1. tz
  2. Sport
  3. Wintersport

Wintersportler schwer verletzt durch Skandal-Unfall auf Olympia-Bahn: Grusel-Schilderungen über Situation

Erstellt:

Von: Andreas Knobloch

Kommentare

Mateusz Sochowicz im Krankenhaus.
Mateusz Sochowicz im Krankenhaus. © Sochowicz Facebook

Ein polnischer Rodler verletzt sich auf der Olympia-Bahn von Peking schwer - die Details zum Unfall sind gruselig. Ein Horror für den Rodelsport.

Peking - Es klingt nach dem Horror-Szenario für jeden Wintersportler. Auf einer Eisbahn für Rodler ist das der Albtraum. Plötzlich liegt etwas bei hoher Geschwindigkeit im Weg und versperrt den Weg - der Aufprall ist nicht zu verhindern. Das genau ist jetzt Mateusz Sochowicz aus Polen passiert, der auf der neuen Olympia-Rodelbahn von Peking trainierte.

Im Frühjahr 2022 sollen die Olympischen Winterspiele im chinesischen Peking stattfinden. Dafür hat das Land viele neue Pisten und Bahnen gebaut und präpariert.

Rodel-Unfall von Mateusz Sochowicz: Wintersportwelt im Frühjahr zu Gast in Peking

Der polnische Rodler Mateusz Sochowicz ist bei Trainingsrennen auf der Olympia-Bahn von Yanqing gestürzt und hat sich schwere Verletzungen zugezogen. Das teilte der polnische Rodelverband am Montag, den 8. November, mit. Der Sportler habe einen komplizierten Bruch des linken Unterschenkels erlitten, er zog sich zudem Schnittverletzungen und Prellungen zu. Außerdem habe er Schmerzen im rechten Knie und im Becken und es sei nicht klar, ob er in dieser Saison noch Wettkämpfe bestreiten könne, sagte der Generalsekretär des polnischen Rennrodelverbandes, Janusz Tatera, in einem Interview mit lokalen Medien.

Kurz nach dem Unfall schrieb Sochowicz auf Facebook: „Morgen werde ich ein größeres Update geben, aber die Situation ist, dass ich lebe und es mir „gut geht“.“ Im Training war er gegen eine Absperrung geprallt, die eigentlich hätte offen sein müssen, wenn ein Schlitten in der Bahn ist, hieß es in einer Mitteilung des Polnischen Rodelsportverbandes. Es war am Montag nicht bekannt, warum die Sperre im Weg war. Doch der Rodler erhebt schwere Vorwürfe.

Sochowicz schildert seinen Unfall: „Wenn ich nicht reagiert hätte, hätte es in einer Tragödie enden können“

„Die wussten überhaupt nicht, was zu tun ist. Jemand kam zu mir und versuchte, meinen offen liegenden Knochenbruch mit normalen Handschuhen zu berühren“, sagt er dem Portal Onet. „Ich habe grünes Licht bekommen und hatte die ersten beiden schwierigen Kurven passiert. Plötzlich aber war da diese geschlossene Sperre auf der Bahn.“ Er selbst verhinderte Schlimmeres. „Ich habe den Schlitten unter mir wegrutschen lassen und eine Skifahrer-Position eingenommen. Meine Hoffnung war, dass ich bei dem Tempo über die Barriere springen kann. Aber es ging alles viel zu schnell, ich hatte keine Zeit abzuspringen. Wenn ich nicht reagiert hätte, hätte es in einer Tragödie enden können.“

Rodel-Unfall von Mateusz Sochowicz: Pole zeigt Bilder aus dem Krankenhaus

Tags darauf gab Sochowicz eine kleine Entwarnung. „Ich weiß, dass ich lebe“, fängt er sein Statement an. „Seit gestern hat sich einiges getan. Löcher flicken, erste Stiche meines Lebens und dazu ausgerechnet die Unglückszahl 13 (im rechten Bein). Operation am linken Knie, Kniescheibensyntax, anscheinend erfolgreich“, so Sochowicz, der auch seinen Humor nicht verlor, wie er weiter dazu Stellung nimmt: „Wenn das nächste Mal jemand am Flughafen piept, bin ich es natürlich - Made in China. Es wurden zwei Magnetresonanztomografie-Untersuchungen durchgeführt, um seltsame Dinge auszuschließen, die ich hier nicht schreibe, da ich nicht viel darüber weiß.“ Sochowicz bekommt Schmerzmittel und hat einen langen Weg vor sich, dessen ist er sich bewusst. Aktuell sitzt er im Rollstuhl, bis er fit ist. Er nennt es sein: „Temporäres Drift-Car“.

Auf Instagram postete er nur ein Tier auf einem Rollstuhl, die Beine sind verbunden. Deutsche Rodel-Legende Natalie Geisenberger war auch unter den Menschen, die ihm eine schnelle Regeneration wünschten. Näheres zur Unfallursache ist nicht bekannt. Das IOC hat aber die Ermittlungen eingeleitet. Wie groß die psychische Herausforderung für Sochowicz wird, kann man sich wohl kaum vorstellen. „Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder auf dieser Bahn fahren kann. Ich hätte Angst, dass da irgendetwas nach der nächsten Kurve auf mich wartet.“

Rodel-Kollege und deutsches Wintersport-Ass Felix Loch musste im Frühjahr 2021 den Zusammensturz der Bahn in Königssee beklagen. (ank)

Auch interessant

Kommentare