Svindal lässt die Muskeln spielen

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Aksel Lund Svindal zeigte im Ziel seinen Bizeps

Gröden - Gesamtweltcupsieger Aksel Lund Svindal hat mit seinem ersten Sieg der Weltcup-Saison erstmals im Olympia-Winter richtig die Muskeln spielen lassen.

Der 26 Jahre alte Norweger gewann am Freitag den Super-G im italienischen Gröden vor dem Schweizer Carlo Janka und Patrick Staudacher aus Italien. “Ich hatte schon nach dem Training ein gutes Gefühl und habe mir gedacht, dass ich einer von mehreren Favoriten bin. Dann muss man Gas geben und seine Chance suchen“, sagte Svindal, nachdem er auf dem Podest in demonstrativer Siegerpose lachend seinen Bizeps präsentiert hatte. Geprägt wurde das spektakuläre Rennen auf der Saslong-Piste neben Svindals Demonstration der Stärke aber auch von einigen heftigen Stürzen.

Knapp geschlagen geben musste sich der neue Schweizer Ski-Star Janka. Nur 0,12 Sekunden fehlten dem 23-Jährigen, um sich nach seinem Sieg-Hattrick und den folgenden drei Nullnummern mit seinem vierten Saison-Erfolg weiter als Mann der Extreme zu präsentieren. Platz drei sicherte sich überraschend der Italiener Patrick Staudacher, der mit einem Rückstand von 0,17 Sekunden auf die Siegerzeit von 1:38,35 Minuten als Einziger außer Janka dem Gewinner Svindal halbwegs Paroli bieten konnte. Für den 29-Jährigen war es im 135. Rennen der erste Podestplatz im alpinen Weltcup.

Janka konnte sich trotz des verpassten Erfolges damit trösten, dass er die Spitze im Gesamtweltcup mit nun 540 Punkten wieder von Benjamin Raich (Österreich/515) übernahm. Dieser kam nicht über Rang neun hinaus. Dahinter folgen nach seinem 13. Weltcup-Sieg Svindal (388) sowie der ausgeschiedene Doppel-Weltmeister Didier Cuche (Schweiz/384).

Diese Wintersportarten sind olympisch

Snowboard: In Sotschi werden in dieser Sportart in zehn Disziplinen Medaillen vergeben © dpa
Slopestyle: Diese Snowboard-Disziplin ist seit 2014 neu im Olympia-Programm. Die Fahrer müssen einen Parcours absolvieren und dabei Drehungen und Grabs zeigen. Die Jury gibt dafür Punkte. © dpa
Cross: Hier müssen mehrere Snowboarder gleichzeitig eine Abfahrtsstrecke bewältigen © dpa
Halfpipe: Auch in der Halfpipe können Snowboarder um Gold, Silber und Bronze kämpfen © dpa
Parallel-(Riesen-)Slalom: Hier geht es "Mann gegen Mann" beziehungsweise "Frau gegen Frau". Zwei Fahrer treten gegeneinander an. © dpa
Bob: Hier fallen drei Entscheidungen. Und zwar im Zweierbob (Damen und Herren) und im Viererbob © dpa
Curling: Für Außenstehende ein Rätsel - für die Spieler harte Arbeit. Beim Curling versuchen zwei Mannschaften zu je vier Spielern, ihre Steine näher an den Mittelpunkt des Zielkreises auf der Eisbahn zu spielen als das gegnerische Team. © dpa
Skeleton: Kopf voran in die Eisröhre! Zwei Garnituren Gold, Silber und Bronze werden hier vergeben. © dpa
Eiskunstlauf/Eistanz: Hier ist Eleganz auf Kuven gefragt. In fünf Disziplinen wird um Gold gekämpft - zum ersten Mal auch als Team-Wettbewerb. © dpa
Eisschnelllauf: 12 Mal Gold gibt es im Eisschnelllauf in Sotschi zu gewinnen. Die Distanzen reichen von 500 Metern bis 10.000 Metern. Auch die Teamverfolgung steht auf dem Programm. © dpa
Rennrodeln: Hier dominieren seit Jahren die Deutschen. Vier Medaillen werden in Sotschi vergeben, davon zwei im Einsitzer (Damen und Herren) und eine im Doppelsitzer. Die vierte Medaille wird in einer Disziplin vergeben, die neu bei Olympia ist. Und zwar im ... © dpa
Rennrodeln-Staffel: Sie feiert in Sotschi Premiere. Die Staffel besteht aus einem weiblichen und einem männlichen Einsitzer-Fahrer, sowie einem Doppelsitzer. Die Deutschen Felix Loch (l-r), Tobias Arlt, Tobias Wendl und Natalie Geisenberger sind haushoher Favorit. © dpa
Ski Alpin: Insgesamt zehn Mal Gold wird in den alpinen Disziplinen vergeben - in der Abfahrt, im Super G, im Riesenslalom, im Slalom und in der Kombination. © dpa
Eishockey: Zwei Goldmedaillen werden ausgespielt - jeweils eine bei den Herren und bei den Damen. © dpa
Langlauf: In der Loipe werden zwölf Goldmedaillen vergeben. Und zwar im Skiathlon (2 x 7,5 Kilometer), im Sprint, im Team-Sprint, über 10 und 30 Kilometer (Damen) und 15 und 50 Kilometer (Herren) sowie in der Staffel (4x5, bzw. 4x10 Kilometer).  © dpa
Skispringen: Insgesamt wird im Skispringen in vier Wettkämpfen um den Sieg gekämpft, dabei werden drei bei den Männern vergeben (Normalschanze, Großschanze, Team) und einer beim ... © dpa
Skispringen der Damen: Auch das ist neu bei Olympia 2014. Die wagemutigen Damen dürfen allerdings "nur" von der Normalschanze hüpfen. © dpa
Ski-Freestyle: Die Artisten auf zwei Brettern kämpfen um insgesamt zehn Goldmedaillen. Für sie heißt es auf der  Buckelpiste alles geben, sowie im Ski Cross, Slopestyle, im Sprung und - ab 2014 ganz neu dabei - im ... © dpa
Ski-Freestyle Halfpipe: In der halbierten Röhre gilt es für die Frauen und Männer, hohe Sprünge und spektakuläre Tricks zu zeigen. Dafür vergibt die Jury Punkte - und am Ende Gold, Silber und Bronze. © dpa
Biathlon: Wer trifft und flink läuft, der hat im Biathlon große Chancen auf den Sieg. Elf Mal Gold wird ausgekämpft. Neben Sprint, Verfolgung, 15 bzw. 20 Kilometer, Massenstart und der Staffel, steht ab 2014 eine neue Disziplin auf dem Olympia-Programm. Es ist die ... © dpa
Biathlon Mixed-Staffel: Das gemischte Team aus zwei Frauen und zwei Männern feiert Premiere bei Olympia. © dpa
Nordische Kombination: In die Skisprungspur UND in die Langlaufloipe müssen die Nordischen Kombinierer. Die Athleten haben die Chance auf drei Goldmedaillen. © dpa
Shorttrack: Bei dieser Sportart werden in Sotschi acht Medaillen vergeben. Bei den Herren und Damen über 500, 1000 und 1500 Meter, sowie in der Staffel. © dpa

Bester Deutscher wurde Andreas Strodl aus Partenkirchen, der als 29. gerade noch die Punkteränge erreichte. Stephan Keppler (Ebingen) fuhr auf Rang 39, Peter Strodl (Partenkirchen) belegte Platz 43, Hannes Wagner verpasste ein Tor und schied aus. “Im oberen Teil bin ich wirklich gut gefahren, unten habe ich dann nach den ganzen Stürzen vorher zu viel rausgenommen.“

Die größte Schrecksekunde hatte es zuvor gegeben, als der Slowene Andrej Jerman nach einem Sprung mit dem rechten Bein in einem Richtungstor hängen geblieben war, sich überschlagen hatte und vor Schmerzen schreiend am Pistenrand liegen geblieben war. Wenige Minuten später stand der 31-Jährige aber wieder und ging von der Strecke.

Gefährlich sahen zunächst auch die Stürze des Italieners Christof Innerhofer und seines Landsmanns Werner Heel aus, der an der gleichen Stelle wie Jerman ins Tor raste. Beide kamen aber offenbar glimpflich davon, so dass dem ersten Anschein nach kein weiterer Fall zu der langen Liste schwerer Verletzung hinzukam. Diese Verletzungen hatten die Sicherheits-Diskussionen angeheizt.

dpa

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