Ski-Ass Shiffrin gibt Comeback nach Tod ihres Vaters - zwei weitere Winter-Könige starten in die Saison

„Ich hab keine Luft mehr bekommen“

Ski-Überfliegerin Shiffrin auf dem Siegerpodest Mikaela Shiffrin
+
Mikaela Shiffrin kehrt in Levi in den Weltcup zurück

Erst verstarb ihre Oma, dann verunglückte Vater Jeff. Danach dachte Ski-Königin Mikaela Shiffrin an Rücktritt. Am Samstag gibt sie ihr Comeback nach 300 Tagen.

  • Mikaela Shiffrin dachte an Rücktritt - Mutter Eileen überzeugt sie, weiterzumachen
  • Am Samstag fährt das US-Girl bei Ski-Slalom in Levi
  • Auch Markus Eisenbichler (Skisprung) und Francesco Friedrich (Bob) starten in den Winter

Mikaela Shiffrin weiß nicht, wie schnell sie aktuell Skifahren kann, Skispringer Markus Eisenbichler will zum Saisonstart weit fliegen und Francesco Friedrich ist der Gejagte in der Bobbahn. Der Wintersport kommt in die Gänge. Am Wochenende starten drei Winter-Helden in die Saison.

„Das waren Wellen, die über mich und meiner Familie hereinbrachen“

Im finnischen Levi sind alle Augen auf die Rückkehr der Ski-Königin Mikaela Shiffrin (25) gerichtet. Im vergangenen Herbst verstarb ihre Oma, im Februar verunglückte ihr Vater Jeff beim Heimwerken tödlich. „Das waren Wellen, die über mich und meiner Familie hereinbrachen“, berichtet Shiffrin vor ihrem Comeback nach 300 Tagen Pause. Sie habe das Gefühl gehabt, „gerade noch genügend Luft zu bekommen, um weiterzuleben. Aber nicht genügend, um wirklich zu atmen.“ Shiffrin hinterfragte ihr ganzes (Sport-)Leben, grübelte tage- und wochenlang, ob sie ihre Karriere fortsetzen soll. Am Ende sprach ihr auch Mutter Eileen, die sie bei den Rennen stets begleitet, gut zu.

Shiffrin ist unsicher, wie gut ihre Form ist

Den Saisonauftakt in Sölden verpasste sie wegen Rückenproblemen. Ob es die dreimalige Gesamtsiegerin, fünfmalige Weltmeisterin und Gewinnerin von 66 Weltcup-Rennen noch drauf hat? Schwer zu sagen, meint sie: „Vieles fühlt sich so neu an, als ob ich gestern auf die Welt gekommen wäre.“ Ihre Vorgängerin Lindsey Vonn (36, 82 Siege) hat dazu eine klare Meinung: „Ich bin mir sicher, dass Mikaela schon sehr bald alle Rekorde brechen wird.“

Markus Eisenbichler (29) ist bei der vergangenen WM 2019 gelungen, was nur wenig Skispringer schaffen - dreimal Gold! Heute startet er in Wisla (18 Uhr, Eurosport) in eine Mammut-Saison mit zwei WMs, einer Vierschanzentournee, zehn Ländern und 21 Reisezielen. Seine Vorbereitung verlief „ziemlich gut“, ob er bereit ist, entscheidet sich im Kopf. Vor einem Jahr ging er mit ähnlich hohen Erwartungen in die Saison, landete in Wisla aber nur auf Rang 50. Diesmal will „Eisei“ es einfach entspannt angehen: „Die ersten Stationen sind dafür da, dass man in den ganzen Zirkus reinfindet. Da muss man nicht gleich die Welt niederreißen.“

Markus Eisenbichler freut sich auf die Heim-WM in Oberstdorf

Zumal das eigentliche Highlight erst Ende Februar beginnt - die WM in Oberstdorf vor der eigenen Haustür wird für den Ur-Bayern vielleicht sogar der Höhepunkt der Karriere. „Eine zweite Heim-WM werde ich in meinem Skisprung-Alter wohl nicht mehr erleben“, sagt Eisenbichler. Sein Ziel: „Ich gehe das ganz locker an. Ich habe schon fünf WM-Medaillen, die kann mir keiner mehr nehmen.“ Kurios: Weltcupsiege hat er bisher nur einen - 2019 in Planica.

Bobpilot Francesco Friedrich (30) hat 37 Weltcupsiege. Er ist Doppel-Olympiasieger, elffacher Weltmeister und am Samstag in Sigulda der große Favorit. Bis Ende des Jahres sind nur Rennen im Zweier vorgesehen, was Friedrich „schade“ findet. Die Kanadier um Olympiasieger Justin Kripps fehlen bei den ersten vier Weltcups zudem komplett. Überhaupt wird es kein Übersee-Winter: Sieben der acht Weltcups finden unter anderem coronabedingt in Europa statt, darunter Winterberg und Königssee. Nur das Weltcup-Finale soll in Peking (13./14. März) steigen.

Francesco Friedrich ist auch in dieser Saison der große Favorit

Die Corona-Pandemie nötigt dem 30-jährigen Familienvater viel Respekt ab. „Man ist immer ein bisschen aufgeregt kurz bevor das Testergebnis kommt. Niemand ist vor dieser Krankheit gefeit.“ Immerhin: Das Virus beschert ihm März erneut eine Heim-WM in Altenberg.

Auch interessant

Kommentare