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Olympia ohne eine der beliebtesten Sportarten? Turnier-Absage nicht mehr auszuschließen

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Von: Alexander Kaindl

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Das olympische Eishockey-Turnier steht offenbar auf der Kippe.
Das olympische Eishockey-Turnier steht offenbar auf der Kippe. © AFLO / Imago

Die Olympischen Spiele sind für alle Teilnehmer ein großes Karriere-Highlight. Inzwischen ist es aber möglich, dass die Eishockeyspieler in Peking passen müssen.

Peking - In wenigen Wochen beginnen die Olympischen Winterspiele in Peking. Von 4. bis 20. Februar kämpft die Elite auf Schnee und Eis um Medaillen. Vorab gibt es unendliche Diskussionen, im Fokus stehen natürlich China als Gastgeberland und das Coronavirus.

Letzteres könnte so manch einem Plan der Veranstalter einen Strich durch die Rechnung machen. Denn durch die Omikron-Variante gibt es inzwischen eine völlig neue Dynamik. Deshalb ist jetzt, weniger als vier Wochen vor Beginn der Spiele, eine Absage des olympischen Eishockey-Turniers nicht mehr gänzlich ausgeschlossen. Eine Absage wäre für Spieler und Fans eine Katastrophe.

Eishockey-Turnier bei Olympia vor Absage? Situation wird diskutiert

Am Donnerstag (13. Januar) trifft sich die Spitze des Weltverbandes IIHF mit den nationalen Verbänden und Ligen-Vertretern, um die aktuellen Probleme zu erörtern. „Es sind schon noch Fragen zu klären. Was passiert zum Beispiel, wenn sich Spieler vor Ort oder bei der Rückreise infizieren?“, sagte Gernot Tripcke, der Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga, der Deutschen Presse-Agentur.

Das Problem ist klar: Der Ligabetrieb wird während der Spiele natürlich unterbrochen, danach soll es in der DEL weitergehen. In anderen Sportarten sieht man, wie schnell sich Spieler infizieren können. Dazu müsste man nicht einmal in Richtung Fußball oder Handball schauen, die DEL ist derzeit selbst arg gebeutelt: Nach etlichen Corona-Ausbrüchen gibt es momentan vier Teams, die nicht spielfähig sind.

Olympia 2022: Eishockey-Turnier auf der Kippe - Probleme in vielen Ligen

Angesichts der vielen Nachholspiele wird die Spielplangestaltung inzwischen knifflig. Allerdings können die DEL-Klubs wegen bestehender Verträge anders als die Teams der NHL die Spieler-Freigabe nicht verweigern. Die nordamerikanische Profiliga hatte ebenfalls wegen etlicher Corona-Fälle und Team-Quarantänen zuletzt bereits entschieden, ihre Spieler nicht nach Peking reisen zu lassen. Auch in anderen Ligen und Verbänden wachsen aber allmählich die Bedenken. „Die Situation kann sich täglich ändern, das ist die Gefahr“, sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes, Franz Reindl, der dpa.

Reindl nimmt an dem Treffen am Donnerstag auch als Mitglied des IIHF-Exekutiv-Organs teil. „Wir glauben nicht, dass etwas Großes passiert. Es ist aber wichtig, dass man spricht“, sagte Reindl. „Man muss sich damit beschäftigen.“ Über einen Verzicht auf Eishockey bei diesen Winterspielen könnte in letzter Konsequenz nur das IOC entscheiden. Auch wenn es noch unwahrscheinlich ist, gilt es auch nicht mehr als ausgeschlossen. Reindl sprach von einem „dynamischen Prozess“. (akl/dpa)

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