1. tz
  2. Sport
  3. Wintersport

Vierschanzentournee: Türkischer Skispringer sorgt für Sensation

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christoph Klaucke

Kommentare

Skispringer Fatih Arda Ipcioglu geht bei der Vierschanzentournee für die Türkei an den Start.
Skispringer Fatih Arda Ipcioglu geht bei der Vierschanzentournee für die Türkei an den Start. © Daniel Karmann/dpa

Bei der Vierschanzentournee geht auch ein türkischer Skispringer an den Start. Fatih Arda Ipcioglu schreibt für die Türkei Wintersport-Geschichte.

Oberstdorf - Das Auftaktspringen in die 70. Vierschanzentournee lief für die DSV-Adler nicht wie erhofft. Top-Favorit Karl Geiger musste sich am Mittwochnachmittag bei seinem Heimspiel auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf mit Rang fünf zufriedengeben. Der in München lebende Severin Freund wurde wegen der Maße seines Anzugs disqualifiziert.

Während im deutschen Lager nach dem missglückten Start Frust vorherrscht, schaffte ein anderes Team, das nicht gerade als Wintersport-Nation bekannt ist, Historisches. Fatih Arda Ipcioglu holte mit Platz 29 seine ersten Punkte im Weltcup. „Die Türken kommen“, jubelte er in der ARD euphorisch.

Vierschanzentournee: Türkischer Skispringer Fatih Arda Ipcioglu gelingt Mega-Sensation

Nach seinem Flug in die Geschichtsbücher beim Tournee-Auftakt war der türkische Skispringer überwältigt. „Ich bin wirklich glücklich, schon wieder Geschichte geschrieben zu haben. Wie schon die vielen Male zuvor“, sagte der 24-Jährige dem SID und lachte.

„Es sind die ersten Weltcup-Punkte eines türkischen Skispringers“, sagte Ipcioglu zu seinem 29. Rang in Oberstdorf, der ihm zwei Zähler bescherte. „Es ist tatsächlich sehr gut, dass wir wieder Geschichte geschrieben haben.“ 2017/18 hatte Ipcioglu als erster Türke an der Vierschanzentournee teilgenommen, scheiterte aber in der Qualifikation. „Wir sind sehr glücklich, in der Skisprung-Familie zu sein“, sagte Ipcioglu, der auf der Schattenbergschanze 120 und 109 Meter weit gesprungen war.

Die Türken kommen.

Fatih Arda Ipcioglu

Vierschanzentournee: Türkischer Pionier im Skispringen

Ipcioglu ist ein Pionier seiner Heimat. Als erster Türke hatte er sich beim Saisonauftakt in Nischni Tagil für einen Weltcup qualifiziert. In Oberstdorf schaffte er es mit einem Sprung von 120 Metern im K.-o.-Duell gegen den Russen Daniil Sadrejew sensationell in den zweiten Durchgang und holte als 29. seine ersten beiden Weltcup-Punkte. „Das war schon eine Überraschung für mich. Jetzt bin ich ein wenig müde, weil es schon sehr viel Action ist“, sagte Ipcioglu.

Nach einem Ruhetag wartet am Samstag das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Jetzt werde er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Muhammet Irfan Cintimar die gesamte Tournee bestreiten, „dieser Erfolg motiviert uns, und wir werden unser Bestes geben“, kündigte Ipcioglu an.

Fatih Arda Ipcioglu gilt als Pionier im türkischen Skispringen.
Fatih Arda Ipcioglu gilt als Pionier im türkischen Skispringen. © Manuel Geisser/Imago

Vierschanzentournee: Türkischer Skispringer Ipcioglu denkt schon ans nächste Ziel

Im Moment seines größten Erfolges dachte Ipcioglu auch an den Nachwuchs in der Heimat. „Ich habe gesehen, dass in der Türkei kleine Jungs zuschauen und so sein wollen wie ich. Das bedeutet, dass in einigen Jahren neue türkische Skispringer nachkommen und unser Land besser repräsentieren werden als ich“, sagte er.

Im Februar geht es wieder zu Olympia nach Peking, wie schon 2018 in Pyeongchang, als er Fahnenträger war. „Wir fahren zwar nicht hin, um Medaillen zu holen. Aber für uns sind das trotzdem wichtige Spiele“, sagte Ipcioglu. (ck/sid/dpa)

Auch interessant

Kommentare