Stoiber: "Wir brauchen ein Wintermärchen für Olympia 2018"

„Skifahren ist für mich ein emotionales Erlebnis“, schwärmt Edmund Stoiber (69)
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„Skifahren ist für mich ein emotionales Erlebnis“, schwärmt Edmund Stoiber (69)

München - Edmund Stoibers Herz schlägt für den Wintersport. In der tz erläutert der Ex-Ministerpräsident, warum WM und Winterspiele seiner Ansicht nach so wichtig sind – sein flammendes Plädoyer:

Kaum ein Politiker redet so leidenschaftlich von Schnee und Eis wie Edmund Stoiber: „Ich liebe Skifahren, stehe seit mehr als sechs Jahrzehnten regelmäßig auf den Brettern, das ist für mich ein emotionales Erlebnis.“ Stoiber spricht sogar von einem „wichtigen Teil meines Lebens“.

Unsere Ski-Stars im TV

Am Dienstag, 8. Februar, starten die Wettbewerbe mit dem Super-G der Damen: ab 10.40 Uhr im ZDF. © dpa
Starten werden Viktoria Rebensburg... © dpa
... und Maria Riesch. Letztere nimmt übrigens in allen fünf Damendisziplinen teil. © dpa
Super-Kombi steht am Freitag, 11. Februar, an. Wie bei allen Speedwettberben überträgt das ZDF (ab 9.45 Uhr). © dpa
Einsatz Nummer 2 für Maria Riesch. © dpa
In der Königsdisziplin startet Riesch am Sonntag, 13. Februar... © dpa
... die TV-Zuschauer können ab 10.40 Uhr im ZDF reinschauen. © dpa
Ein echtes Damen-Großaufgebot gibt's beim Riesenslalom der Damen am Donnerstag, 17. Februar: © dpa
Kathrin Hölzl geht ebenso an den Start... © dpa
... wie Maria Riesch... © dpa
... Teamkollegin Vicky Rebensburg... © dpa
... und - unter Umständen - Susanne Riesch. Übertragen wird ab 9.45 Uhr in der ARD. © dpa
Am Freitag, 18. Februar, sind die Herren beim Riesenslalom dran. © dpa
Es ist der erste Einsatz für Felix Neureuther bei der Heim-WM - zu sehen ab 9.45 Uhr (ARD). © dpa
Am letzten WM-Wochenende (Samstag, 19. Februar) greifen dann noch einmal die Damen an. © dpa
Beim Slalom (9.50 Uhr, ARD) treten neben Kathrin Hölzl... © dpa
... auch die Schwestern Maria und Susanne Riesch... © dpa
... sowie Vicky Rebensburg an. © dpa
Den Abschluss bilden die Herren beim Slalom. © dpa
Am Sonntag, 20. Februar, geht auch Christian Neureuther an den Start. Die Übertragung in der ARD beginnt um 9.50 Uhr. © dpa

Aber nicht nur privat, sondern auch beruflich: Wie ein Löwe kämpfte er als Ministerpräsident mit dafür, dass Garmisch-Partenkirchen den Zuschlag für die alpine Ski-Weltmeisterschaft 2011 erhält. Und wenn es nach Stoiber geht, dann werden die Garmisch-Partenkirchner „Festpiele im Schnee“ nicht das letzte Wintersport-Weltereignis auf bayerischem Boden sein: „Die Heim-WM ist eine Riesenchance, der Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018 einen ganz wichtigen Schub zu verleihen.“

Drei Tage vor der feierlichen WM-Eröffnung fordert Stoiber: „Wir brauchen ein Garmisch-Partenkirchener Wintermärchen für Olympia. Davon wird ganz Bayern profitieren!“ In der tz erläutert er, warum WM und Winterspiele seiner Ansicht nach so wichtig sind – sein flammendes Plädoyer:

Vorteile und Chancen offensiver verkaufen:

„Wenn es uns gelingt, das Sommermärchen der Fußball-WM 2006 in ein Wintermärchen der Ski-WM 2011 fortzuschreiben, wird das neue Deutschland die Welt noch mehr begeistern. Unsere Gäste sollen Bayern als fröhliches und lockeres Land erleben, das sicher ist und noch dazu hervorragend organisiert. Dann kommen die Touristen auch gerne zurück und lassen Geld hier.“

Aufbruch statt Aus­ruhen:

Die WM sei eine unbezahlbare Werbeplattform für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Bayern: „Wir wissen ja schon, dass es bei uns schön ist, aber wir müssen es auch der Welt zeigen. Sonst bleiben wir im globalen Wettbewerb mit anderen attraktiven Regionen auf der Strecke. Bei der WM werden wir sehen, wie toll Garmisch-Partenkirchen ist. Der Ort soll der deutsche Stützpfeiler im Vergleich mit den führenden Wintersport­orten der Welt werden. Dazu brauchen wir jetzt alle miteinander eine Pack-ma’s-Mentalität.“

Geld ausgeben wagen:

„Unsere Nachbarn, allen voran die Österreicher, haben in den letzten drei Jahrzehnten viel in den Wintersport investiert. Bei uns gibt es Nachholbedarf. Würden wir nur weiterwurschteln, verlieren wir auf Dauer die Gäste. Die Weltmeisterschaft wird einen Schub bringen – bei den Investitionen, aber auch bei den Innovationen.“

Aus Fehlern lernen:

Die Politik müsse bei der Planung von Großvorhaben radikal umdenken. Proteste wie gegen Stuttgart 21 hätten gezeigt, dass die Bürger stärker einbezogen werden wollen. „Daraus müssen wir lernen! Wir müssen die Leute mitnehmen, sonst lassen sich solche Projekte nicht ohne Frustrationen realisieren“, mahnt Stoiber. Das gelte auch für die Olympia-Planungen, vor allem in Münchens Juniorpartner-Ort Garmisch-Partenkirchen: „Im Nachhinein betrachtet wäre es besser gewesen, noch frühzeitiger mit der Bevölkerung Pro und Contra offen zu diskutieren. Ich bin mir sicher, dass sich dann sehr viel schneller eine Mehrheit für Olympia herauskristallisiert hätte.“ Die Garmischer Rathaus-CSU um ihre Vorsitzende Elisabeth Koch hatte dies bereits 2009 im Gemeinderat beantragt – vergebens: „Man hätte darauf hören sollen“, so Stoiber zur tz.

Auf die Olympia-Kritiker zugehen:

 „Wir haben geglaubt, es gäbe in Garmisch-Partenkirchen eine ähnlich hohe Zustimmung für Olympia wie vor den Sommerspielen 1972 in München. Da hat vielleicht auch die Landeshauptstadt einen Fehler gemacht“, analysiert Stoiber. Deshalb gelte es jetzt umso mehr, das Gespräch mit den Kritikern zu suchen – insbesondere mit den Landbesitzern, die ihre Grundstücke noch verweigern. In diesem Zusammenhang setzt Stoiber stark auf das diplomatische Geschick von Siegfried Schneider. Der Staatskanzleichef werde am Ende „die entscheidenden Probleme“ lösen. Eine eigene Vermittlerrolle lehnt Stoiber, der Garmisch-Partenkirchen jahrelang mit viel Herzblut als Stimmkreisabgeordneter im Landtag vertrat, klar ab: „Ich verfolge die Situation in Garmisch-Partenkirchen, aber ich mische mich nicht ein. Dazu gibt es keinen Anlass. Denn Minister Schneider macht ja einen hervorragenden Job.“

Olympia-Gegner überzeugen:

Er kenne die Einwände der Naturschützer, sagt Stoiber. Sie glauben, dass der Wintersport wegen des Klimawandels und Schneemangels keine Zukunft mehr habe. „Ich glaube, dass man in Bayern auch in den nächsten 20 Jahren noch skifahren können wird. Es wäre ein Fehler, diesen Tourismuszweig abzuschreiben. Wir würden uns einer wichtigen Entwicklungschance berauben.“ Schließlich müssten ja auch die Menschen in ländlichen Regionen wie Garmisch-Partenkirchen ihr wirtschaft­liches Auskommen ­haben.

Den Olympia-Traum ­leben:

Nach der Ski-Weltmeisterschaft – davon ist Stoiber überzeugt – werde sich die Stimmung in Garmisch-Partenkirchen drehen: „Hin zu einer noch größeren Mehrheit für die Winterspiele. Wir schaffen das – und am Ende bekommen wir dann auch die Olympischen Winterspiele 2018. Ich glaube jedenfalls fest daran.“

Andreas Beez

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