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Felix Neureuther betrübt: „Mache mir sehr große Sorgen“

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Von: Marius Epp

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Felix Neureuther beobachtet mit Sorge, wie sich Olympia weiterentwickelt.
Für Felix Neureuther entwickelt sich Olympia in die falsche Richtung. © Ulrich Wagner/imago

Felix Neureuther blickt mit Sorge auf die Entwicklung der Olympischen Spiele. Er prangert einen Werteverfall an und fordert einen „großen Knall“.

München - Ist Olympia noch das, was es mal war? Felix Neureuther findet: Nein. In etwas mehr als einem Monat steigen in Peking die 24. Olympischen Winterspiele - und die Begeisterung hält sich bei ihm sowie in ganz Deutschland in Grenzen.

„Ich mache mir sehr große Sorgen um die Olympische Idee, die eine wahnsinnig tolle ist, die sehr viele großartige Momente gebracht hat und sehr viele Menschen zum Sport gebracht hat. Wie schafft es das IOC, die Glaubwürdigkeit zurückzuerlangen? Da ist so viel schiefgelaufen“, gibt Neureuther im ARD-Podcast „Olympia-Countdown“ zu bedenken.

Olympia: Felix Neureuther kritisiert IOC und fordert Boykott

Die Spiele in Peking standen von Anfang an unter keinem guten Stern, deutsche Wintersportler äußerten Kritik. In der Volksrepublik China herrschen weder Meinungs- noch Presse- oder Religionsfreiheit. In einem Land, in dem Minderheiten unterdrückt werden, sollen nun die Olympischen Werte vorgelebt werden. Wie passt das zusammen?

Video: Neureuther für nachhaltige Spiele

Nicht so gut, meinen Länder wie die USA, Großbritannien oder Kanada und kündigten einen diplomatischen Boykott an. Neureuther ist das nicht genug. „Es muss den großen Knall geben, damit sich mal etwas verändert - das ist bei der FIFA das gleiche. Ansonsten wird sich niemals etwas ändern.“ Es ist die Forderung nach einem sportlichen Boykott.

Olympia in Peking: Neureuther erreicht IOC-Präsident Bach nicht

Der ehemalige Skirennläufer nahm bereits mehrfach vergeblich Kontakt zum IOC-Präsidenten Thomas Bach auf. „Ich habe das Gespräch mit ihm mehrfach gesucht, aber es hat noch nicht funktioniert. Dabei wäre das auch mal wichtig für ihn, sich der Kritik zu stellen und mit ehemaligen Athleten zu diskutieren. Für mich wäre es aber auch mal schön zu hören, wie ein Thomas Bach über die Dinge denkt“, sagt er.

Er würde ihn gerne fragen, „wie das IOC es schaffen will, dass der traditionelle olympische Gedanke und der Sport wieder im Fokus stehen - und nicht der Kommerz und sämtliche Nebengeräusche.“ Sein Wunsch bleibt wohl unerfüllt.

Thomas Bach hat schließlich zu tun, bald fällt in Peking der Startschuss. In einer Zone mit Wüstenklima, die noch nie Wintersportler gesehen hat. In einem Land, in dem der Wintersport vor der Olympia-Vergabe keine Rolle spielte. Nein, der Sport steht wirklich nicht im Vordergrund. (epp)

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