"Wir sind sowieso verrückt..."

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Peter Obernauer ist seit sechs jahren offizieller Rennchef in Kitzbühel.

München - Peter Obernauer (67) ist die Streif früher selbst runter gebrettert, jetzt hat er am Hahnenkamm das Sagen. Der gebürtige Kitzbüheler ist der offizielle Rennchef. Das tz-Interview vor den Rennen.

Herr Obernauer, wann gewinnt endlich wieder ein Kitzbüheler in Kitzbühel?

Peter Obernauer: Es sieht nicht gut aus. Der letzte Weltklassefahrer den wir hatten, war Hansi Hinterseer.

Den Sie selbst trainierten...

Obernauer: Nur zwei Jahre, entscheidend bei ihm war sein Vater, so fair muss ich sein. Dafür hab ich dem Franzi Klammer viel beigebracht. Den habe ich drei Jahre im Jugendkader betreut und ihm erklärt, wie wichtig Disziplin und Härte ist.

Sie sind früher selbst als Rennfahrer auf der Streif gefahren. Was hat sich verändert?

Obernauer: Es ist wie überall im Leben: Früher war es natürlicher und normaler. Die Show war nur eine nette Begleiterscheinung. Heute ist sie fast zur Basis geworden, damit man das Rennen vermarkten kann.

Heute bekommt der Hahnenkamm-Sieger 70 000 Euro. Wie viel war es vor 30 Jahren?

Obernauer: Der Schnellste bekam eine wunderschöne Trophäe, einen schönen Pullover und einen warmen Händedruck.

Heute werden 37 Kilometer Fangzaun aufgestellt...

Obernauer: Anders als früher, das hab' ich am eigenen Leib erfahren. Ich war 1962 in der Juniorenauswahl und durfte als Startnummer 113 mitfahren. Die Piste war katastrophal, und an der Ausfahrt vom Steilhang hab ich’s nicht mehr gepackt und bin in den Wald abgeflogen - Netze gab’s nicht. Das Rennen ging einfach weiter. Am Ende ham’s halt runtergeschaut, normal sind alle irgendwann wieder rausgekrochen.

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Gretchen Bleiler (USA, Snowboard) © AP
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Julia Mancuso (USA, Ski Alpin) © Getty
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Hilary Knight (USA, Eishockey) © AP
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Sie auch?

Obernauer: Ich war zwar schwer verletzt, bin aber noch selber auf die Piste zurück. Man kann ja auch mit einem gebrochenen Knöchel noch gehen. Dann hab ich aber gemerkt, dass es mir richtig schlecht geht. Die Bergrettung hat mich dann ins Krankenhaus gefahren, dort wurde ich eingegipst.

Wer die Streif bezwingen will, muss also ein Verrückter sein?

Obernauer: Wennst dich da obahaust, musst schon ein bissl ein Wahnsinniger sein. Aber wenn du den Speedsport betreibst, bist sowieso verrückt.

Was war das Kurioseste in Ihrer Hahnenkamm-Zeit?

Obernauer: Die Grätsche, die Kristian Ghedina in seinem letzten Rennen im Zielsprung 2006 gemacht hat. Da fährt der Kerl mit 145 km/h auf den Sprung hin, vor dem alle anderen große Angst haben, macht über 50 Meter eine Grätsche und wird auch noch Vierter. Er hatte mir vor dem Rennen schon erzählt, dass er überlegt, in der Mausefalle einen Salto zu machen.

Und schaffen Sie selbst noch die Streif?

Obernauer: Natürlich, die zieh ich schon aufrecht durch. Das ist keine Frage des Alters, sondern wie man auf dem Ski steht.

Interview: Mathias Müller

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