Skispringen: Comeback der Altstars

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Janne Ahonen.

Frankfurt - Der “Schweiger aus Lahti“ kehrt aus dem sportlichen Ruhestand auf die Schanze zurück und sorgt mit seinem Comeback im Olympia-Winter für Gesprächsstoff bei der Konkurrenz.

Finnlands Skisprung-Ass Janne Ahonen vollzieht wie Österreichs Nordischer Kombinierer Felix Gottwald beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo den Rücktritt vom Rücktritt. “Das ist ein Comeback mit Erfolgsaussichten. Wenn es einer schafft, dann Janne. Er war jahrelang ein Aushängeschild und hatte die größte Konstanz aller Topspringer. Es würde mich überraschen, wenn er nicht in den Top Ten aufkreuzt“, sagt Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster über Ahonen.

Der 32 Jahre alte Familienvater will sich in seiner zweiten Karriere endlich den Traum vom Olympia-Gold erfüllen. “Ich bin zuversichtlich, dass ich in Vancouver erfolgreich sein kann“, sagt Ahonen. Dies trauen ihm auch seine Konkurrenten zu. “Ich glaube, er kann wieder vorne mitmischen. Körperlich hat er sich fit gehalten und bringt die Voraussetzungen mit, sprungtechnisch war er ohnehin über all die Jahre Weltspitze. Da hat er ein Gefühl entwickelt, so dass ihn so schnell nichts aus dem Konzept bringt“, erklärt Martin Schmitt.

Diese Wintersportarten sind olympisch

Snowboard: In Sotschi werden in dieser Sportart in zehn Disziplinen Medaillen vergeben © dpa
Slopestyle: Diese Snowboard-Disziplin ist seit 2014 neu im Olympia-Programm. Die Fahrer müssen einen Parcours absolvieren und dabei Drehungen und Grabs zeigen. Die Jury gibt dafür Punkte. © dpa
Cross: Hier müssen mehrere Snowboarder gleichzeitig eine Abfahrtsstrecke bewältigen © dpa
Halfpipe: Auch in der Halfpipe können Snowboarder um Gold, Silber und Bronze kämpfen © dpa
Parallel-(Riesen-)Slalom: Hier geht es "Mann gegen Mann" beziehungsweise "Frau gegen Frau". Zwei Fahrer treten gegeneinander an. © dpa
Bob: Hier fallen drei Entscheidungen. Und zwar im Zweierbob (Damen und Herren) und im Viererbob © dpa
Curling: Für Außenstehende ein Rätsel - für die Spieler harte Arbeit. Beim Curling versuchen zwei Mannschaften zu je vier Spielern, ihre Steine näher an den Mittelpunkt des Zielkreises auf der Eisbahn zu spielen als das gegnerische Team. © dpa
Skeleton: Kopf voran in die Eisröhre! Zwei Garnituren Gold, Silber und Bronze werden hier vergeben. © dpa
Eiskunstlauf/Eistanz: Hier ist Eleganz auf Kuven gefragt. In fünf Disziplinen wird um Gold gekämpft - zum ersten Mal auch als Team-Wettbewerb. © dpa
Eisschnelllauf: 12 Mal Gold gibt es im Eisschnelllauf in Sotschi zu gewinnen. Die Distanzen reichen von 500 Metern bis 10.000 Metern. Auch die Teamverfolgung steht auf dem Programm. © dpa
Rennrodeln: Hier dominieren seit Jahren die Deutschen. Vier Medaillen werden in Sotschi vergeben, davon zwei im Einsitzer (Damen und Herren) und eine im Doppelsitzer. Die vierte Medaille wird in einer Disziplin vergeben, die neu bei Olympia ist. Und zwar im ... © dpa
Rennrodeln-Staffel: Sie feiert in Sotschi Premiere. Die Staffel besteht aus einem weiblichen und einem männlichen Einsitzer-Fahrer, sowie einem Doppelsitzer. Die Deutschen Felix Loch (l-r), Tobias Arlt, Tobias Wendl und Natalie Geisenberger sind haushoher Favorit. © dpa
Ski Alpin: Insgesamt zehn Mal Gold wird in den alpinen Disziplinen vergeben - in der Abfahrt, im Super G, im Riesenslalom, im Slalom und in der Kombination. © dpa
Eishockey: Zwei Goldmedaillen werden ausgespielt - jeweils eine bei den Herren und bei den Damen. © dpa
Langlauf: In der Loipe werden zwölf Goldmedaillen vergeben. Und zwar im Skiathlon (2 x 7,5 Kilometer), im Sprint, im Team-Sprint, über 10 und 30 Kilometer (Damen) und 15 und 50 Kilometer (Herren) sowie in der Staffel (4x5, bzw. 4x10 Kilometer).  © dpa
Skispringen: Insgesamt wird im Skispringen in vier Wettkämpfen um den Sieg gekämpft, dabei werden drei bei den Männern vergeben (Normalschanze, Großschanze, Team) und einer beim ... © dpa
Skispringen der Damen: Auch das ist neu bei Olympia 2014. Die wagemutigen Damen dürfen allerdings "nur" von der Normalschanze hüpfen. © dpa
Ski-Freestyle: Die Artisten auf zwei Brettern kämpfen um insgesamt zehn Goldmedaillen. Für sie heißt es auf der  Buckelpiste alles geben, sowie im Ski Cross, Slopestyle, im Sprung und - ab 2014 ganz neu dabei - im ... © dpa
Ski-Freestyle Halfpipe: In der halbierten Röhre gilt es für die Frauen und Männer, hohe Sprünge und spektakuläre Tricks zu zeigen. Dafür vergibt die Jury Punkte - und am Ende Gold, Silber und Bronze. © dpa
Biathlon: Wer trifft und flink läuft, der hat im Biathlon große Chancen auf den Sieg. Elf Mal Gold wird ausgekämpft. Neben Sprint, Verfolgung, 15 bzw. 20 Kilometer, Massenstart und der Staffel, steht ab 2014 eine neue Disziplin auf dem Olympia-Programm. Es ist die ... © dpa
Biathlon Mixed-Staffel: Das gemischte Team aus zwei Frauen und zwei Männern feiert Premiere bei Olympia. © dpa
Nordische Kombination: In die Skisprungspur UND in die Langlaufloipe müssen die Nordischen Kombinierer. Die Athleten haben die Chance auf drei Goldmedaillen. © dpa
Shorttrack: Bei dieser Sportart werden in Sotschi acht Medaillen vergeben. Bei den Herren und Damen über 500, 1000 und 1500 Meter, sowie in der Staffel. © dpa

Der Vizeweltmeister freut sich wie Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer auf das Duell mit dem fünfmaligen Gewinner der Vierschanzentournee. “Man darf ihn nicht unterschätzen. Er kann sicher in die Top Ten kommen. Aber es werden einige etwas dagegen haben, dass er aufs Podest springt“, sagt Schlierenzauer.

Ahonen, der in seiner bisher nur auf Finnisch publizierten Biografie “Kuningaskotka“ von Alkoholeskapaden und Radikaldiäten in seiner Laufbahn sowie Todesängsten beim Dragster-Rennen berichtete, galt jahrelang als Stilist mit Power. 36 Weltcupsiege feierte er und ist damit die Nummer drei in der ewigen Bestenliste, 104 Podestplätze bei Weltcups bedeuten Rekord. Bei Olympia reichte es dagegen nie zu Gold. Zwei zweite Plätze mit der Mannschaft 2002 und 2006 nehmen sich in seiner Erfolgsbilanz mit insgesamt 19 Medaillen bei Großereignissen eher bescheiden aus.

Diesen “Makel“ will er nun tilgen. Schuster erwartet daher einen heißen Kampf, denn die Platzhirsche der Branche werden ihre Posten nicht freiwillig räumen. “Inwieweit sich Schlierenzauer und andere in die Suppe spucken lassen, muss man abwarten. Ahonen wird sehr gut sein, aber er wird die Weltklasse nicht deklassieren“, meint der Bundestrainer.

Eine ähnliche Konstellation gibt es bei den Nordischen Kombinierern, wo mit Felix Gottwald und dem Finnen Hannu Manninen gleich zwei Altstars auf die Bühne zurückkehren. Während Gottwald schon am Wochenende in Kuusamo angreifen will, darf Manninen erst kurz vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver wieder einsteigen. Der 31-Jährige, der viermal den Gesamtweltcup gewann, hatte sich zu spät für den Doping-Testpool der WADA angemeldet.

Bundestrainer Hermann Weinbuch begrüßt das Comeback. “Große Namen brauchen wir in unserem Sport. Ich denke, dadurch bekommen wir mehr Aufmerksamkeit“, betont Weinbuch. Er rechnet damit, dass Gottwald und Manninen “läuferisch weiter eine Macht“ sein werden. “Probleme sehe ich eher beim Springen. Da muss man sehr gefestigt sein. Auf den ersten Wettkampfsprung bin ich gespannt“, meint der Bundestrainer.

Gottwald macht sich darüber keine Gedanken. “Ich will diese zweite Karriere jeden Tag nur genießen, so wie ich die letzten zwei Jahre als Hobbysportler genossen habe. Ich will mich nicht mehr über Meter, Punkte und Sekunden definieren“, sagt der 33 Jahre alte Doppel- Olympiasieger von 2006.

dpa

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