Wegen Ukraine-Konflikt

Lwiw zieht Bewerbung für Olympia 2022 zurück

Lwiw - Die angespannte politische Lage hält momentan die Ukraine in Atem. Nun hat der Konflikt auch Auswirkungen auf den Sport: Die Stadt Lwiw hat ihre Kandidatur für Olympia 2022 zurückgezogen.

Dem IOC gehen die Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2022 aus. Jetzt zog auch noch die westukrainische Stadt Lwiw ihre Kandidatur für das Ringe-Spektakel zurück. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Montag in Lausanne mit. Erst Ende Mai hatte die polnische Stadt Krakau nach einem negativen Bürgerentscheid ihre Bewerbung für die Winterspiele 2022 zurückgenommen. Im Rennen bleiben nur noch Almaty (Kasachstan), Peking und Oslo als potenzielle Ausrichter übrig - die Kandidatur Oslos steht allerdings auf der Kippe.

„In meinen Diskussionen mit dem ukrainischen Premierminister und NOK-Präsident kamen wir zu dem Schluss, dass es unter den derzeitigen Umständen extrem schwierig wäre, die Bewerbung weiterzuverfolgen, aber eine Kandidatur in der Zukunft würde Sinn machen für die Ukraine und den ukrainischen Sport“, erklärte IOC-Präsident Thomas Bach am Montag in einer Pressemitteilung. Die IOC-Exekutive will auf ihrer Sitzung von kommenden Montag bis Mittwoch in Lausanne die offiziellen Kandidaten für Olympia 2022 bekanntgeben.

Als Grund für die Entscheidung aus Lwiw wurde die angespannte politische und wirtschaftliche Lage in der Ukraine genannt. Vorausgegangen waren laut IOC Gespräche zwischen IOC-Präsident Thomas Bach, dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk und Sergej Bubka, dem Chef des Nationalen Olympischen Komitees. Lwiw werde seine Aufmerksamkeit nun auf eine mögliche Bewerbung für die Winterspiele 2026 lenken, hieß es. Ein Rückzug Lwiws für 2022 hatte sich wegen der Krise in der Ukraine abgezeichnet.

Was nun IOC? Die Winterspiele 2014 in Sotschi waren wegen ihrer immensen Kosten stark umstritten. Der Gigantismus schreckt mehr und mehr traditionelle Wintersport-Nationen ab. Bereits die Bewohner von München und Graubünden hatten Olympia-Bewerbungen abgelehnt. In Stockholm votierte der Stadtrat gegen eine Kandidatur.

In Oslo steht die Bewerbung für 2022 auf wackligen Füßen: In der norwegischen Regierung gibt es derzeit keine Mehrheit für die Spiele. Auch die Bevölkerung lehnt Olympia laut aktuellen Umfragen mehrheitlich ab. Bei einer Volksabstimmung im vergangenen September hatten sich die Einwohner der norwegischen Hauptstadt nur knapp für eine Olympia-Kandidatur ausgesprochen. Norwegen war schon zweimal Austragungsort der Winterspiele, 1952 mit Oslo und 1994 mit Lillehammer.

Bilder: Maskottchen der Olympischen Spiele

Alle Olympischen Spiele haben ihr eigenes Maskottchen. Wir stellen hier einige vor. © dpa
1976: "Schneemann" war der Glücksbringer bei den Winterspielen in Innsbruck. Er stellte die "Spiele der Einfachheit" dar. © dpa
1980: Ein Waschbär, "Roni the Raccoon", war das Maskottchen von den Winterspielen in Lake Placid, USA. © dpa
1996: Bei den Sommerspielen in der US-Stadt Atlanta war "Izzy" an der Seite der Athleten. © dpa
1998: Das sind "Sukki", "Nokki", "Lekki" und "Tsukki" - die vier Eulen der Winterspiele in Nagano, Japan. Die ersten Buchstaben jedes Maskottchens können phonetisch zum sinnfreien Spruch "Let's Snow" zusammengesetzt werden. © dpa
2000: Bei den Sommerspielen im australischen Sydney waren Syd, Millie und Olly immer an den Wettkampfstätten zu finden. Die Maskottchen standen für die Umwelt und die Energie der Australier, das Millennium und den olympischen Geist. © dpa
2002: "Copper", "Powder" und "Coal" waren die Maskottchen der Winterspiele im us-amerikanischen Salt Lake City. Alle drei Tiere (Kojote, Schneehase und Schwarzbär) kommen in Utah vor. © dpa
2004: "Athena und Phevos", die Talismänner der Sommerspiele in Athen. Sie sind zwei moderne Kinder, die antiken griechischen Puppen nachempfunden sind. © dpa
2006: Ein weiblicher Schneeball und ein männlicher Eisblock stellten die Maskottchen "Neve" und "Gliz" der Winterspiele in Turin, Italien,  dar. © dpa
2008: An der Seite der Athleten der Olympischen Sommerspiele in Peking standen "Beibei", "Jingjing", "Huanhuan", "Yingying" und "Nini". Die fünf Namen bilden übersetzt den Satz: "Willkommen in Peking" © dpa
2010: Sasquatch "Quatchi", Murmeltier "Mukmuk" und Orca-Kermodebär "Miga" waren die Maskottchen bei den Winterspielen im kanadischen Vancouver.  © dpa
2012: Die einäugigen Glücksbringer "Wenlock" und "Mandeville" waren an der Seite der Athleten, die sich für die Olympischen Sommerspiele in London qualifiziert hatten. Beide repräsentieren zudem die Stahlerzegung am Beginn der industriellen Revolution. © dpa
2014: "Leopard", "Zaika" und "Bely Mishka" (Leopard, Hase und Eisbär) sind die Tiermaskottchen der Winterspiele im russischen Sotschi. Sie wurden 2010 per SMS-Abstimmung gewählt. © dpa

Es scheint also gut möglich, dass die stimmberechtigten IOC-Mitglieder im Juli 2015 in Kuala Lumpur beim Votum über den Gastgeber der Spiele 2022 am Ende nur noch zwei Städte zur Wahl haben: Peking und das favorisierte Almaty in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan. Nach den Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang und den Sommerspielen 2020 in Tokio ist es aus geopolitischen Gründen kaum vorstellbar, dass die Olympier die Olympier die Spiele erneut nach Asien vergeben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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