Schweinegrippe & Schwenningen

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Hilfe in der Not: Markus Jocher.

München - Und wieder einer weniger! Am Freitag meldete sich EHC-Stürmer Niklas Hede krank. Grippe. Nach den Ausfällen von Andreas Raubal (Rippe angebrochen), Daniel Sevo (Grippe) und diverser anderer Spieler ist es für den EHC die nächste Hiobsbotschaft.

Zum Freitagsspiel in Crimmitschau reiste der EHC mit insgesamt 16 Feldspielern – darunter mehrere Förderlizenz-Spieler. Auch am Sonntag (18.30 Uhr, Olympia-Eishalle) im Derby gegen Landshut wird’s personell wieder eng werden. Gott sei Dank ist danach Länderspiel-Pause.

Die will der EHC ganz der Gesundung widmen. „Einmal die Kabine ausbrennen“, wie Sprecher Carsten Zehm sagt – damit garantiert alle Viren das Zeitliche segnen. Galgenhumor, natürlich. In Wirklichkeit wird die medizinische Abteilung wohl ohne Gasbrenner auskommen.

Was jetzt genau passiert, erfuhr die tz im Interview mit dem derzeit wichtigsten Mann beim EHC – Teamarzt Dr. Robert Kilger von der ATOS Privatklinik.

Wie kann es passieren, dass so viele Spieler mit Grippe flachliegen?

Kilger: Da braucht nur einer in der Kabine husten – und schon schwirren die Viren umher. Oder nehmen Sie die ständigen Auswärtsfahrten im Mannschaftsbus. In einem Bus trifft man zu 90 Prozent auf Viren…

Wer hat das Virus eingeschleppt?

Kilger: Das kann man nicht sagen. Sicher ist nur, dass so etwas sehr schnell übertragbar ist.

Warum?

Kilger: Wenn das Immunsystem nicht auf Vollgas läuft, dann ist man anfällig.

Und warum läuft es nicht auf Vollgas?

Kilger: Gründe liegen in unausgewogener Ernährung – und auch zu viel Training kann sich negativ auswirken. Eine falsche Lebensweise eben, um es auf den Punkt zu bringen.

Ihr Tipp, um kurzfristig aus der Misere rauszukommen?

Kilger: Drei Liter Flüssigkeit am Tag trinken und erst wieder aufs Eis gehen, wenn ein Tag absolut symptomfrei verlaufen ist. Außerdem gibt es zuvor bei jedem Spieler einen Fitnesstest, so dass wir auf Nummer sicher gehen.

Und wie wollen Sie künftig vorsorgen?

Kilger: Ab Sonntag haben die Spieler eine ganze Woche frei. Da werden sie, so ist das mit dem Verein abgesprochen, alle gegen die normale, aber auch gegen die Schweinegrippe geimpft.

Aber bei diesen Impfungen soll es doch auch Nebenwirkungen geben, die wiederum Ausfälle bewirken können…

Kilger: Aus diesem Grund machen wir es ja in der Woche, in der nicht mal Training stattfindet. Zum Spitzenspiel gegen Schwenningen sollen ja alle wieder fit sein.

 

Interview: Matthias Würfl

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