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Hat Deutschland wieder einen Slalom-Star? Münchner Ski-Ass gelingt absolutes Traum-Wochenende

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Von: Jonas Raab

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Mikaela Shiffrin gratuliert Lena Dürr zu ihrem zweiten Slalom-Podest in zwei Tagen.
Mikaela Shiffrin gratuliert Lena Dürr zu ihrem zweiten Slalom-Podest in zwei Tagen. © GEPA pictures/imago

Seit acht Jahren stand keine DSV-Dame mehr im Ski-Slalom auf dem Podest. Eine Spätzünderin aus München hat das im finnischen Levi gleich doppelt geändert.

Levi - Für Ski-Rennläuferin Lena Dürr war es wohl das emotionalste Wochenende ihrer Karriere: Am Samstag (20. November) schaffte es die 30-jährige Münchnerin im finnischen Levi erstmals in ihrer Karriere im Slalom aufs Podest – und sicherte sich damit vorzeitig das Ticket für die Olympischen Spiele in Peking. „Ich bin einfach nur glücklich“, sagte Dürr unter Tränen im ARD-Interview.

Nur die beiden großen Slalom-Stars waren am Samstag noch schneller als Dürr: Gesamtweltcup-Siegerin Petra Vlhova gewann vor ihrer großen Konkurrentin Mikaela Shiffrin*. Mit ihrer Sahnefahrt sorgte Dürr für den ersten Frauen-Podestplatz des Deutschen Ski-Verbandes* im Slalom seit knapp acht Jahren. Damals wurde Maria Höfl-Riesch in Lienz Dritte.

Ski Alpin in Levi: Lena Dürr rast im Slalom gleich zweimal aufs Podest

„Endlich! Das war eine ewige Reise, aber lieber spät als nie. Wir heulen gerade alle zusammen“, erklärte die aufgelöste Dürr daraufhin. Viel Zeit für Freudentränen blieb aber nicht, denn am Sonntag stand der nächste Slalom auf dem Programm. Da fuhr Dürr wie entfesselt und wiederholte ihren Coup von Vortag fast bis ins kleinste Detail.

Sowohl am Samstag als auch am Sonntag lag Dürr vor der letzten Abfahrt auf dem sechsten Rang. Während andere im Finale schwächelten, brillierte die Münchnerin und kämpfte sich in Finnland mit aggressiven Abfahrten jeweils auf den dritten Platz. Auch am Sonntag lagen nur Vlhova und Shiffrin vor der DSV-Dame. Am Samstag kam Dürr mit 0,84 Sekunden Rückstand auf die Gesamt-Weltcup-Siegerin ins Ziel, am Sonntag waren es 0,78.

Ski-Alpin-Saisonstart in Levi: DSV-Ass Lena Dürr legt Traumstart hin

„Das ist für uns alle ein Traum“, sagte Dürr. Vlhova und Shiffrin hätten so lange alles dominiert und „schienen so weit weg. „Es macht Spaß, da jetzt mitzumischen.“ Auch ARD-Experte Felix Neureuther* und DSV-Alpinchef Wolfgang Maier freuten sich über die „sensationelle Leistung“ der Spätzünderin. „Du stehst mit den zwei besten Slalom-Fahrerinnen auf dem Podium, das ist eine ganz besondere Auszeichnung für dich“, sagte Maier.

Fast 14 Jahre ist Dürr schon Teil des Weltcup-Teams und bestritt dabei 171 Rennen. Auf dem Podium im Slalom stand sie – abgesehen von einem City-Event in Moskau 2013 – vor diesem Wochenende noch nie, obwohl sie schon in jungen Jahren als großes Talent und Kandidatin auf den Gesamtweltcup galt. Erst im vergangenen Winter konnte die Münchnerin ihr Potenzial mit mehreren Top-10-Platzierungen dauerhaft abrufen.

Slalom-Sensation in Levi: Lena Dürr kann Podestplatz nicht glauben - „es ist Wahnsinn“

Und nun also zweimal Podest in zwei Tagen. „Es ist Wahnsinn, einfach nur verrückt“, rief die 30-Jährige nach ihrem zweiten Coup in Levi. „Das ist eine Befreiung, da fällt vieles ab. Ich habe lange gearbeitet dafür, es ist einfach genial.“ Folgt jetzt der Sturm an die Spitze? (jo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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