Ski Alpin

Vonn kann nichts stoppen - Riesch auf Rang sieben

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Lindsey Vonn auf der Abfahrtsstrecke von Haus im Ennstal.

Haus im Ennstal - Fünf Wochen vor Olympia lässt sich Skirennfahrerin Lindsey Vonn durch nichts stoppen. Die Nachwirkungen ihres Sturzes aus dem Dezember hat sie ohnehin schon lange weggesteckt als sei nie etwas gewesen.

Und auch bei schlechten Bedingungen wegen Schneefalls ist die amerikanische Skirennfahrerin einfach zu schnell für die Konkurrenz. Bei der stark verkürzten Abfahrt am Samstag im österreichischen Haus fuhr die zweimalige Weltmeisterin von Val d'Isère wie am Vortag den Sieg ein. "Ich bin sehr überrascht, dass ich heute gewonnen habe. Das Kämpfen hat sich ausgezahlt", sagte die 25-Jährige, die damit saisonübergreifend schon fünf Abfahrten in Folge gewonnen hat. Das gab es zuletzt 1980 durch die Schweizerin Marie-Therese Nadig.

Wegen schlechter Sicht war der Start des zweiten von drei Rennen am Ort des ersten Maria-Riesch-Sieges im alpinen Weltcup (2004) mehrfach verschoben worden, ehe es bei wechselhaften Bedingungen auf die verkürzte Krummholz-Strecke ging. "Bei uns war es sicher nicht so gut wie am Anfang, aber Lindsey ist trotz der Bedingungen Bestzeit gefahren und hat gezeigt, dass es schon möglich gewesen wäre", sagte Maria Riesch. Die Partenkirchenerin musste sich einen Tag nach Rang drei mit dem siebten Platz begnügen. Wieder waren es auf der Fahrt durch den Schneefall nur "Kleinigkeiten" - "aber auf so 'ner kurzen Strecke sind die halt ausschlaggebend". Erstmals im Olympia-Winter verpasste sie damit das Abfahrts-Podest.

Vonn zog in der Gesamtwertung auf 99 Punkte vor Riesch davon und festigte nach dem vierten Sieg in der vierten Abfahrt dieses Winters die Führung im Disziplin-Weltcup mit Maximalpunktzahl. Beim Schussfahren ist die Amerikanerin, die vor Nadja Kamer aus der Schweiz und der Französin Ingrid Jacquemod gewann, fünf Wochen vor Olympia einfach unschlagbar. Die in Lienz verletzte Hand schmerzt nur beim Start noch ein wenig, psychisch hat der Sturz beim Riesenslalom anscheinend überhaupt keine Folgen.

"Gerade wenn es ein bisschen widrige Bedingungen gibt und man noch ein bisschen mehr brutal sein muss und ohne Rücksicht auf Verluste, da macht sich bemerkbar, dass Lindsey das beste Selbstvertrauen hat, die besten Fähigkeiten hat und einfach den besten Schwung fährt", erklärte Riesch die Erfolgsserie der Ski-Freundin. Bis zum Rekord der Österreicherin Annemarie Moser-Pröll, die in den 70er Jahren elf Abfahrten nacheinander gewann, ist es aber noch ein weiter Weg.

Noch auf der Suche nach dem Selbstvertrauen ist dagegen Gina Stechert; und auch das Olympia-Ticket muss sie in der Comeback-Saison nach ihrem Kreuzbandriss erst noch finden. Am Samstag reichte es bei der Kurz-Abfahrt nur zu Platz 30. "Vielleicht klappt es im Super-G am Sonntag ein bisschen besser", formulierte sie ihre vage Hoffnung und musste in den Punkterängen gar noch die Riesenslalom-Spezialistin Viktoria Rebensburg als 29. an sich vorbeiziehen lassen. "Das war eine tadellose Leistung von Vicky über die zwei Tage gesehen, zweimal mit der letzten Startnummer in die Punkte zu fahren", lobte Damen-Cheftrainer Mathias Berthold.

Von Christian Kunz, dpa

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