tz-Interview mit Maria Höfl-Riesch

"Nicht das, was ich mir vorstelle!"

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Mari a Höfl-Riesch glaubt an ihre Medaillenchance bei der WM in Schladming.

München - Platz sechs im Slalom von ­Zagreb – Maria Höfl-Riesch hatte sich mehr erwartet. Im tz-Interview spricht sie über ihre Enttäuschung und ihren dennoch vorhandenen Optimismus in Bezug auf die WM in Schladming.

Maria, wie sehen Sie das Zagreb-Wochenende?

Höfl-Riesch: Natürlich war ich enttäuscht. Das ist nicht das, was ich mir vorstelle und was ich leisten kann. Im Training fahre ich sehr stabil, nur leider schaffe ich es im Moment nicht, dass in zwei Läufen umzusetzen. Als Allroun­derin, die alle Disziplinen fährt, ist das aber auch nicht immer ganz leicht. Die Top­platzierungen bleiben gerade aus, aber ich hoffe, dass sich das noch ändert.

Ist es schwieriger geworden, Rennen zu gewinnen?

Höfl-Riesch: Die besten Fahrerinnen liegen dichter beieinander. Vor zwei, drei Jahren konnte man trotz Fehler eine Bestzeit erreichen oder zumindest ganz vorne dabei sein. Das geht heute nicht mehr. In Zagreb waren unter den Top 3 auch nur Spezialistinnen. Aufs Stockerl zu fahren, ist aktuell sehr schwierig.

Welchen Vorteil haben die Spezialisten?

Höfl-Riesch: In den Tagen, in denen wir auf Speedski unterwegs sind, können sie mehr für die technischen Disziplinen trainieren und das Material besser abstimmen. Außerdem haben sie hier und da vielleicht einen Tag mehr Pause. Aber so ist es, wenn man alle Disziplinen fährt, das habe ich mir selbst ausgesucht. Ich werde weiterkämpfen, irgendwann werde ich dafür wieder belohnt.

Bis zur WM ist es nur noch ein Monat. Stellen Sie keine Überlegung an, sich auf eine oder zwei Disziplinen zu spezialisieren?

Höfl-Riesch: Ich bin in dieser Saison schon in allen Disziplinen unter die Top 5 gefahren, es geht also schon. Ich wüsste auch nicht, auf welche ich mich beschränken sollte. Außerdem habe ich so bei der WM mehr Chancen, eine Medaille zu holen. Wie wichtig das ist, habe ich 2009 und 2010 gemerkt, als es im Speed überhaupt nicht lief und ich in den technischen Disziplinen was gutmachen konnte. Ich bin eine Allrounderin, das war ich schon immer und das werde ich auch bis zum Ende meiner Karriere bleiben.

Interview: Mathias Müller

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