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tz-Experten-Kolumne: Eitle Show ohne Inhalt

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Prof. Fritz Sörgel © dpa

München - "Letztlich trug man mit der Pechstein-Pressekonferenz nur zur Verwirrung der Öffentlichkeit bei": die tz-Experten-Kolumne von Prof. Fritz Sörgel.

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Die meist an mich gestellte Frage nach der Pechstein-Pressekonferenz war: „Und jetzt?“ Danach kam gleich jene, was denn diese wissenschaftliche Kollegen geritten haben könnte, eine solche Show mit dem scheinbar 100%igen Nachweis abzuziehen, ohne bedeutend neuen Inhalt. Professorale Eitelkeit, weil man nicht gefragt wurde, Verletztheit, weil ein eigenes Gutachten Frau Pechstein nicht geholfen hat, oder was auch immer: Meine Antwort: ich war erstaunt, dass die

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie

(DGHO), die sich nun ja in der Regel um eine höchst wichtige schwerstkranke Gruppe von Krebspatienten zu kümmern hat, offensichtlich auf eigene Kosten aktiv wurde, und so, als ob es um eine Frage von nationaler Bedeutung ginge, sich gleich im Bundespresseamt einmietete. Peinlich, wie Herr Ehninger Nicht-Hämatologen von allen Fragen ausschließen wollte. Bis heute ist mir keine Diskussion in der DGHO bekannt geworden, die sich mit Doping beschäftigt hätte. So – mit Verlaub – naiv haben sich die Beteiligten dann auch dem Thema genähert. Letztlich trug man nur zur Verwirrung der Öffentlichkeit bei. Abstoßend auch das Ambiente: eine Diskussion von Wissenschaftlern gehört in einen Hörsaal mit der Möglichkeit von wissenschaftlichen Mitarbeitern – zusammen mit Journalisten – kritische Fragen zu stellen. Stattdessen bittet man ins Bundespressezentrum. Und alles nur um davon abzulenken, dass man echte Überzeugung durch neue Daten geschweige denn den Link zur Dopingproblematik vergessen hat. Hoffentlich haben das nicht zu viele Studenten gesehen, deren Glaube an Wissenschaft und Professoren nicht noch weiter gebrochen werden sollte.

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