Kathrin Hölzl ganz cool

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Siegerin Kathrin Hölzl.

Lienz - Die Teamgefährtinnen bangten aufgeregt im Zielraum, Kathrin Hölzl blieb kurz vor Abschluss ihres großen Ski-Jahres ganz cool.

Mit der Routine einer Weltmeisterin meisterte die 25-Jährige die Nervenprobe und fuhr mit einem Mini-Vorsprung von 5/100 Sekunden am Montag beim Riesenslalom im österreichischen Lienz ihren zweiten Saisonsieg im alpinen Ski-Weltcup ein. Der WM-Titel im Februar, dann der erste Weltcup-Erfolg vor einem Monat und nun durch den nächsten Erfolg die Führung im Disziplin-Weltcup - kurz vor der Jahreswende und knapp sieben Wochen vor Olympia läuft es für Hölzl perfekt. Dagegen musste Maria Riesch ihr zweites Ausscheiden der Saison hinnehmen. Dabei blieb die 25-Jährige im Gegensatz zu der gestürzten Gesamtweltcupführenden Lindsey Vonn (USA) unverletzt.

“Das war ein extrem spannendes Rennen mit super guten Vorstellungen und Katy hat den Sieg eingefahren“, lobte Alpin- Direktor Wolfgang Maier die nervenstarke Vorzeige-Technikerin. “Ich habe mir gedacht, dass sie den Vorsprung runter bringt und wenn es am Ende nur ein paar Hundertstel sind, ist das total wurscht.“ Um 1,24 Sekunden war Hölzls Zeit nach dem ersten Durchgang besser als die von Manuela Mölgg, die das Rennen als Zweite vor Taina Barioz (Frankreich) beendete. Erstmal kräftig durchpusten musste Damen- Cheftrainer Mathias Berthold nach dem Riesenslalom-Krimi am Schlossberg. “Ich habe Zweifel bekommen zwischen erster und zweiter Zwischenzeit“, gestand der Coach. “Aber Katy ist im Moment das Maß der Dinge im Riesenslalom.“

Wurde sie im Februar noch von einigen als Überraschungs- Weltmeisterin tituliert, so festigte sie ihr Weltcup-Ansehen spätestens durch den Erfolg von Aspen Ende November. “Der WM-Titel hat mir super-viel Selbstvertrauen gegeben. Ich hatte eine starke Vorbereitung und im Moment läuft es wirklich sehr gut“, sagte Hölzl. Viktoria Rebensburg fuhr als Fünfte ebenso wie Lena Dürr auf Rang 25 ihr bestes Weltcup-Ergebnis ein. “Viktoria hat ihr bestes Riesenslalom-Ergebnis erreicht, alles ist tipptopp“, lobte Maier.

Im ersten Durchgang war Hölzl die schnellste Zeit gefahren, hatte aber auch bange Minuten als Führende im Zielraum miterlebt, als Doppel-Weltmeisterin Vonn schwer gestürzt war. Statt mit dem angeforderten Rettungsschlitten konnte Vonn nach mehreren Minuten Behandlungszeit eigenständig den Berg hinab fahren, aber ihr gequältes Lächeln verhieß schon nichts Gutes.

Im Krankenhaus hieß es zunächst, dass sich die große Olympia- Hoffnung der USA mehrere Knochenbrüche im linken Unterarm zugezogen habe. Später hieß es dann vom Veranstalter: “Kein klassischer Handgelenksbruch, aber eine Schwellung bzw. ein Ödem im Knochen“. Sogar ein Start im Slalom am Dienstag sei möglich. “Ich weiß nicht, wie es jetzt ausschaut für die nächsten Tage und Wochen, aber ich werde jetzt einmal zu einem Handspezialisten fahren“, sagte Vonn.

Nicht nur für Vonn, sondern auch für Riesch war das vorletzte Rennen des Jahres schon im ersten Durchgang beendet. Wie schon vor zwei Wochen in Are, als sie auf dem Weg zu ihrer Riesenslalom- Bestleistung war, schied die Partenkirchenerin aus. Nach 54 Sekunden war die Fahrt auf der Suche nach dem Selbstvertrauen im Riesenslalom vorbei. “Das fehlt einfach nach dem Sturz in Are. Dabei bin ich super gefahren im Training. Ne' halbe Sekunde ungefähr hinter der Katy und vor der Vicky“, sagte die Partenkirchnerin. Noch im Zielraum erklärte die Slalom-Weltmeisterin ihren Eltern das Missgeschick, an diesem Dienstag (10.15/13.15 Uhr) in ihrer Spezialdisziplin will sie sich mit einem Erfolg Richtung Silvester verabschieden.

dpa

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