Ex-Tourneesieger Jens Weißflog

tz-Experten-Kolumne: Kein Vorwurf an Severin!

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Jens Weißflog.

München - In seiner tz-Experten-Kolumne analysiert Skisprung-Legende Jens Weißflog die Lage von Severin Freund vor dem letzten Springen. Außerdem nimmt er den DSV-Adler in Schutz.

Grundsätzlich kann man jeden Vorsprung aufholen beziehungsweise verspielen, aber für Severin wird es am Mittwoch in Bischofshofen verdammt schwer. Ich habe selbst Kontrahenten erlebt, die Nerven gezeigt haben, aber bei Peter Prevc scheint der Automatismus derzeit so gut zu sein, dass ein schwacher Wettkampfsprung nicht denkbar ist. Allerdings ist die psychische Belastung für ihn sicher noch einmal größer als bei den ersten drei Springen. Prevc muss sich erstmals richtig mit dem Gedanken an den Gesamtsieg auseinandersetzen.

Die Schanze spielt meiner Meinung nach eine untergeordnete Rolle, da sie beiden Springern ganz gut liegt. Freund und Prevc bestimmen derzeit das Niveau, alle anderen reihen sich dahinter ein. Deswegen kann man Severin auch keinen Vorwurf machen, die Plätze eins, drei und zwei sind überragend, leider ist Prevc im Moment halt den kleinen Tick besser. Mit den bisherigen Ergebnissen hat Severin aber bewiesen, dass er die Tournee gewinnen kann und dass er auch in Garmisch-Partenkirchen oder Innsbruck auf das Podest springen kann.

Man weiß nie, was im nächsten Sommer passiert oder ob es wieder Regeländerungen gibt, aber generell wird der Tourneesieg weiter sein Ziel bleiben, mit der Neuerung, dass er jetzt etwas realistischer ist. Neben Freund hat die gesamte Mannschaft überzeugt, nur Richard Freitag hängt, trotz akzeptabler Ergebnisse, hinter seinen Möglichkeiten zurück. Man muss aber auch sagen – und das sehe ich nicht nur durch die regionale Brille –, dass Richy durchwegs schlechtere Bedingungen bei seinen Sprüngen hatte. Diesbezüglich wäre ihm in Bischofs­hofen etwas mehr Glück zu wünschen.

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