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Skisprung-Legende träumt von Olympia - mit fast 50 Jahren

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Von: Christoph Klaucke

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Einer der besten Skispringer aller Zeiten träumt von seiner neunten Olympia-Teilnahme. Der Rekord-Olympionike wäre in Peking 2022 fast 50 Jahre alt.

Rovaniemi - Skiflug-Weltmeister 1992, neun Medaillen bei Nordischen Skiweltmeisterschaften und Olympischen Winterspielen und 17 Siege im Weltcup: Noriaki Kasai zählt zu den erfolgreichsten Athleten im Skispringen. Sein Ziel lautet: Peking 2022. Dann wäre der nimmermüde Japaner fast 50 Jahre alt. Doch das Alter schreckt ihn nicht ab. Kasai will zum neunten Mal in Folge an Olympia teilnehmen - acht Mal ist schon jetzt Rekord. Auch von Rückschlägen lässt sich der 49-Jährige nicht unterkriegen.

Skispringen: Noriaki Kasai will mit 50 Jahren zu Olympia

Kasai brach sich vor kurzem beinahe das Genick, nachdem ihn beim Training in Rovaniemi eine Windböe erwischt hatte und er wild durch die Luft getrudelt war. „Da hatte ich richtig Angst“, sagte Kasai. Das sah böse aus, hatte etwas von Harakiri, und mittlerweile muss man sich dann doch verstärkt Sorgen um den so sympathischen Flugsaurier aus Shimokawa machen, dessen Weltcup-Debüt sich dieser Tage zum 33. Mal jährt. Denn mittlerweile ist Kasai da angelangt, wo er eigentlich niemals landen wollte.

Er, der mit 42 Jahren noch Springen gewann, wirkt mit 49 wie jemand, der den Absprung längst verpasst hat. Und während die besten Springer der Neuzeit am Wochenende im polnischen Wisla auf der großen Bühne wetteifern, kämpft Kasai im einsamen Training verzweifelt um den Anschluss und gegen unvermeidliche biologische Gewissheiten.

Skispringer Noriaki Kasai träumt im hohen Alter von seiner neunten Olympia-Teilnahme.
Skispringer Noriaki Kasai träumt im hohen Alter von seiner neunten Olympia-Teilnahme. © YUTAKA/Imago

Olympia: Noriaki Kasai gibt nicht auf - und zieht Vergleich mit Fußball-Legende

„Das ist schon ziemlich enttäuschend“, meinte der Skiflug-Weltmeister von - jawohl - 1992, nachdem er im Oktober bei den japanischen Meisterschaften 22. geworden war. Ob er angesichts solcher Resultate und hanebüchener Sturzflüge wie in Rovaniemi nicht doch über ein Karriereende nachdenke? Zumindest Ehefrau Reina und seinen beiden kleinen Kindern zuliebe?

Daran, sagte Kasai mit seinem ewigen Lächeln und doch sehr nachdrücklich, verschwende er keinen Gedanken: „Ich habe noch nicht meine ganze Kraft verloren. Ich werde zwar nächstes Jahr 50, doch ich werde weitermachen - so wie King Kazu.“

Jener König, Kazuyoshi Miura bürgerlich, ist 54 Jahre alt, seit fast vier Jahrzehnten Profifußballer und im Trikot des FC Yokohama ebenfalls ein wandelndes Denkmal. Was Kasai aber übersieht: Wie Kasai hat King Kazu mittlerweile eher eine Maskottchen-Rolle übernommen, stürmte für Absteiger Yokohama in der abgelaufenen Saison nur eine Erstliga-Minute.

Noriaki Kasai jagt Olympia-Rekord von 1924

Und Kasai? Der letzte seiner irrsinnigen 569 Weltcupstarts liegt fast zwei Jahre zurück, sein letzter Punkt bald drei, sein letztes Podium fünf, sein letzter Sieg sieben Jahre. Und auch wenn er dies mit großem Altersstarrsinn wegschiebt - besser wird es mit weiter weichender Fitness nicht werden. Der Traum von seinen neunten Olympischen Spielen wird für Kasai, ohnehin schon alleiniger Winter-Rekordler, wohl unerfüllt bleiben. So denken alle - außer er selbst.

Wenn es 2022 nicht mit Olympia klappt, „dann eben vier Jahre später.“ Oder noch später. „Ich möchte 2030 anstreben, wenn sich Sapporo als Gastgeber bewirbt.“ Dann wäre Kasai 57 - für den Altersrekord bei Olympia würde das aber immer noch nicht reichen. Der Curlingspieler Carl August Kronlund gewann 1924 in Chamonix mit Schweden Silber und war damals 58 Jahre alt. Mehr News zum Wintersport gibt es hier. (ck/sid)

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