"Pure Emotion": Wilhelm bis Olympia ohne Pause

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Kati Wilhelm.

Gelsenkirchen - Ihren Triumph im Schnee von Schalke genoss Kati Wilhelm ausgiebig. Jetzt will die Top-Biathletin ihre gute Form bis zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver vom 12. bis 28. Februar konservieren.

“Auf Schalke zu gewinnen - das setzt pure Emotionen frei. Das ist ein großer Ansporn für die nächsten Aufgaben“, sagte die 33 Jahre alte Sportsoldatin aus Zella-Mehlis, die mit ihrem österreichischen Partner Christoph Sumann bei der 8. World Team Challenge in Gelsenkirchen erstmals siegte. “Es hat alles gepasst“, sagte Wilhelm.

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Andere prominente Skijäger wie der Norweger Ole Einar Björndalen verzichteten zugunsten der gezielten Olympia-Vorbereitung auf die mit 141 000 Euro dotierte Showveranstaltung. Wilhelm und Sumann dagegen zeigten keine Verschleißerscheinungen. In 1:03,38 Stunden beherrschte das Team in der Schlussrunde das Feld und verwies die Vorjahresgewinner Oxana Chwostenko/Andrej Derysemlja aus der Ukraine mit 13,7 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz.

“Wir haben unsere Verfolger mit dem letzten Schuss erlegt“, meinte Sumann. Wie die nervenstarke Wilhelm überzeugte auch der Österreicher auf den 18 Runden zu jeweils 1243 Metern mit Glanzleistungen auf der Loipe und am Schießstand. Am Ende hatte das Duo ausgiebig Zeit, um den Zielstrich gemeinsam zu überqueren und sich von den 50 000 Zuschauern in der erneut ausverkauften Veltins-Arena des gastgebenden Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 ausgiebig feiern zu lassen.

Diese Wintersportarten sind olympisch

Snowboard: In Sotschi werden in dieser Sportart in zehn Disziplinen Medaillen vergeben © dpa
Slopestyle: Diese Snowboard-Disziplin ist seit 2014 neu im Olympia-Programm. Die Fahrer müssen einen Parcours absolvieren und dabei Drehungen und Grabs zeigen. Die Jury gibt dafür Punkte. © dpa
Cross: Hier müssen mehrere Snowboarder gleichzeitig eine Abfahrtsstrecke bewältigen © dpa
Halfpipe: Auch in der Halfpipe können Snowboarder um Gold, Silber und Bronze kämpfen © dpa
Parallel-(Riesen-)Slalom: Hier geht es "Mann gegen Mann" beziehungsweise "Frau gegen Frau". Zwei Fahrer treten gegeneinander an. © dpa
Bob: Hier fallen drei Entscheidungen. Und zwar im Zweierbob (Damen und Herren) und im Viererbob © dpa
Curling: Für Außenstehende ein Rätsel - für die Spieler harte Arbeit. Beim Curling versuchen zwei Mannschaften zu je vier Spielern, ihre Steine näher an den Mittelpunkt des Zielkreises auf der Eisbahn zu spielen als das gegnerische Team. © dpa
Skeleton: Kopf voran in die Eisröhre! Zwei Garnituren Gold, Silber und Bronze werden hier vergeben. © dpa
Eiskunstlauf/Eistanz: Hier ist Eleganz auf Kuven gefragt. In fünf Disziplinen wird um Gold gekämpft - zum ersten Mal auch als Team-Wettbewerb. © dpa
Eisschnelllauf: 12 Mal Gold gibt es im Eisschnelllauf in Sotschi zu gewinnen. Die Distanzen reichen von 500 Metern bis 10.000 Metern. Auch die Teamverfolgung steht auf dem Programm. © dpa
Rennrodeln: Hier dominieren seit Jahren die Deutschen. Vier Medaillen werden in Sotschi vergeben, davon zwei im Einsitzer (Damen und Herren) und eine im Doppelsitzer. Die vierte Medaille wird in einer Disziplin vergeben, die neu bei Olympia ist. Und zwar im ... © dpa
Rennrodeln-Staffel: Sie feiert in Sotschi Premiere. Die Staffel besteht aus einem weiblichen und einem männlichen Einsitzer-Fahrer, sowie einem Doppelsitzer. Die Deutschen Felix Loch (l-r), Tobias Arlt, Tobias Wendl und Natalie Geisenberger sind haushoher Favorit. © dpa
Ski Alpin: Insgesamt zehn Mal Gold wird in den alpinen Disziplinen vergeben - in der Abfahrt, im Super G, im Riesenslalom, im Slalom und in der Kombination. © dpa
Eishockey: Zwei Goldmedaillen werden ausgespielt - jeweils eine bei den Herren und bei den Damen. © dpa
Langlauf: In der Loipe werden zwölf Goldmedaillen vergeben. Und zwar im Skiathlon (2 x 7,5 Kilometer), im Sprint, im Team-Sprint, über 10 und 30 Kilometer (Damen) und 15 und 50 Kilometer (Herren) sowie in der Staffel (4x5, bzw. 4x10 Kilometer).  © dpa
Skispringen: Insgesamt wird im Skispringen in vier Wettkämpfen um den Sieg gekämpft, dabei werden drei bei den Männern vergeben (Normalschanze, Großschanze, Team) und einer beim ... © dpa
Skispringen der Damen: Auch das ist neu bei Olympia 2014. Die wagemutigen Damen dürfen allerdings "nur" von der Normalschanze hüpfen. © dpa
Ski-Freestyle: Die Artisten auf zwei Brettern kämpfen um insgesamt zehn Goldmedaillen. Für sie heißt es auf der  Buckelpiste alles geben, sowie im Ski Cross, Slopestyle, im Sprung und - ab 2014 ganz neu dabei - im ... © dpa
Ski-Freestyle Halfpipe: In der halbierten Röhre gilt es für die Frauen und Männer, hohe Sprünge und spektakuläre Tricks zu zeigen. Dafür vergibt die Jury Punkte - und am Ende Gold, Silber und Bronze. © dpa
Biathlon: Wer trifft und flink läuft, der hat im Biathlon große Chancen auf den Sieg. Elf Mal Gold wird ausgekämpft. Neben Sprint, Verfolgung, 15 bzw. 20 Kilometer, Massenstart und der Staffel, steht ab 2014 eine neue Disziplin auf dem Olympia-Programm. Es ist die ... © dpa
Biathlon Mixed-Staffel: Das gemischte Team aus zwei Frauen und zwei Männern feiert Premiere bei Olympia. © dpa
Nordische Kombination: In die Skisprungspur UND in die Langlaufloipe müssen die Nordischen Kombinierer. Die Athleten haben die Chance auf drei Goldmedaillen. © dpa
Shorttrack: Bei dieser Sportart werden in Sotschi acht Medaillen vergeben. Bei den Herren und Damen über 500, 1000 und 1500 Meter, sowie in der Staffel. © dpa

Erstmals seit der Premiere 2002, als Martina Beck, die damals Glagow hieß, und Michael Greis gewannen, stand wieder eine Deutsche ganz oben auf dem Siegerpodest in Gelsenkirchen. “Hier im achten Anlauf zu gewinnen, setzt dem Ganzen die Krone auf“, sagte sie. Wilhelm/Sumann kommen auf ein Preisgeld von 24 000 Euro und sind seit Montagabend Besitzer eines Autos im Wert von rund 25 000 Euro.

Satt ist das Siegerpaar noch lange nicht, eine Wettkampfpause vor Olympia ist nicht vorgesehen. Wilhelm und Sumann planen ihre Teilnahme an den Weltcups in Oberhof (6. bis 10. Januar), Ruhpolding (13. bis 17. Januar) und Antholz (20. bis 24. Januar). “Ich will die Phase nutzen, um mich richtig in Schwung zu bringen. Nur wenn die Körner ausgehen sollten, verzichte ich spontan auf ein Rennen“, meinte Wilhelm.

Diese Vorbereitung auf Großereignisse habe sich stets bewährt. In Vancouver will sie ihre Bilanz von bisher je drei olympischen Gold- und Silbermedaillen ausbauen. “Ich bin kein Fan von großen Pausen und will alle sich bietenden Rennen bis Olympia laufen“, sagte auch Sumann.

Greis (Nesselwang) und Simone Hauswald (Gosheim) kamen als einziges deutsches Paar unter den zehn Mixed-Teams nicht über den fünften Platz hinaus. “Die Stimmung war ohnehin wieder mal großartig. Dass Kati Wilhelm aber die deutsche Durststrecke beendete, hat die Zuschauer noch mehr gefreut und der Veranstaltung gut getan“, sagte WTC-Organisator Herbert Fritzenwenger. Bewährt habe sich zudem die Maßnahme, internationale Paare an den Start zu lassen. Früher hatten sich die Österreicher Sumann und Dominik Landertinger vergeblich um eine Teilnahme beworben, weil ihnen eine gleichwertige Partnerin fehlte. “Landertinger ist Weltmeister, Sumann hat mit Wilhelm gewonnen. Solche Athleten will das Publikum sehen“, meinte Fritzenwenger.

dpa

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