag konnte sie auf Kurs Bestzeit nur knapp ein Aus vermeiden und wurde 24. Bei der wegen Nebels stark verkürzten Abfahrt am Samstag reichte es nur zu Platz sieben. “Das ist schade, aber auch kein Weltuntergang“, sagte die 25-Jährige, die am Dienstag beim Flutlichtslalom von Flachau zurückschlagen will. In der Weltcup-Gesamtwertung führt Vonn mit deutlichem Vorsprung von knapp 200 Punkten vor Riesch, die nach dem Triple der Amerikanerin neidlos deren Überlegenheit in den schnellen Disziplinen anerkennen musste. “Lindsey strotzt vor Selbstbewusstsein. Ich glaube, es ist wurscht, was für einen Ski sie fährt und was für Verhältnisse herrschen: Sie ist im Moment einfach unschlagbar“, sagte die Partenkirchenerin, die aber keineswegs resigniert. “Zum richtigen Zeitpunkt kommt das Glück dann wieder zurück.“

dpa

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