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tz-Experten-Kolumne: Innehalten und nachdenken!

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Martina Ertl-Renz © dpa

Vancouver - "Die sich immer schneller drehende Spirale von möglichst spektakulären Wettkämpfen muss gestoppt werden": die tz-Experten-Kolumne von Martina Ertl-Renz.

Der schreckliche Unfalltod des Georgiers ­Nodar Kumaritaschwili beim Rodeltraining liegt nun als Schatten über diesen Spielen. Der als schnellste Rodelbahn der Welt gepriesene Eiskanal hat seine Opfer: Vor dem tödlichen ­Unfall musste bereits eine rumänische ­Rodlerin nach einem Sturz in die Klinik eingeliefert werden. Insgesamt gab es rund ein Dutzend Stürze, sogar Spitzenkönner Armin Zöggeler kam zu Fall. Muss man mit 144 km/h rodeln? Ich glaube, dass man diesen Tod neben der tiefen Trauer als Mahnung und Anfang eines neuen ­Dialogs zwischen Funktionären und Sportlern begreifen sollte. Es ist an der Zeit, innezuhalten und nachzudenken. Aber: Diese Forderung ist nicht neu. In diesem ­Winter gab es immer wieder Wettkampf­umstände, die von den Athleten kritisiert wurden – wegen Starts bei schlechtem Wetter, wegen mangelnder ­Präparierung von Wettkampfstätten, schlechten Pistenverhältnissen und Ähnlichem.

Todesdrama auf der Rodelbahn

Das furchtbare Ereignis potenziert die Erkenntnis: Die sich immer schneller drehende Spirale von möglichst spektakulären Wettkämpfen muss gestoppt werden, dem ein oder anderen Diktat der Hüter von TV-Sendeplätzen muss man nun beherzt entgegenstehen. Wenn der Wind an einer Skisprungschanze zu sehr bläst, muss man seinem gesunden Menschenverstand folgen, nicht den Gedanken an die Einschaltquote. Guten Sport, spannenden Sport, können wir auch genießen, wenn man die Grenzen akzeptiert. Ich wünsche mir für diese Spiele – und für die Zukunft –, dass man mit diesen Fragen achtsamer umgeht.

Martina Ertl-Renz

Martina Ertl-Renz wird unterstützt von www.cascade-resort.com in Lagos - Algarve - Portugal

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