1. tz
  2. Sport
  3. Wintersport

Buam, macht ihm die Hölle heiß!

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Georg Hackl. © Getty

München - Die tz-Experten-Kolumne. Heute kommt der Hackl Schorsch zu Wort und sein Thema ist - natürlich - Olympia.

Am Sonntag peilt Armin Zöggeler in Whistler Mountain seinen dritten Olympiasieg an, könnte damit in der Goldausbeute mit mir gleichziehen. Ich würd’s ihm gönnen. Denn Armin ist ein Spitzenkönner – und privat ein guter Typ: ruhig, introvertiert, ein fairer Sportsmann. Ich hatte mit ihm nie Probleme. In Whistler ist Armin deshalb wieder Goldfavorit, weil ihm die extrem schnelle und lange Bahn in die Karten spielt. Er hat die aerodynamische Fahrlage von allen und ist clever genug, seine Favoritenbürde in Sieger-Energie umzusetzen. Allerdings – so wie ich in den letzten Jahren gegen ihn kämpfte, ist es für mich heute als Trainer eine besondere Herausforderung, ihn auszubremsen.

Vancouver: Der große Gold-Check

Ein Mitfavorit ist Albert Demtschenko. Aber auch unsere Buam können Zöggeler in Whistler die Hölle heiß machen. Sie haben es bereits bewiesen: David Möller gewann letztes Jahr die Generalprobe im Weltcup-Rennen. Andi Langenhahn fuhr bei der Trainingswoche im Herbst mal Bestzeit. Felix Loch ist der Geschwindigkeits-Weltrekordhalter – mit 153,93 km/h! Der Eiskanal von Whistler ist technisch schwierig und wegen der hohen Geschwindigkeiten – auch die Frauen fahren mit über 140 Sachen – einzigartig. Der High-Speed war eigentlich nicht gewollt, entstand durch einen Berechnungsfehler. Das Tempo, die Fliehkräfte in den Kurven sind grenzwertig. Man muss präzise und feinfühlig fahren, die Gewichtsverlagerung richtig dosieren. Die hohe Geschwindigkeit stellt die Reaktionsfähigkeit der Rodler vor höchste Anforderungen. Da geht’s um Tausendstel, wenn der Nervenreizstrom von der visuellen Wahrnehmung (Afferenz) in Aktionismus (Efferenz) umschalten muss.

Georg Hackl

Auch interessant

Kommentare