Vierschanzentournee

TV-Kritik zum Neujahrsspringen: Rollmops des Wintersports

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Professor Innauer und Herr König: Toni – groß!

Das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen ist das Katerfrühstück und der Rollmops des Wintersports. Hier lesen Sie die TV-Kritik dazu.

München - Die Hangover-Filme, bei denen es um die Bewältigung von schwerem Kater geht, sind legendär. Im Sport gibt es dazu ein erfolgreiches Pendant – das Neujahrsspringen, das Katerfrühstück und der Rollmops des Wintersports. Wenn der Kopf nach einer langen Silvesternacht tonnenschwer ist, wenn die eigenen Haltungsnoten über das Niveau brasilianischer Hobbyskispringer nicht hinauskommen – dann freut man sich traditionell auf Hangover Garmisch im ZDF mit Norbert König und Professor Toni Innauer. Wir haben für Sie zugeschaut, falls Sie wegen körperlicher Hinfälligkeit nicht dazu in der Lage waren.

ZDF-Moderator Norbert König ist ja seit Jahrzehnten dabei. Er hat bereits die Anfänge des Sports übertragen, als in der norwegischen Provinz Telemark die ersten Bauern zur Gaudi auf Holzlatten über verschneite Misthaufen hüpften. Gestern hat man sich aber gedacht: Jessas, ist der Norbert alt geworden! Doch der reife Herr, der die Zuschauer in einem herrlichen alten Ausschnitt zum „Wunder der fliegenden Menschen“ begrüßte, war gar nicht König, sondern ZDF-Legende Bruno Moravetz.

Die Frage „Wo ist König?“ wurde dann aber schnell beantwortet. Er und sein diensthabender Experte Innauer standen beim Neujahrskonzert der Skispringer zu Beginn mit Smoking und Fliege an der Schanze. König neigt zwar zur komplexen Satzkonstruktion. „Die Last der Favoritenstellung lastet auf diesem Springer“, wusste er über Sachsen-Adler Freitag. Aber man hört ihm gern beim Plaudern zu, auch im Gespräch mit Jung-Ehemann Felix Neureuther, dem man noch ein „Gutes neues Ja“ wünschen mochte. Professor Innauer, der Schanzen-Lauda aus Vorarlberg, der zaundürre Wintersport-Tuchel, ist eh eine Schau. Man staunt jedes Mal aufs Neue, was der Toni alles weiß – auch wenn die eigene Aufnahmekapazität an Neujahr ein wenig zu wünschen übrig lässt. Er beklagt „mangelnden Antrieb am Schanzentisch“: Gibt’s Motordoping auch beim Skispringen? Und er freut sich ein Loch in den Bauch, wenn Springer „pünktlich“ vom Schanzentisch wegkommen, ohne zu „hudeln“. 

Vielleicht bräuchte die Münchner S-Bahn den einen oder anderen Skispringer im Führerstand, damit sie 2018 pünktlicher wegkommt. Da macht das Zuschauen trotz Schädelweh Spaß.

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