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Vor zwei Wochen noch bei Olympia: Jetzt zieht der Biathlon-Weltmeister in den Ukraine-Krieg

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Von: Alexander Kaindl

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Dmytro Pidrutschnji - hier beim Olympia-Sprint der Herren.
Dmytro Pidrutschnji - hier beim Olympia-Sprint der Herren. © Ukrinform / Imago

Der Ukraine-Krieg tobt, die Kämpfe gehen weiter. Mittendrin ist auch ein Biathlon-Weltmeister, der vor zwei Wochen noch bei Olympia an den Start ging.

Kiew - In Europa herrscht Krieg. Russlands Präsident Wladimir Putin hat in der Nacht auf den 24. Februar seine Militäroperation begonnen und die Ukraine angegriffen. Seitdem sind unzählige Raketen abgeschossen worden, Städte liegen in Trümmern, Hunderttausende Menschen befinden sich auf der Flucht. Die Welt befindet sich in einer Schockstarre - und hat inzwischen etliche Sanktionen angekündigt.

Wie geht der Ukraine-Krieg weiter? Das weiß wohl nur Putin selbst. Aktuell - Stand 28. Februar - verläuft der Vormarsch russischer Truppen wohl etwas langsamer ab als zu Beginn. Die ukrainischen Bürger wurden inzwischen zu den Waffen gerufen, Männer zwischen 18 und 60 Jahren dürfen das Land nicht verlassen. Das Volk wehrt sich tapfer gegen die Invasion - unter ihnen ist auch ein Mann, der vor nicht einmal zwei Wochen noch an den Olympischen Spielen in Peking teilnahm. Der einstige Biathlon-Weltmeister Dmytro Pidrutschnji nimmt wie gewohnt eine Waffe in die Hand - nun aber in einem völlig anderen Kontext!

Ukraine-Krieg: Biathlon-Weltmeister Dmytro Pidrutschnji kämpft gegen Russland

Pidrutschnji wurde einberufen, zieht in den Krieg, kämpft um sein Leben und um das seiner Landsleute. Vor zwei Wochen sah sein Alltag noch ganz anders aus. Pidrutschnji ging bei Olympia an den Start, war einer der ukrainischen Hoffnungsträger. Mixed-Staffel, Einzel, Sprint, Verfolgung, Herren-Staffel, Massenstart - drei Mal gab es Platz 13, einmal Platz 18, einmal Platz neun und einmal Platz 24.

An Sport ist für Pidrutschnji aktuell aber natürlich nicht zu denken. „Niemand wird an weiteren Wettkämpfen teilnehmen“, schrieb er in den vergangenen Tagen auf Instagram und erklärte: „Mein Team und ich bleiben in der Ukraine, um unser Zuhause und unsere Familien vor den russischen Streitkräften zu beschützen, die die Ukraine am 24. Februar überfallen haben.“

Bereits am Freitag hatte das Biathlon-Team der Ukraine verkündet, nach dem militärischen Angriff Russlands in diesem Winter nicht mehr bei den verbleibenden drei Weltcups anzutreten. Pidrutschnji ist in dieser Saison als 34. im Gesamtweltcup der stärkste Mann. Vor drei Jahren hatte er den WM-Titel in der Verfolgung gewonnen.

Dmytro Pidrutschnji: Erst Biathlon bei Olympia, jetzt Krieg gegen Russland

Am Wochenende hat er die internationale Biathlon-Gemeinschaft außerdem um Hilfe für seine ukrainische Heimat gebeten. „Erzählt mir nicht, Sport und Politik hätten nichts miteinander zu tun. Sie haben miteinander zu tun, wenn Soldaten und Zivilisten in meinem Heimatland sterben, während du das hier liest“, schrieb der 30-Jährige an seine Fans und fragte nebenbei nach Spenden für die ukrainische Armee: „Ich bitte euch, uns zu helfen! Ich bitte dich, bleib‘ nicht weg!“

Zugleich forderte Pidrutschnji auch internationale Freunde und Fans dazu auf, in ihren Heimatstädten auf die Straße zu gehen sowie Regierungen und die Nato um Hilfe zu bitten. Zudem sei es aufgrund von gezielter Desinformation wichtig, jegliche Informationen über die „russische Invasion“ mit mehreren Quellen zu überprüfen, schrieb er.

Biathlon-Weltmeister über den Ukraine-Krieg: „Wir werden gewinnen“

Dmytro Pidrutschnji meldete sich über Instagram.
Dmytro Pidrutschnji meldete sich über Instagram. © Screenshot Instagram / Dmytro Pidrutschnji

Zu Beginn der neuen Woche meldete sich Pidrutschnji dann abermals über Instagram, schrieb in seiner Story: „Ich möchte mich bei allen Athleten und Leuten auf der ganzen Welt für ihre Unterstützung bedanken. Jede Aktion zählt! Zusammen sind wir stärker und wir werden gewinnen.“ (akl/dpa)

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