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Olympiasiegerin greift Schlierenzauer nach Kritik an: „Früher haben die sich beinahe umgebracht“

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Von: Andreas Knobloch

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Maren Lundby ist von den Schlierenzauer-Aussagen alles andere als überzeugt. © Imago (2x)

Weil Frauen endlich Skifliegen dürfen, wurde Gregor Schlierenzauer von Norwegerin Maren Lundby heftig angegangen.

Oslo - Es ist ein Thema, das immer mehr im Profisport in den Fokus rückt: Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, gleiche Bezahlung, gleicher Respekt, gleiche Möglichkeiten. In vielen Sportarten ist der Weg dorthin noch ein ziemlich steiniger. Wie auch im Skispringen, lange musste die Sportlerinnen dafür kämpfen, auf den selben Schanzen wie die Männer springen zu dürfen, wie eben beim Skifliegen - und selbst da gibt es noch Kritik.

Die Olympiasiegerin und dreifache Weltcupgesamtsiegerin Maren Lundby könnte eigentlich glücklich sein, dass im Damen-Weltcup-Kalender nach langem Kampf nun endlich das Skifliegen integriert ist, allerdings ist sie noch von dem Gegenwind enttäuscht. Vor allem von Gregor Schlierenzauer, der ähnlich kritische Worte gegen das Frauen-Skifliegen fand, wie sein Landsmann Toni Innauer im Januar 2022.

Bei der Vierschanzentournee wurde Toni Innauer deutlich: „Ich bin nicht für Frauen-Skifliegen. Aus Risikogründen bin ich absolut dagegen“, so der 63-Jährige. „Ich kann das auch physikalisch erklären, wenn es sein müsste“, sagte er, ohne genauer ins Detail zu gehen. Viele Fans kritisierten ihn für seine Kritik beim ZDF deutlich. „Schwachsinn“, hieß es beispielsweise in den Kommentaren.

Skisprung-Eklat: Lundby geht Schlierenzauer hart an, der verteidigt sich

Schlierenzauer hat in eine ähnliche Kerbe geschlagen, weil die Damen nun endlich auch Skifliegen dürfen. Wintersportlerin Lundby versteht das ganz und gar nicht, wie sie einem Gespräch mit dem norwegischen Sender NRK erläutert. Lundby sei sehr enttäuscht von männlichen (Ex-)Profis, welche die Entscheidung anzweifeln. „Wir fanden heraus, dass es nicht viele gab, die das unterstützen. Wir haben Halvor Egner Granerud gefragt, der größte Profi Norwegens – die ganze norwegische Nationalmannschaft hat das unterstützt. Dann haben wir einige Ausländer gefragt, aber bei denen war es nicht so einfach“, so Lundby.

Sie ging auch ins Detail: „Wir sollten nicht springen, weil wir nicht gut genug seien. Das zu hören, tut weh.“ Auch Schlierenzauer sprang auf diesen Zug auf, was Lundby scharf kritisierte: „Ich war sehr enttäuscht von dieser Haltung, es könnte erklären, wie es in den Nationen ist.“ Schlierenzauer wehrt sich gegenüber NRK: „Ich habe immer gesagt, dass ich Frauen im Skifliegen sehen will, aber das Timing muss passen. 20 Frauen können meiner Meinung nach die Schanzen springen, Maren ist eine von ihnen“, so der ehemalige Springer via Mail an NRK. Schlierenzauer schätze, dass sich das Skispringen weiterentwickle und biete Lundby an, sich über Telefon auszutauschen.

Skispringen und Skifliegen: Frauen haben jetzt beides im Programm, Lundby untermauert Argument

Im Skispringerinnen-Zirkus sind auch deutsche Athletinnen in der Weltspitze, wie beispielsweise die Olympiazweite Katharina Althaus. Für Lundby ist das Skifliegen der nächste Schritt. Die Sicherheitsbedenken um die Frauen weist sie zurück: „Das kann ich nicht verstehen. Wenn sie auf das Skifliegen der 80er Jahre zurückblicken, da haben die sich in gewisser Weise beinahe selbst umgebracht. Das hat niemand hinterfragt“, und fügt die hohen Standards der heutigen Zeit an: „Die Ausrüstung ist so viel besser, alles ist sicherer. Es fühlt sich an, als wäre Skifliegen nur was für Männer“.

Für die Frauen gab es jüngst eine weitere tolle Nachricht, auch die Vierschanzentournee für die Frauen wird es in der Saison 2023/2024 geben. (ank)

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