Speed-Queen Maria…

Maria Riesch fährt zwar nicht Motorrad - aber Probesitzen kann man ja mal
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Maria Riesch fährt zwar nicht Motorrad - aber Probesitzen kann man ja mal

Schnee weg, Stress weg? Von wegen! Für Ski-Superstar Maria Riesch ist es jetzt sogar noch hektischer als während der Saison.

Entschuldigung, aber daran sind auch wir von der tz mit Schuld – weil wir ein langes Interview haben wollten. Maria nahm sich die Zeit, wir trafen uns bei Dainese am Frankfurter Ring. Dort gibt’s nämlich nicht bloß Motorrad-Klamotten, sondern zum Beispiel auch Rückenprotektoren für Skifahrer. Also dann, auf geht’s: Das Vollgas-Gespräch mit der bayerischen Speed-Queen!

Frau Riesch, zuletzt haben wir uns beim Weltcup in Garmisch gesehen – also vor Ihrem WM-Titel und vor dem Sieg im Slalom-Weltcup. Wie sehr hat sich Ihre Gefühlslage seitdem verändert?

Maria Riesch: Da hat sich schon einiges getan. Damals war ich mitten in der Saison, da war die Anspannung riesengroß. Jetzt, wo die Saison vorbei ist und alles so gut gelaufen ist, bin ich erleichtert, entspannt und einfach nur happy.

Sie sind mittlerweile ein Star, vor Kurzem waren Sie sogar bei Wetten, dass…? Wer ist eigentlich Ihr Star? Wen würden Sie gern mal treffen?

Riesch: Cristiano Ronaldo und Til Schweiger. Die gefallen mir. Optisch.

Wann haben Sie heuer wirklich frei?

Riesch: Vom 6. bis 16. April.

Ist denen denn nicht kalt? Heiße Fotos aus dem Skilehrer(innen) Kalender

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Schon Pläne?

Riesch: Ja. Ich werde zur Lindsey (Vonn, Anm. d. Red.) nach Park City fliegen. Erst werden wir drei Tage bei ihr daheim verbringen, danach fliegen wir dann zum Baden nach Mexiko.

Lindsey Vonn hat mal gesagt, sie habe viel Spaß gehabt, als Sie sie mit ihrem R8 haben fahren lassen. Eine Amerikanerin in einem Sportwagen auf einer Straße ohne Tempolimit… Hatten Sie keine Angst?

Riesch: Nein, die Lindsey ist ja viel in Europa. Deswegen ist sie an Tempo gewöhnt.

Stichwort Tempo… Sind Sie ein Speedfreak?

Riesch: Schon ein bisschen, aber ich reiße mich zusammen. Mein Führerschein ist mir heilig geworden, nachdem ich ihn vor ein paar Jahren zweimal abgeben musste. Seitdem bin ich vorsichtiger geworden.

Auf der Skipiste müssen Sie Vollgas geben, wenn Sie gewinnen wollen. Und dann wird’s automatisch gefährlich – das haben Sie bei Ihren Verletzungen am eigenen Leib erfahren müssen. Haben Sie sich noch nie gedacht: Das ist es eigentlich nicht wert?

Riesch: Nein, das habe ich mir noch nie gedacht. Natürlich ist eine Verletzung ein Rückschlag – aber so etwas kann einen auch prägen, einem weiterhelfen.

Was ist denn Ihre Lieblingsfarbe?

Riesch: Blau.

Wie harmoniert das mit einem lila Stirnband?

Riesch: Ach, ganz gut. Lila ist ja eigentlich auch ein Blau-Ton.

Sie tragen ab und zu lila Ohrringe, die Sie von ihrem Fan-Klub geschenkt bekommen haben. Tun Sie das, weil sich das bei einem Geschenk so gehört – oder weil Sie stolz auf so viel Fan-Unterstützung sind?

Riesch: In erster Linie trage ich diese Ohrringe, weil sie mir ganz einfach gefallen. Sie passen auch gut zum Stirnband.

In dieser Saison hatten Sie sich die Haare schwarz gefärbt. Was ist für die kommende Saison geplant?

Riesch: Ich glaube, ich werde bei den schwarzen Haaren bleiben. Das ist ziemlich unkompliziert. Früher hatte ich jahrelang blonde Strähnen – da habe ich dann immer Stunden beim Friseur verbracht.

In der kommenden Saison sind olympische Winterspiele. Machen Sie sich da selber eine Vorgabe?

Riesch: Natürlich hätte ich gern eine Medaille, am liebsten eine goldene. Aber damit das klappt, muss wirklich alles zusammenpassen. Medaillen kann man nicht planen – man sieht immer wieder, wie schwer das ist.

Glauben Sie, Sie hätten bei der WM auch dann Gold geholt, wenn Kathrin Hölzl nicht mit ihrem Sieg vorgelegt hätte?

Riesch: Dass die Katy Gold geholt hat, war eine Riesen-Entlastung für das ganze Team und den Skiverband. Aber ich persönlich wollte daraufhin den Slalom-Sieg erst recht – deswegen ist der Druck für mich nicht weniger geworden. Und die Medien hätten vielleicht auch die Messer gewetzt. Nach dem Motto: „Riesch: Vierte WM in Folge ohne Einzelmedaille.“

Glauben Sie, jemand hätte sich darüber gefreut, wenn Sie schlecht gefahren wären?

Riesch: Nein, so meine ich das nicht – es geht um die Story. Ich hatte einfach das Gefühl, einige warten darauf, dass es wieder nichts wird. Und ich glaube, dass sie in diesem Fall extrem negativ geschrieben hätten. Das wäre dann auch verständlich gewesen.

Interview: Uli Heichele

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