Von Kilian Albrecht

tz-Experten-Kolumne: Schwierige Zeit für Österreichs Skifans

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Kilian Albrecht, Ex-Weltcup-Starter des ÖSV.

München - Für Österreichs Skifans – und natürlich den Verband ÖSV – ist es gerade richtig schwierig. Warum, das erklärt Kilian Albrecht, Ex-Weltcup-Starter des ÖSV, in seiner tz-Experten-Kolumne.

Im Sommer traten etliche Sportler zurück, und jetzt verletzt sich auch noch Anna Fenninger. Zum Glück sind heute die Rehamaßnahmen enorm gut, sodass diese schwere Verletzung nicht das ­Karriereende bedeutet. Ein Ivica Kostelic jedenfalls kam nach dieser Verletzung wieder an die Weltspitze zurück. Auch die miserable Gesamt­situation tut dem ÖSV weh. Letztes Jahr gingen in Sölden vier Damen an den Start. Fenninger, Zettel, Brem und Kirchgasser. Jetzt sind es zwei. Bei den Männern ist Hirscher sogar als One-Man-Show in der ersten Gruppe am Start! Jetzt kann man sich fragen, ob beim Nachwuchs alles ­richtig läuft. Seriös beantworten kann man das von außen nicht, aber: Ich kenne aus Vorarlberg Talente, die echte Granaten waren.

Dennoch ist es dem ÖSV nicht gelungen, die nach vorne zu bringen. Das ist generell eine Problematik innerhalb großer Verbände. Da bleiben einige auf der Strecke. Es mangelt an individueller Förderung. Erst den ganz Großen gesteht man eigene, also private Trainer zu. Dabei bräuchte man individuelle Betreuung viel früher, gerade um den Durchbruch zu schaffen. Skirennsport ist nun mal ein Einzelsport. Wie weit man mit individuellem Training kommen kann, haben Janica und Ivica Kostelic oder ein Marc Girardelli bewiesen. Wenn Einzelsportler in Gruppen trainieren müssen, ist es nicht so effektiv und es liegt Potenzial, das man besser fördern müsste, brach. Mikaela Shiffrin, die ich seit 2011 als Manager begleite, hatte Glück. Sie war gerade 15 Jahre alt als sie in den Weltcup kam. Klar, dass sie von ihrer Mutter durch den Skizirkus begleitet wurde. Da konnte der US-Verband gar keine Einwände haben. Hinzu kommt, dass Mikaela mangels Konkurrenz ein Ein-Frau-Team war – und dadurch hat sie in den Anfangsjahren genau jene Aufmerksamkeit bekommen, die es braucht, um es nach ganz oben zu schaffen.

Von Kilian Albrecht, Ex-Weltcup-Starter des ÖSV

Wie Sie den Ski-Weltcup in Sölden live im TV und im Live-Stream verfolgen können, haben wir bereits zusammengefasst.

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