Eisschnellläuferin beschwert sich

Pechstein: Zu viele Doping-Kontrollen!

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Claudia Pechstein.

Berlin - Nach fünf Doping-Kontrollen in acht Tagen hat Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein ihrem Ärger Luft gemacht und sich bei der WADA beschwert.

Seit ihrem Comeback nach Ablauf der zweijährigen Sperre seien es nun „105 Kontrollen, davon 86 unangemeldete Trainingskontrollen! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es weltweit noch einen zweiten Athleten gibt, um den in einem vergleichbaren Zeitraum ein ähnlich dichtes Kontrollnetz gelegt wurde“, schreibt Pechstein am Dienstag auf ihrer Homepage.

Ihr Anwalt Christian Krähe hat sich daher in einem Schreiben bei der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA beschwert und spricht von einem „Missbrauch der Befugnis der zuständigen Anti-Doping-Organisationen. Denn unter dem Strich steht eine nicht nachvollziehbare Ungleichbehandlung der Athleten innerhalb eines Sportverbandes.“ Dies sei mit dem WADA-Code nicht zu vereinbaren.

Rückendeckung erhält die 41 Jahre alte Berlinerin vom Präsidenten den Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG. „Diese Häufigkeit der Kontrollen spricht für die Unabgestimmtheit nationaler und internationaler Kontrollen“, sagte Gerd Heinze der Nachrichtenagentur dpa. „Es ist nicht nachvollziehbar, weil es medizinisch keinen Sinn macht. Damit werden die Persönlichkeitsrechte der Athletin massiv eingeschränkt“, fügte Heinze hinzu.

Auch er begründet seine Konfrontation mit dem Weltverband mit der mangelnden Gleichbehandlung aller Athleten. „Es darf nicht sein, dass einer Athletin solche psychische und physische Belastungen zugemutet werden. Dass sie das als persönliche Diskriminierung empfindet, kann ich nachvollziehen.“

Pechstein war vor dem Weltcup in Erfurt dreimal und nach ihrer Rückkehr am frühen Montag- und Dienstagmorgen - je einmal von der ISU und einmal der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA - kontrolliert worden. Sie werde „momentan einmal mehr regelrecht gejagt, wahrscheinlich als Strafe dafür, dass ich es gewagt habe, eine Schadensersatzklage einzureichen“, beklagte sich Pechstein.

Sie erwartet am Donnerstag vor dem Weltcup-Finale in Heerenveen die nächste Kontrolle. Insgesamt hat Pechstein mehr als 460 Kontrollen in ihrer Karriere dokumentiert. „Hunderte von Spritzen in meine Arterien, hunderte Mal urinieren vor den Augen fremder Frauen. Und das alles während andere Spitzenathleten gerade mal zwei oder dreimal im Jahr kontrolliert werden. Das ist absurd und pervers. Ich bin nicht mehr bereit, diese willkürliche Schikane widerspruchslos hinzunehmen“, schimpfte Pechstein.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
Doping - die dümmsten Ausreden
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Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
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Gefährliche Mitbringsel: Die aus Südamerika importierten Bonbons sollen mit Koks verseucht gewesen sein, meint Straßenrad-Star Gilberto Simoni. © Getty
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Ex-T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler nahm angeblich Präparate zu sich, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nur doof, dass er kein Chinesisch kann. © Getty
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Zu tief ins Glas geschaut und damit den Testosteronspiegel erhöht. Floyd Landis schiebt‘s auf den Whiskey  © Getty
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Keiner war über einen positiven Dopingtest so verwundert wie Patrik Sinkewitz: "Ich? Das kann nicht sein", wunderte er sich. Und das ist noch nicht mal eine Ausrede...  © Getty
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Erik Zabel sagte, er habe nur einmal EPO probiert. Die Substanz habe aber nicht mit seinem Körper und Geist harmoniert. © Getty
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Jan Ullrich ließ sich in einer Disco Ecstacy andrehen. „Ulle“ schluckte die Tabletten, ohne sich dabei etwas gedacht haben zu wollen. “Ich war den Abend ziemlich mies drauf. Das waren zwei Tabletten, wo mir bestätigt wurde, (...) und dass das eigentlich harmloses Zeug ist.“ Wer ihm die Tabletten gab, sagte er nicht. “Zu den Tabletten kann ich gar nichts sagen, ich kenn' kein Ecstasy. Ich weiß nicht wie das aussieht. Ich bin um die Ecken gezogen und war in verschiedenen Läden. Ich möchte keinen Unschuldigen da mit reinziehen.“ © Getty
400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt wurde nach positiven Dopingproben gesperrt. Die positiven Tests ließen sich mit der Einnahme eines frei erhältlichen Produkts zur Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erklären, sagte sein Berater. © dpa
Claudia Pechstein: “Ich weiß nun, dass ich eine Blutmacke habe, aber nicht krank bin“, sagte die Eisschnellläuferin. Die Sportlerin war 2009 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden. Später erklärten Ärzte, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte verantwortlich. © dpa
Ivonne Kraft: Den positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol erklärte die Mountainbikerin 2007 mit einer explodierten Sprühflasche. Ihre Mutter habe Asthma-Spray benutzen wollen, dann sei die Flasche explodiert und sie habe die Substanz offenbar eingeatmet. © Getty

dpa

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