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Trotz schwerer Krankheit: Frau Krupp lässt ihren Uwe entscheiden

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Uwe Krupp überlegt offenbar, als Nationaltrainer aufzuhören
Uwe Krupp überlegt offenbar, als Nationaltrainer aufzuhören © Getty

München - Obwohl sie im Moment nach ihrer Brustkrebs-Erkrankung in Chemo-Behandlung ist, hat Valerie Krupp ihren Mann Uwe bei der Eishockey-WM besucht. Wir haben uns mit ihr unterhalten.

Nein, wir fangen nicht mit den Pokalen an, nicht mit den Ehrungen und

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der Personal-Diskussion – sondern mit dem, was wirklich zählt. Mit der Liebe und mit dem Leben. Wegen ihrer Liebe ist Valerie Krupp am Wochenende aus den USA nach Deutschland geflogen – um ihren Ehemann Uwe zu überraschen. Der ist Eishockey-Bundestrainer und holte bei der Heim-WM einen bärenstarken vierten Platz.

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Valerie weiß, wie wichtig dieses Turnier für ihn war. Deshalb nahm sie die Reise-Strapazen auf sich, obwohl sie im Moment nach ihrer Brustkrebs-Erkrankung in Chemo-Behandlung ist. Tapfer ist sie, Kampfgeist hat sie – und sie lächelt.

Hallo Frau Krupp – schön, Sie zu sehen. Wann haben sie sich entschieden, nach Köln zu kommen?

Krupp: Am Freitag. Ich habe Uwe nichts gesagt. Manchmal ist es besser, nicht um Erlaubnis zu fragen. Er hätte mir wohl gesagt: Tu dir nicht den Stress an, schone dich für die Therapie. Aber ich wollte unbedingt nach Köln. Ich habe Franz Reindl und Tommi Melko eine E-Mail geschrieben. Es musste ja jemand Bescheid wissen, damit ich auch in die Halle darf.

Lief alles reibungslos?

Krupp: Ich bin am Samstag um halb vier in Frankfurt gelandet und sofort mit dm ICE nach Köln-Deutz gefahren. An der Arena hat dann alles gut funktioniert.

Wie fühlen Sie sich nach all dem Stress?

Krupp: Am Samstag ging es mir sehr gut, am Sonntag war ich etwas müde. Das wechselt momentan halt von Tag zu Tag ein wenig.

Wie lang werden Sie bleiben?

Krupp: Ich weiß es noch nicht. Eigentlich hätte ich am Donnerstag in Kalifornien einen Termin zur Chemo-Therapie, aber vielleicht kann man das auch hier machen. Ich habe noch keine Pläne, wann ich wieder fliege.

Wenn Sie entscheiden: Soll Ihr Mann Bundestrainer bleiben?

Krupp: Das ist keine einfache Frage. Uwe wird sich das sicher genau überlegen. Diese WM war toll, die Mannschaft hat hervorragend gespielt, die Zuschauer waren fantastisch. Man muss jetzt sehen, wie man das wiederholen kann. Aber wenn er weitermachen will, ist das okay, für mich ist das gar kein Problem. Deutschland ist doch gar nicht schlecht, und Köln ist eine tolle Stadt. Wir haben ein schönes Appartement nicht weit vom Rhein, da sind nette Cafés und Restaurants. Und am Rhein kann man wunderbar joggen gehen. Ich liebe Köln.

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Gut zu hören, das alles. In diesen Zeiten, wo Verbands-Chef Franz Reindl sagt, er habe ein „eher negatives Gefühl“, was Krupps Vertragsverlängerung angeht. Und auch er selber wolle möglicherweise aufhören, weil er sich den „Kleinkrieg und das Hin- und Herhauen“ mit Liga und Vereinen nicht mehr antun will.

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as, mh

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