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Bei Bundestagswahl gescheitert - jetzt startet Legende mit 49 Jahren bei Olympia

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Von: Marius Epp

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Sie wollte im September in den deutschen Bundestag einziehen. Nachdem das nicht klappte, nahm Eisschnelllauf-Altmeisterin Claudia Pechstein die Olympia-Teilnahme ins Visier - mit Erfolg.

Calgary - Als Claudia Pechstein das erste Mal an Olympia teilnahm, war die Mauer gerade einmal drei Jahre gefallen. 30 Jahre später ist sie nun wieder (oder immer noch) dabei. In ihrer beispiellosen Laufbahn holte die Eisschnelllauf-Ikone seit 1992 fünfmal Olympisches Gold und wurde sechsmal Weltmeisterin. Mit 49 Jahren hat sie sich auf den letzten Drücker für die Olympischen Winterspiele in Peking qualifiziert.

„Das ist das absolute Highlight meiner sportlichen Karriere. Als feststand, dass ich zum achten Mal an Olympia teilnehmen darf, hätte ich die ganze Welt umarmen können“, sagte die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin aller Zeiten nach ihrem Coup beim Eisschnellauf-Weltcup im kanadischen Calgary.

Claudia Pechstein: Achte Olympische Spiele statt Bundestag

Pechstein hatte die erforderlichen Punkte im Rennen eigentlich schon verpasst, durch einen Protest durfte sie allerdings nochmal starten und holte die für die Olympia-Norm entscheidenden zwei Punkte im Massenstart.

Claudia Pechstein hat mit fast 50 noch nicht genug vom Eis.
Claudia Pechstein hat mit fast 50 Jahren noch nicht genug vom Eis. © Sergei Grits/dpa

Jetzt also Olympia mit fast 50 Jahren - dabei wollte sie erst vor wenigen Monaten einen ganz anderen Weg einschlagen. Die Polizeihauptmeisterin kandidierte bei der Bundestagswahl für die CDU im Berliner Wahlkreis Treptow-Köpenick, musste sich aber dem langjährigen Abgeordneten Gregor Gysi (Die Linke) deutlich geschlagen geben.

Olympia in Peking: Claudia Pechstein und Noriaki Kasai heben den Altersschnitt

Bei ihrer achten Olympiateilnahme geht es nicht um Medaillen, allein die Teilnahme ist für die Altmeisterin bereits ein Riesen-Erfolg. In ihrer Altersklasse wird sie in Peking einen prominenten Mitstreiter haben: Skispringer Noriaki Kasai (ebenfalls 49) hat sich jüngst für seine neunten Winterspiele qualifiziert. Einzig das japanische Urgestein war noch öfter bei Olympia als Pechstein.

„Der Druck war enorm. Jetzt bin ich einfach nur froh, es geschafft zu haben. Das ist die perfekte Krönung meiner Laufbahn“, freute sich Pechstein, die eine von fünf deutschen Eisschnellläufern in Peking sein wird. Neben ihr können Michelle Uhrig, Felix Rijhnen, Joel Dufter und Patrick Beckert für die Reise nach Asien planen. (epp)

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