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Die tz-Experten-Kolumne: Punktlandung in Vancouver?

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Jens Weißflog © dpa

Vancouver - "Wenn Martin Schmitt den Punkt erwischt, landet er auch in Vancouver ganz vorn." Die tz-Experten-Kolumne von Jens Weißflog.

Es gab Zeiten, da war es für mich als ZDF-Experte für Skispringen einfacher, über unsere deutschen Adler zu reden. Aber ich gebe die Hoffnung trotzdem nicht auf, dass wieder einmal die Zeiten anbrechen, in denen ich über deutsche Siege berichten kann. Ich fliege mit der festen Hoffnung nach Vancouver, dass unser Springer-Team mit einer Medaille – ­zumindest im Mannschaftsspringen – heimkehrt. Gut ist: Unsere Springer haben wie die Österreicher und Norweger den Zugriff auf das beste Material. An den Skiern oder Anzügen liegt es also nicht, wenn unsere deutsche „Lufthansa“ den Landeanflug meist etwas zu früh abbricht. Ich sehe vor allem noch Reserven in der Intensität des Absprungs. Da muss noch mehr Kraft und Schnelligkeit auf den Tisch gebracht werden.

Ich bin da zuversichtlich – denn Bundestrainer Werner Schuster leistet gute Arbeit. Und sein Star, ­Martin Schmitt, ist ja jetzt auch zurück. Er kann alles – wenn er den Punkt erwischt, landet er auch in Vancouver ganz vorn. Zumal im Skispringen immer noch viel von den äußeren Umständen und gerade bei Olympia von nicht erklärbaren Zufälligkeiten abhängt.

Ich rede da auch aus eigener Erfahrung. Ich habe immer gut trainiert, trotzdem war mir 1989 bei der WM in Oberstdorf als Olympiasieger von 1984 der letzte Sieg geglückt. Bis 1993 sprang ich hinterher. Erst als ich vom Parallel-Stil auf das V umgestellt hatte und der leider schon verstorbene Reinhard Heß Bundestrainer wurde, ging plötzlich wieder die Post ab. Ich kann nicht erklären, was Heß bewegt hat, aber plötzlich gewann ich wieder die Vierschanzen-Schanzentournee und wurde noch zweimal Olympiasieger…

Jens Weißflog

Der tz-Gold-Check

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