Triumph auf der Streif

Paris gewinnt Abfahrt von Kitzbühel

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Dominik Paris auf dem Weg zum Sieg

Kitzbühel - Der Südtiroler Dominik Paris hat die Weltcup-Abfahrt auf der berühmt-berüchtigten Streif in Kitzbühel gewonnen. Stephan Keppler fuhr hinterher.

Eine Zeitlang lag ein Hauch von Sensation über der Streif in Kitzbühel. Max Franz, ein junger Mann aus Kärnten, lag am „heiligen Berg“ der Ski-Nation Österreich nach einem wilden Ritt in Führung, und auch die ersten der Mitfavoriten auf den Sieg bei der prestigeträchtigsten Abfahrt im Weltcup kamen mit Rückstand ins Ziel. Dann allerdings stürzte sich Dominik Paris, ein 106 Kilogramm schwerer Südtiroler, den Hahnenkamm hinunter und erstickte alle Hoffnungen der Gastgeber. Stephan Keppler (Ebingen) belegte nur Rang 28 und muss um seine WM-Teilnahme bangen.

In einem der packendsten Rennen auf der berühmt-berüchtigten Streif fuhr der 23 Jahre alte Paris zu seinem zweiten Weltcup-Sieg, dem zweiten in diesem Winter nach dem Erfolg in Bormio. Dort hatte er bei der knappsten Entscheidung in einem Männer-Wettbewerb in der Weltcup-Geschichte zeitgleich mit Hannes Reichelt (Österreich) Rang eins belegt, eine Hundertstel vor Aksel Lund Svindal (Norwegen). In Kitzbühel waren die Zeitabstände am Samstag größer: Paris lag 0,13 Sekunden vor Weltmeister Erik Guay (Kanada), 0,36 vor Reichelt.

„Kitzbühel ist sicherlich der noch schönere Erfolg“, sagte der dauergrinsende Paris, „es ist ein Traum von jedem Abfahrer, hier zu gewinnen. Und wenn der in Erfüllung geht, dann ist es umso schöner. ` Für die Abfahrer aus Italien war es der zweite Sieg in Kitz nach dem Erfolg von Kristian Ghedina 1998, den Gewinner vom Samstag machte er um 70.000 Euro Preisgeld reicher. Der lange führende Franz erreichte bei der letzten Abfahrt vor der WM in Schladming (ab 4. Februar) am Ende Rang sechs. Die Österreicher sind seit 2006 ohne Sieg an ihrem `heiligen Berg“. Damals gewann Michael Walchhofer.

Stephan Keppler, einziger deutscher Starter in diesem Jahr, wäre bereits mit einer Platzierung unter den ersten 15 zufrieden gewesen - er hätte damit die Qualifikationskriterien für die WM erfüllt. Es wurde Rang 28 (+2,67) für den bald 30-Jährigen. Als Elfter in Bormio hatte er zuvor nur die „halbe“ Norm eingefahren. Und nun? „Klar, ich habe die Quali nicht ganz“, sagte Keppler etwas bedröppelt, „jetzt müssen die Trainer bewerten, wie sie meine Form sehen.“ Diese würde bei der WM „für ein gutes Ergebnis allemal reichen“, glaubt er. Über die Teilnahme wird am Mittwoch entschieden. Alpindirektor Wolfgang Maier erklärte, er werde sich „für den Sportler einsetzen“.

Paris gewann das Rennen bei strahlendem Sonnenschein auf den letzten knapp 25 Fahrsekunden. „Ich bin einfach Vollgas gefahren, aber bei jedem ist Vollgas ein bisschen anders“, sagte er grinsend.

Dass er sich einmal den Traum vom Sieg in Kitzbühel erfüllen würde, war vor ein paar Jahren allerdings noch nicht abzusehen. Paris galt als alles andere als pflegeleicht, flog von der Sportoberschule und aus allen Förderkadern. Erst als er im Sommer 2007 als Kuhhirte arbeitete und dabei 30 Kilo abnahm, ging es aufwärts. Nach wie vor gilt er als Feierbiest. Ernsthaft trainieren kann er dennoch.

„Mal schauen, was jetzt in Schladming geht“, sagte Paris, der sich im Juni 2012 einer Schulteroperation hatte unterziehen müssen, zu seinen Aussichten für die WM. Als nunmehr einziger Gewinner von zwei Saisonabfahrten und als König von „Kitz“ sowieso ist er nun der große Favorit. Die potenziellen Hauptkonkurrenten vermasselten die Generalprobe: Klaus Kröll (Österreich) belegte Rang sieben; Svindal, Sieger im Super-G am Freitag, kam auf Rang zehn. Christof Innerhofer (Italien), wegen eines Regelverstoßes im Training auf Startrang 45 strafversetzt, erreichte Rang 21.

sid

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