Alpinchef Maier diesmal zuversichtlich

Ski-WM in St. Moritz: DSV-Team kehrt zurück an Ort des Debakels 

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Wolfgang Maier

St. Moritz - Vor 14 Jahren enttäuschte die Elite des deutschen Ski-Verbandes bei einer desaströsen WM in St. Moritz. Nun kehren sowohl alte als auch neue Hoffnungsträger zurück.

Update vom 10. Februar 2017: Ski-Sport der Extraklasse wird sicherlich auch am Samstag geboten, wenn die High-Speed-Fraktion der Herren bei der alpinen Ski-WM den Berg herunterrauscht. Wir haben für Sie zusammengefasst, wie Sie die Abfahrt der Herren bei der Ski-WM in St. Moritz live im TV und Live-Stream sehen können.

Update vom 7. Februar 2017: Am Mittwoch steigen die Männer in die Weltmeisterschaft ein. Im TV-Guide vontz.de erfahren Sie, wie Sie den Super-G der Herren bei der Ski-WM 2017 live im TV und Live-Stream sehen.

Schlimmer als beim letzten Mal kann es gar nicht werden. 2003 erlebten die deutschen Ski-Helden mit Olympiasiegerin Hilde Gerg und Weltmeisterin Martina Ertl an der Spitze bei der WM in St. Moritz ein Debakel. „Das nächste Mal lege ich mich auf Mallorca an den Strand, bevor ich mir so einen Scheißdreck antue", schimpfte der damalige Frauen-Cheftrainer Wolfgang Maier zwischendurch frustriert. Nur die Youngster Maria Riesch und Felix Neureuther erfüllten die Erwartungen, Medaillen gab es allerdings keine.

Neue Chancen im Schweizer Nobel-Skiort

Nun kommen Maier als Alpinchef des Deutschen Skiverbandes und Neureuther als 14 Jahre älterer und gereifter Hoffnungsträger zurück in den Schweizer Nobel-Ort - und sie sind guten Mutes, dass sich das Fiasko von damals nicht wiederholen wird. „Für mich schließt sich ein Kreis, ich fahre deshalb gerne hin. Das wird eine sehr schöne WM", sagt Neureuther, der in der zweiten Woche im Teamwettbewerb, im Riesenslalom und im Slalom auf Edelmetall hoffen darf. Maiers Vorgabe sind drei Medaillen - ein "hoch gestecktes Ziel", wie er zugibt.

Für einen gelungenen Auftakt soll gleich im ersten Rennen, dem Super-G der Frauen am Dienstag (12.00 Uhr/ZDF und Eurosport), Viktoria Rebensburg sorgen. Favoritin, noch vor US-Superstar Lindsey Vonn, ist die Schweizerin Lara Gut, aber auch Rebensburg ist guter Dinge. „Meine Formkurve zeigt nach oben, entsprechend zuversichtlich bin ich, um die Medaillen mitkämpfen zu können", sagt die Olympiasiegerin, die ihre Probleme nach dem Schienbeinkopfbruch im Herbst überwunden glaubt. Der aggressive, also trocken-feine Schnee im Oberengadin liege ihr, meint sie.

Alpinchef Maier optimistisch und zuversichtlich

Maria Höfl-Riesch, die als ARD-Expertin nach St. Moritz kommt, sieht ihre frühere Teamkollegin als Medaillenkandidatin in gleich drei Disziplinen. Bei Großereignissen, weiß sie, "konnte man sich auf die Vicky immer verlassen". Zuletzt, bei der WM 2015 in Vail/Beaver Creek (USA), holte Rebensburg Silber im Riesenslalom. Hinter der 27-Jährigen aus Kreuth am Tegernsee klafft bei den Frauen ein Loch, eine Medaille wird außer ihr keiner zugetraut.

„Bei einer WM weiß man zwar nie, was passiert, da werden die Karten komplett neu gemischt", sagt Maier, "aber um die Medaillen fahren von den Ergebnissen her nur die Vicky und der Felix." Allerdings: Mit dem Allgäuer Stefan Luitz, zuletzt Riesenslalom-Dritter in Garmisch-Partenkirchen, oder Linus Straßer (München) hat Maier in seinem 13-köpfigen Aufgebot zwei Asse im Ärmel, die für eine Überraschung gut sind. Fehlen wird der verletzte Fritz Dopfer, 2015 WM-Zweiter im Slalom.

Große Hoffnungen im Mannschafts-Wettbewerb

Straßers Sensationssieg beim Parallel-Slalom in Stockholm, dem letzten Rennen vor der WM, sei für die Mannschaft "psychologisch sehr wichtig" gewesen, meint Maier. Straßer bezwang dort unter anderem Slalom-Dominator Henrik Kristoffersen, dessen Duell mit Österreichs Star Marcel Hirscher zu den WM-Höhepunkten zählen wird. Für St. Moritz sage der bislang einzige deutsche Weltcup-Sieg in diesem Winter nichts aus, meint Maier, aber: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken und gehen mit Grundoptimismus hin, auch wenn du da Vierter oder Fünfter werden kannst." Die besten Chancen hat der DSV wohl im Mannschafts-Wettbewerb (14. Februar).

2003 sorgten Höfl-Riesch als Fünfte in der Kombination und Neureuther, der sich mit bester Laufzeit im Finale auf Slalom-Rang 15 kämpfte, für die wenigen Lichtblicke. Und für den besten Spruch. Neureuther bei seiner Ankunft zu seinen ersten Eindrücken von St. Moritz: „Am Eingang zum Hotel habe ich gleich zwei super Hasen gesehen."

Hier finden Sie die aktuellen deutschen Teilnehmer an der Ski-WM in St- Moritz im Formcheck.

sid

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