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„Idiotenhügel“? Herbstfoto aus den Kitzbüheler Alpen wird zerlegt - selbst Ex-Skifahrerin ist außer sich

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Von: Andreas Knobloch

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Wintersport Skifahren Kitzbüheler Alpen Salzburg
Dieses Foto aus dem Jahr 2019 gibt es auch wieder im Jahr 2021. Und es entsetzt einige Wintersport-Fans. © picture alliance/dpa/APA | Expa/Johann Groder

Aufs Skifahren freuen sich viele Menschen schon, wenn der Herbst losgeht, doch ein Bild sorgt selbst bei Winersport-Fans für großes Entsetzen.

Salzburg - Im November darf man natürlich wieder ans Skifahren und Wintersport denken. Die Schneefallgrenze sinkt kontinuierlich und die Corona-Regeln in diesem Winter lassen mehr zu, als im vergangenen Jahr. Doch ein Skigebiet sorgt jetzt für Empörung. Viele halten die Maßnahme aus Mittersill in Salzburg für das falsche Signal - vor allem hinsichtlich Klimawandel und den Folgen. Auch die ehemalige österreichische Skifahrerin Nicola Werdenigg findet es gar nicht gut.

Der ORF titelte über mit einem Bild über die Skipiste mit den Worten: „Ski-Exotik: Das weiße Band“. Und eben jenes weiße Band kritisiert Werdenigg mit den Worten: „Alle Jahre wieder ist den Skigebietsbetreibern nicht bewusst, welche Signale sie in Bezug auf die #Klimakatastrophe aussenden“

Ski-Gebiet Salzburg, Mittersill: Foto aus Kitzbüheler Alpen bringt viele auf die Palme

Doch was hat es mit der Skipiste eigentlich auf sich, die vor allem am 30. Oktober gut besucht war? Wie der ORF schreibt, wurde aus dem letzten Winter Altschnee in den Herbst deponiert und nun neu ausgewalzt. Laut den Managern sei der Vorgang „ökologisch“, wie der ORF berichtet. Mit einer Isolierfolie auf schattigen Hängen hätten sie den Altschnee gut über den Sommer gebracht. Die Piste ist 700 Meter lang, rund 65 Meter und bis 80 Zentimeter dick.

Ski-Gebiet Salzburg: Foto aus Kitzbüheler Alpen gab es schon in den Vorjahren

Werdenigg und vor allem ihre Follower kritisieren eher das Signal, was so ein Bild auslöst, als den eigentlichen Hintergrund, wie der Schnee dort hingebracht wurde. Unter anderen Posts mit demselben Foto heißt es in den Kommentaren: „Des san deppert!“ oder „Idiotenhügel“. Diese Piste gibt es schon länger, auch in den Vorjahren wurde sie schon früh befahren.

Vor allem sollen aber Ski-Teams dort trainiert haben. Besonders hervorzuheben: Indische Leistungssportler sollen eigens nach Salzburg gereist sein, um für die Olympischen Spiele zu trainieren, die 2022 in China stattfinden. Ob es keine nähere Trainingsmöglichkeit gibt?

Wintersportler aus Indien froh über die Trainingsmöglichkeit

Der indische Trainer ist ein Österreicher. Werner Margreiter war einst Cheftrainer des ÖSV. Laut dem ORF sagte er: „Indien hat eineinhalb Milliarden Einwohner, und der Wintersport ist sehr wenig entwickelt. Das ist dort für die Mittelklasse ein absolut tolles Potenzial für die kommenden Jahrzehnte – auch als Gäste für Österreich.“ Und die Inder waren sogar schon 2017 zu Gast. 2019 titelte das ORF Mitte Oktober schon: „Wieder Wirbel um frühen Saisonstart“. Es wäre keine große Überraschung, wenn die Piste auch 2022 wieder zum Thema wird.

Die Piste für die Olympische Spiele in China wurde schon kritisiert. Ein FIS-Verantwortlicher nannte sie „steil und sehr anspruchsvoll“. Man muss bis in den Februar warten, um zu sehen, wie gut die Inder darauf performen. (ank)

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