1. tz
  2. Sport
  3. Wintersport

Österreichische Ski-Hoffnung beendet topfit Karriere mit 26: „Eine Katastrophe“

Erstellt:

Von: Andreas Knobloch

Kommentare

Mathias Graf ÖSV Skifahren Skicross
Mathias Graf wird nicht mehr für den ÖSV Skifahren. © Eibner-Pressefoto /EXPA/Angerer via www.imago-images.de

Er war der Dominator im Europacup, galt als Olympia-Hoffnung und beendet jetzt seine Karriere mit 26. Mathias Graf begründet aber auch seine Entscheidung.

Lustenau - Es ist der Traum vieler Wintersportler. Der Gewinn einer Olympia-Medaille. Allerdings ist der Weg dorthin auch mit einigen Hindernissen verbunden. Manche lassen sich nicht überwinden, auch wenn man alle sportlichen Fähigkeiten hat. So auch geschehen beim 26-jährigen Mathias Graf, der jetzt in dem noch sehr jungen Alter seine Karriere beendet, was im österreichischen Ski-Verband für Entsetzen gesorgt hat. Doch die Begründung ist schlüssig und nachvollziehbar.

Es war lange der Wunsch von Graf im Ski-Alpin-Kader seines Landes Weltcuperfolge zu feiern. Als die Platzierungen jedoch nicht das gewünschte Resultat waren, wechselte er 2021 zum Ski-Freestyle. Im Skicross - vier Fahrer fahren gleichzeitig die Piste herunter, über Buckel, Sprüngen und Kurven - fand er seine Bestimmung. Im Europacup (sozusagen der 2. Liga) der abgelaufenen Saison gewann er den Gesamtweltcup, er gewann acht Rennen. Somit stand der Weltcup-Teilnahme nichts mehr im Weg. Das Ticket wird er nicht einlösen, wie Merkur.de berichtet.

Ski-Hoffnung Graf: „Es geht sich bei mir finanziell nicht mehr aus“

Der österreichischen Kronen Zeitung sagte er: „Es geht sich bei mir finanziell einfach nicht mehr aus. Ich war als Alpiner in der glücklichen Lage, vier Jahre lang als Heeressportler gefördert und versichert zu werden. Nach Auslaufen dieses Vertrags, bekam ich letztes Jahr noch 80 Prozent meines Solds als berufsfördernde Maßnahme.“ Eine kürzliche Entscheidung sorgte jetzt für das Aus. „Dadurch, dass ich leider keinen Ausbildungsplatz im Polizei-Spitzensportkader bekommen habe, fallen mir allein schon für die Versicherung - die bei einem Sportler nochmals deutlich höher ist als bei anderen Menschen - horrende Kosten an“, so Graf im Krone-Interview und er führt weiter aus: „Mit dem, was ich etwa vom Land Vorarlberg bekomme, kann ich diese Ausgaben gar nicht decken. Mit der Förderung als Mitglied des Hoffnungskaders kann ich gerade einmal jenen Betrag begleichen, den ich seit vergangenem Sommer für das Training im Olympiazentrum Vorarlberg hier in Dornbirn bezahlen muss.“

Eine finanzielle Herausforderung, die einen Sportler, der jetzt sogar schon als Olympia-Hoffnung für die Spiele 2026 angesehen wurde, zum Aufhören zwang. Für den ÖSV, der den Polizei-Spitzensportkader nicht beeinflussen kann, eine heftige Angelegenheit. „Die Entscheidung ist für uns eine Katastrophe“, kommentiert der Skicrossverantwortliche Markus Gutenbrunner, für den die Sache aber noch nicht vom Tisch ist. „Wir werden alles dafür tun, um für Mathias eine Lösung zu finden.“

Ski-Freestyler Graf nicht im Spitzensportkader, Reinfried Herbst begründet Entscheidung

Ex-Ski-Ass Reinfried Herbst, der Spitzensportkoordinator ist, begründet die Entscheidung: „Mathias ist auf einem grandiosen Weg, allerdings hatten wir so viele Bewerber, die bereits auf höherem Niveau große sportliche Erfolge feiern konnten. Ich hoffe darauf, dass Mathias weiterfährt. Denn sollte er die Erfolge, die man nach der letzten Saison erwarten darf, im Weltcup abliefern, hat er in Zukunft sehr gute Chancen bei der Polizei.“

Graf, der seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern sehr dankbar ist, „auf was sie alles verzichtet haben“, damit er einen Fuß in den Spitzensport bekommt, geht es jetzt mit der Entscheidung „persönlich besser“. Am 1. Dezember startet seine „normale Ausbildung“. Und zwar als Polizist.

Auch ein deutscher Wintersportler hat seine Karriere früh an den Nagel gehängt. Der Eisschnellläufer Joel Dufter fängt jetzt eine Ausbildung als Schreiner an. (ank)

Auch interessant

Kommentare