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Vierschanzentournee: Geschichte, Orte, Sieger – alle Infos zum Highlight im Skisprung-Weltcup

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65. Vierschanzentournee, Kamil Stoch
Die Paul-Außerleitner-Schanze mit 145 Metern die längste der vier Schanzen bei der Vierschanzentournee © Daniel Karmann / dpa

Der Skisprung-Weltcup kulminiert alljährlich in der Vierschanzentournee. Alle Infos über die Geschichte, die Orte, die Sieger und das Preisgeld des Turniers.

Oberhofen – Der internationale Skiverband (FIS) mit Sitz im schweizerischen Oberhofen veranstaltet während der Wintersaison rund 30 Wettbewerbe im Skispringen und Skifliegen. Die unter dem Begriff Skisprung-Weltcup zusammengefassten Ereignisse finden überwiegend in Nord- und Mitteleuropa statt, zum Teil auch in Osteuropa, Japan und Nordamerika. Einer der 30 Wettbewerbe ist die Vierschanzentournee, die zu gleichen Teilen in Deutschland und Österreich anberaumt ist. Die von Ende Dezember bis Anfang Januar ausgetragene Schanzentournee gehört in das Segment Skispringen und zählt zu den wichtigsten Wintersportveranstaltungen.

Vierschanzentournee: Geschichtliche Fakten des Skisprungturniers

Die Geschichte des Skisprungturniers Vierschanzentournee begann im Jahr 1949. Mitglieder der Skivereine aus Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck sprachen sich dafür aus, einen auf wenige Tage verteilten Sprungwettbewerb auf unterschiedlichen Schanzen auszutragen. Resultat war die Etablierung der „Deutsch-Österreichischen Springertournee“. Die im Dezember 1952 beschlossene Tournee erlebte ihre Umsetzung erstmals im Januar 1953. Durch das stetig wachsende Zuschauerinteresse wurden die Medien auf die Schanzentournee aufmerksam. Das rund um den Jahreswechsel anberaumte Sportevent bescherte den berichtenden TV-Anstalten regelmäßig hohe Einschaltquoten, was wiederum etliche Sponsoren anlockte. Dies bewirkte eine sukzessive Professionalisierung, aber auch Kommerzialisierung des Turniers, das bis heute als Aushängeschild der Kategorie „Skispringen“ fungiert.

Skisprungturnier Vierschanzentournee: Die involvierten Orte

Das Skisprungturnier Vierschanzentournee wird an vier Orten ausgetragen. Zwei dieser Orte liegen auf deutschem, zwei auf österreichischem Boden. Traditionell wird zunächst in Deutschland gesprungen, bevor das Turnier ins Nachbarland wechselt. Los geht es in den süddeutschen Ortschaften Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen. Danach folgen die Springen in den Städten Innsbruck und Bischofshofen. Besprungen werden folgende Schanzen:

Die Rekordweite auf der Schattenbergschanze liegt bei 143,5 Metern. Die Große Olympiaschanze kommt auf 144 Meter. Sechs Meter weniger stehen für die Bergiselschanze zu Buche, während die Paul-Außerleitner-Schanze mit 145 Metern knapp vorn liegt.

Vierschanzentournee: Die Sieger des Skisprungturniers

Erster Sieger des Skisprungturniers Vierschanzentournee war der Österreicher Josef Bradl (1953). Der bis dato letzte Triumphator heißt Kamil Stoch und kommt aus Polen (2021). Rekordsieger der Vierschanzentournee ist der Norweger Janne Ahonen, der zwischen 1999 und 2008 insgesamt fünfmal den Titel gewann. Viermal konnte der Deutsche Jens Weißflog das Preisgeld für den Sieger einstreichen. Weißflog gewann die Ausscheidung in den Jahren 1984, 1985, 1991 und 1996. Der aus der ehemaligen DDR stammende Helmut Recknagel stand dreimal ganz oben auf dem Treppchen (1958, 1959, 1961), während sein Landsmann Jochen Danneberg die Konkurrenz 1976 und 1977 für sich entschied.

Vierschanzentournee: Die Qualifikation für das Skisprungturnier

Für das Skisprungturnier Vierschanzentournee qualifizieren sich 50 Teilnehmer. Innerhalb des Wettkampfes bilden sie 25 Paare, wobei jedes Paar gegeneinander antritt. Der Modus schreibt vor, dass der Erstplatzierte der Qualifikation auf den Fünfzigsten trifft, der Zweite auf den Neunundvierzigsten, der Dritte auf den Achtundvierzigsten und so weiter. Die Qualifikation entscheidet demzufolge nicht nur über die eigentliche Teilnahme an der Vierschanzentournee, sondern anhand der erzielten Platzierung auch über das anstehende Sprungduell. Der Modus hat seit der Saison 1996/97 Bestand. Bis zum Jahr 2017 waren die zehn Bestplatzierten der Weltcup-Gesamtwertung automatisch für das Endturnier qualifiziert. Dies ist mittlerweile nicht mehr der Fall.

Skisprungturnier Vierschanzentournee: Das Preisgeld

Das Preisgeld beim Skisprungturnier Vierschanzentournee wird in Schweizer Franken ausgezahlt. Prämiert werden die Plätze eins bis zehn. Auf die Plätze sieben bis zehn entfallen jeweils 1.000 Franken. Der Sechste erhält 2.000, der Fünfte 3.000 Franken. Platz vier wird mit 6.000 Franken vergütet, Platz drei mit 10.000 Franken. Der Zweitplatzierte streicht 15.000, der Sieger 30.000 Franken ein. Hinzu kommen wertvolle Sachpreise. Das jährliche Gesamtbudget der Vierschanzentournee beträgt rund vier Millionen Euro.

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