1. tz
  2. Sport
  3. Wintersport

Mega-Ski-Talent wechselt überraschend Verband: Ihre Mutter holte einst Olympia-Gold

Erstellt:

Von: Andreas Knobloch

Kommentare

Ski Alpin Wunder Lara Colturi Olympia Mutter Ceccarelli
Links: Lara Colturi, rechts Daniela Ceccarelli. Tochter und Mutter zeigen dem italienischen Verband die Zunge. © Screenshot Instagram Colturi / Imago Ceccarelli (Collage)

Für den italienischen Skisport war diese Meldung ein echter Schock: Lara Colturi, Wunderkind, 15 Jahre alt, wechselt den Verband.

Rom - Im Fußball kennt man solche Entscheidungen, wie die der Lara Colturi, auch, jedoch aus anderen Gründen. Beispielsweise der FC-Bayern-Star Jamal Musiala konnte sich entscheiden, ob er lieber für England oder Deutschland aufläuft. Und zum Glück aller, begutachtet man seine aktuellen Leistungen, hat er sich für Hansi Flick und gegen Gareth Southgate entschieden. Colturi hat sich für Albanien und gegen Italien im Wintersport entschieden. Im Vergleich zu Musiala aber aus anderer Motivation.

Alberto Tomba, Giuliano Razzoli, Sofia Goggia oder Daniela Ceccarelli sangen einst mit Goldmedaille um Hals die italienische Nationalhymne bei den Olympischen Spielen. Sie sind nur eine Handvoll Legenden aus einer langen Liste von Ski-Alpin-Helden des Landes. Ceccarellis Tochter Colturi wird wohl nicht dazugehören. Goggia kann das gar nicht nachvollziehen. „Mein Land zu vertreten ist für mich etwas, auf das ich nicht verzichten könnte“, sagte sie, die nach Gold 2018 Silber 2022 holte.

Lara Colturi wird aller Voraussicht nach eher „Himni i Flamurit“ mitsummen, wenn sie an ihre bisherigen Leistungen anknüpft, denn ihr Wechsel zu Albanien sorgte vor allem in der italienischen Presse für Furore, wie unter anderem auch Merkur.de berichtet.

Ski-Wunder Colturi künftig für Albanien, Mutter holte für Italien Olympia-Gold

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum eine Tochter einer italienischen Olympiasiegerin zu einem albanischen Verband wechselt? Die Antwort ist wohl eine Mischung aus Flexibilität und Finanzen. Wie zum Beispiel sportnews.bz berichtet, wird Colturi zu einem Star geformt, und zwar ausgerechnet im Ceccarelli Golden Team, das - wie der Name schon sagt - von ihrer Mutter geleitet wird.

In diesem Team kann sie weiterhin flexibel und frei trainieren, was bei einem Kaderplatz Italiens wohl unmöglich wäre. Auch unabhängig von Sponsorenverpflichtungen ist Colturi als Neu-Albanerin. Sie kann also ihre Trainings, Rennen und Werbeeinnahmen in gewisser Weise selbst steuern. Für die Italiener ein Schock laut Medienberichten, vor allem, weil sie den Wechsel nicht verhindern konnten, da junge Talente unter 16 Jahren ohne Zustimmung des Verbandes eben jenen wechseln können. Der italienische Verband hörte von den Gerüchten, nahm sie aber nicht ernst, deswegen war die Überraschung groß.

Laura Colturi: Ein Ski-Wunder für Albanien aus Italien

Und wie gut sie ist, zeigt ein Blick in die Tabellen und Zeitungen. Die Ski-Marke Blizzard titelte: „Gutes Blut lügt nicht“. Skiweltcup.tv: „Lara Colturi, ein Name mit Zukunft“. Im Moment befinden sich die meisten Skifahrer zur Vorbereitung auf die nächste Saison in Südamerika. In Chile fanden aber auch kürzlich einige FIS-Rennen statt, die Chile Winter Series, mit viermal Colturi als Siegerin, teilweise mit großem Vorsprung. Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich das Talent entwickelt. Und vielleicht kann sie ihre Mutter toppen, die 2002 als Italienerin den Super-G in Salt Lake City gewann. Eine Albanerin mit Gold im Ski Alpin? Bisher Fehlanzeige. (ank)

Auch interessant

Kommentare