Einführung von „Mini Olympia“ und „Shorter Race“

FIS diskutiert Ski-Revolution: Kein Super-G, Auf- und Abstieg - ändert sich der Wintersport bald grundlegend?

Simon Jocher fliegt hier über die Piste in Hinterglemm am 7. März 2021 beim Super-G. Gibt es den Wettbewerb bald gar nicht mehr?
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Simon Jocher fliegt hier über die Piste in Hinterglemm am 7. März 2021 beim Super-G. Gibt es den Wettbewerb bald gar nicht mehr?

Gibt es bald die große Ski-Revolution im alpinen Rennzirkus? Ein Treffen der FIS könnte für die größte Veränderung aller Zeiten sorgen.

München - Der Wintersport-Kalender ist prall gefüllt. Mit den unterschiedlichsten Disziplinen haben vor allem die Allrounder im Wintersport viel zu tun. Der alpine Ski-Zirkus könnte jetzt allerdings vor einer Revolution stehen, wie der Skiverband FIS verlauten ließ. Es wird über gravierende Veränderungen nachgedacht. Und die haben es in sich. Kein Super-G mehr? Skifahren mit Auf- und Abstieg? Jedes Jahr ein Großevent?

Aber der Reihe nach. Wie die US-Agentur AP berichtet, sollen sich die FIS-Verantwortlichen getroffen haben und über eine grundlegende Änderung des Ski-Alpin-Sports debattiert haben. Sollten die Ideen durchgehen, würde das den Sport grundlegend ändern.

Ski-Revolution? FIS-Marketing-Direktor Jürg Capol hat gravierende Änderungen im Kopf

FIS-Generalsekretär Michel Vion schlug „Mini-Olympia“ vor, damit es in Jahren ohne Großevents doch eins gibt. Das Team um den neuen FIS-Präsidenten Johan Eliasch ging noch einen Schritt weiter. Sein Marketing-Direktor Jürg Capol soll gesagt haben, dass es nicht reiche, den Terminkalender nur ein bisschen zu ändern.

Dafür würde er gerne - und das wäre der erste Hammer - Super-G streichen. Es soll sich nur auf die traditionellen Disziplinen wie Abfahrt, Riesenslalom und Slalom-Events konzentriert werden. Super-G gibt es seit 1982 und wäre damit nach gut 40 Jahren wieder Geschichte.

Ski-Alpin bald mit Auf- und Abstieg und ohne Super-G?

Die nächste radikale Änderung wäre eine Art Auf- und Abstieg. Was in Ballsportarten Usus ist, würde auch den Skifahrer drohen. AP zitiert Capols Idee, mit „A Level and B Level“. In der Top-Liga würde nur 24 Elite-Profis antreten. Aktuell fahren die besten 30 zu Beginn eines Rennens, das Starterfeld geht aber noch viel länger. Und wenn im Ziel schon gefeiert wird, fahren unbekanntere Läufer noch ihre Rennen zu Ende, das würde wegfallen.

Um eine bessere Planung hinsichtlich der Fernsehübertragungen zu haben, würde Capol laut AP auch gerne die traditionellen Disziplinen in „Classic“ und „Shorter Race“ trennen. „Shorter Race“ würde nicht über eine Stunde dauern. Der Athleten-Sprecher Leif Kristian Nestvold-Haugen könnte sich auch mehr Flutlichtrennen vorstellen.

Ski: Olympische Spiele in Peking 2022 - Pisten „sehr steil und anspruchsvoll“

Und auch wenn bei den Olympischen Spielen in Peking 2022 die Alpine Kombination (Super-G, Slalom) dazugehört, wurde diese Disziplin für diesen Weltcup gestrichen. Dazu kommt, dass auf den laut FIS-Offiziellen Alte Skaardal „relativ steilen und sehr, sehr anspruchsvollen“ Pisten in Peking noch niemand trainieren konnte. Corona macht den Tests ein Strich durch die Rechnung.

Bleibt nur abzuwarten, was die FIS wirklich durchsetzt und ob der alpine Skisport bald vor einer großen Veränderung steht. Im Mai 2022 soll in FIS-Kreisen darüber weiter diskutiert werden.

Etwas freudigere Nachrichten hatte ein deutscher Skifahrer Mitte September: Er ist Vater geworden. (ank) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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