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Skifahrerin, die einst Geschichte schrieb, beendet Karriere mit emotionalen Sätzen: „Kleine Art der Folter“

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Von: Andreas Knobloch

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Skifahrerin Erin Mielzynski
Erin Mielzynksi, hier noch im Oktober 2021. © Screenshot Erin Mielzynski, Instagram

Wenn die Karriere als Profisportlerin beendet ist, dann stehen neue Wege offen. Doch der Schritt ist schwer, wie die Worte dieser Skifahrerin zeigen.

Collingwood, Ontario - Obwohl Kanada bekannt ist für Schnee, ist der Wintersport Skifahren bei den Damen jahrzehntelang erfolglos geblieben. Dann kam Erin Mielzynksi und schrieb Geschichte. Die damals 21-Jährige gewann im März 2012 als erste Kanadierin seit 41 Jahren mal wieder ein Weltcuprennen. Sie war im Slalom von Ofterschwang die schnellste Läuferin und stand am Ende ganz oben auf dem Podest. Es blieb ihr einziger Weltcupsieg.

Nun hat die mittlerweile 31-Jährige ihre Karriere beendet, sie folgt damit einige Kolleginnen, wie zum Beispiel der Italienerin Francesca Marsaglia, die ihrerseits die Skier mit einem „Knall“ in den Keller stellte. Mielynski wählte Anfang Mai emotionale Worte auf ihrem Instagram-Account. „Die letzten zwei Monate, die zu der Verkündung geführt haben, waren turbulent und gespickt mit Unentschlossenheit. Ich hatte wenig Kraft nach Olympia und es fühlte sich - offen gesagt - an, wie eine kleine Art der Folter“, beginnt sie ihr Statement.

Skifahrerin Erin Mielzynski hört auf - und es fällt ihr alles andere als leicht

„Ich wollte jedes Rennen genießen, für den Fall, dass es mein letztes ist. Aber dieses Vergnügen verwirrte mich zusätzlich. An einem Tag wollte ich aufhören, am nächsten weitermachen“, so Mielzynski über ihre schwere Entscheidung, die von schönen Tagen und Tagen des Zweifelns überschattet war.

Ski-Karriere vorbei? Ja - die richtigen Worte? Nein

Sie selbst stellt sich die Frage, ob sie noch „unfinished business“ hat, ob sie noch nicht am Ende ihrer Ziele ist und beantwortet die Frage mit „ja“. Sie wird auch „die vielen Aspekten des Wettkampfes vermissen“, und fragt sich, ob es die richtige Zeit ist? „Nein“, schreibt sie und endet den Absatz: „Finde ich die richtigen Worte, um meine Entscheidung zu erklären? Nein. Vielleicht eines Tages.“

Sie kämpfte mit der Entscheidung, die wohl für fast jede Profisportlerin der schwerste Schritt ist. „Im Moment, weiß ich, dass ich mich okay fühle. Ich bin gesund, glücklich und aufgeregt“, schreibt Mielzynski, die weiter beschreibt, dass sie gerne zurückmöchte, wenn sie ein Foto ihres Teams sieht. „Es ist eine Zeit der Veränderung. Ich war in dieser Situation und werde sie auch wieder durchleben. Das tun wir alle. Es ist unvermeidbar. Alles, was ich bisher erlebt habe, hat mich auf das vorbereitet, was als Nächstes kommt.“

Eine Biathletin genießt die Sommerpause gerade an einem berüchtigten Karibik-Strand, an dem schon Touristen wegen tieffliegenden Flugzeugen verunglückten.. (ank)

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