Eurosport-Moderator

Ski-Weltcup: Interview mit Guido Heuber zum Start in Sölden

+
Als Moderator auf Eurosport begleitet Guido Heuber (45) den Skisport seit Jahren.

München - Als Moderator auf Eurosport begleitet Guido Heuber (45) den Skisport seit Jahren. Mit der tz sprach er über den Auftakt zum Ski-Weltcup 2015/2016 in Sölden.

Als Moderator auf Eurosport begleitet Guido Heuber (45) den Skisport seit Jahren. Der Insider war selbst Freestyleprofi in der Nationalmannschaft, mit der tz sprach er über den Auftakt zum Ski-Weltcup 2015/2016 in Sölden. Wie Sie den Ski-Weltcup in Sölden live im TV und im Live-Stream verfolgen können, haben wir bereits zusammengefasst.

Wie sehr freuen Sie sich schon?

Heuber: Normalerweise ist es in einem Jahr ohne WM und Olympia im Sommer eher ruhig. Aber was dieses Jahr in der Pause alles geboten war, habe ich in 20 Jahren noch nicht erlebt. Rücktritte, der Skandal mit Fenninger und Schröcksnadel, die Verletzungen kurz vor dem Start. Da hat sich für mich als Moderator extrem viel Inhalt aufgebaut. Am Wochenende kann sich das endlich entladen… Das Opening muss man sich vorstellen wie eine Art explodierender Kessel. Alle sehen sich wieder. Für die Athleten ist Sölden die erste Standortbestimmung. In diesem Umfeld tauchen auch viele ehemalige Skistars auf, obwohl es in Sölden gar kein Legenden-Rennen gibt. Und wenn man abends in die großen Hotels mit mehreren Sternen geht, für ein paar Drinks an der Bar Platz nimmt, dann kommt ein Skifan aus dem Staunen nicht mehr heraus. Tomba, Stenmark, Girardelli, … alle sitzen da, kreuz und quer.

Wie wichtig sind die guten Bilder?

Heuber: Die sind eine Initialzündung für den Sport, den Tourismus und die Skiindustrie. Selbst wenn Sölden als Event das Dreifache kosten würde, das würde sich trotzdem rechnen.

Guido Heuber zu Ski-Weltcup 2015/2016 in Sölden: Die großen Namen bleiben in der Szene

Einige sind zurückgetreten. Vermissen Sie jemanden speziell?

Heuber: Zu vielen hat sich über die lange Zeit, die ich den Job schon mache, ein enges Verhältnis, zu manchen eine echte Freundschaft entwickelt. Mit einigen fährt man auch mal im Sommer in den Radlurlaub. Kurzum: Natürlich vermisse ich sie als Rennläufer, ich freue mich aber für jeden Athleten, der gesund seine Karriere beenden kann. Und die großen Namen bleiben in der Szene: In den Medien, als Berater oder als VIP-Skiguide. Außerdem kommen neue Gesichter nach und bereichern den Ski Weltcup.

Es gibt auch Comebacks…

Heuber: …und die sind immer eine große Geschichte. Ich hatte vier Kreuzbandrisse und weiß, wie schwer es ist, sich zurückzukämpfen. Einen Rückschlag zu überwinden, finde ich beeindruckender, als wenn alles glatt läuft. Was Verletzungen angeht, hat ein Svindal schon einiges mitgemacht. Wie er immer wieder zurückkommt, ist imponierend.

Guido Heuber zu Ski-Weltcup 2015/2016: Bode Miller kommt zurück

Kommt auch Bode Miller zurück?

Heuber: Ich denke ja. Wobei: Obwohl ich ihn recht gut kenne, Bode ist unberechenbar, der weiß selbst nicht so genau, was er vorhat. Aber Bode ist für mich der talentierteste Skifahrer des Jahrtausends. In gewisser Weise weiß er das auch selbst. Ich traue ihm zu, dass er es noch mal probiert. Nach meinem Wissen entwickelt er gerade seine eigenen Ski und will damit bei Olympia 2018 starten. Das wäre cool. Er dürfte einmal pro Jahr starten, ohne den Verletztenstatus zu verlieren. Ich denke, dass er bei seinem Lieblingsrennen, in Wengen, antritt.

Wie wichtig sind solche Typen?

Heuber: Bode ist einzigartig. Miller – das ist höchstes Talent (in einer Liga mit Ingemar Stenmark), allerdings gepaart mit Sex, Drugs & Rock n’ Roll. Es gab eine Zeit im Skisport, da wimmelte es von weichgespülten Sportlern, was aber an den Verbänden lag, die aus ihnen gesichtslose Gladiatoren machen wollten. Jetzt tauchen wieder echte Charakterköpfe auf. Felix ist so einer, Hirscher, aber auch ein Dominik Paris, der in einer Heavy Metal Band spielt, oder ein Hannes Reichelt, der mit seiner kleinen Privatmaschine über die Alpen fliegt. Endlich dürfen die Skistars wieder cool sein.

Wie oft sind Sie eigentlich selbst noch auf der Piste?

Heuber: Im Schnitt komme ich auf 150 bis 180 Skitage pro Jahr. Und ich bin Riesenslalom–Weltmeister geworden…

Bei der Journalisten-WM?

Heuber: Nein, bei der Gastronomie-WM… Als ausgebildeter Sommelier konnte ich teilnehmen. Darf ich noch was anmerken?

Klar.

Heuber: Man kann mir über facebook.com/Guido.Heuber bis ins Studio folgen. Zuschauer und Skibegeisterte können mir über diese Seite Fragen stellen, Kommentare hinterlassen. Wenn die sinnvoll sind, baue ich sie gerne in die Sendung ein. Ich checke diese Seite auch außerhalb eines Rennens und würde mich echt freuen. Wer also Fragen hat, ich freue mich.

Interview: Johanna Stöckl

auch interessant

Meistgelesen

So sehen Sie den Biathlon-Weltcup heute in Antholz live im TV und Live-Stream 
So sehen Sie den Biathlon-Weltcup heute in Antholz live im TV und Live-Stream 
Biathlon in Ruhpolding: So sehen Sie den Weltcup heute live im TV und Live-Stream
Biathlon in Ruhpolding: So sehen Sie den Weltcup heute live im TV und Live-Stream
Dahlmeier sei Dank: DSV-Staffel gewinnt auch in Ruhpolding
Dahlmeier sei Dank: DSV-Staffel gewinnt auch in Ruhpolding
Kombinierer Frenzel feiert 36. Weltcup-Sieg
Kombinierer Frenzel feiert 36. Weltcup-Sieg
<center>Samt-Trachtenhut mit Hahnenschlappenfeder grün</center>

Samt-Trachtenhut mit Hahnenschlappenfeder grün

35,00 €
Samt-Trachtenhut mit Hahnenschlappenfeder grün
<center>Samt-Trachtenhut mit Hahnenschlappenfeder lila</center>

Samt-Trachtenhut mit Hahnenschlappenfeder lila

35,00 €
Samt-Trachtenhut mit Hahnenschlappenfeder lila
<center>De gloane Raupm Griagnedgnua - Hörbuch auf Bayerisch</center>

De gloane Raupm Griagnedgnua - Hörbuch auf …

10,50 €
De gloane Raupm Griagnedgnua - Hörbuch auf Bayerisch
<center>Baby-Rassel aus Holz</center>

Baby-Rassel aus Holz

17,50 €
Baby-Rassel aus Holz

Kommentare